Bad Staffelstein
Wetter

Auch Schnee hilft den Bauern

Zum Monatsanfang holte die Natur etwas nach, was auch im April wieder selten war: Es gab Niederschläge, am Wochenende sogar in Form von Schnee und Hagel.
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Schnee lag am Wochenende auf dem Staffelberg, aber auch das ist Niederschlag, der dringend gebraucht wird. Foto: Tobias Kindermann
Schnee lag am Wochenende auf dem Staffelberg, aber auch das ist Niederschlag, der dringend gebraucht wird. Foto: Tobias Kindermann
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Es war - wieder einmal - zu warm. Der April war deutschlandweit betrachtet der 13. zu warme Monat hintereinander. So etwas haben die Meteorologen seit dem Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 nicht beobachtet.

Mit 9,6 Grad war es im April ein Grad wärmer als im Mittel der vergangenen 30 Jahre. An der Wettermessstation in Bad Staffelstein fiel der Durchschnitt mit 10,5 Grad sogar noch höher aus. Doch das sind immer noch weniger als die 13,3 Grad, die im Rekord-April am Obermain ein Jahr zuvor gemessen wurden.

Und wie sah es mit den Niederschlägen aus? 30,6 Liter pro Quadratmeter fielen in Bad Staffelstein, bundesweit 30 Liter. In den vergangenen Monaten lag der Obermain sonst immer deutlich hinter dem Bundesschnitt. Der übliche Durchschnitt in einem April liegt in Deutschland bei 48 Litern.

Damit setzt sich fort, was schon in den vergangenen Monaten das Problem war: Die Niederschläge seit Jahresbeginn sind viel zu gering. "Im April gab es zu Beginn einmal 3 Liter Niederschlag, dann kam lange Zeit nichts", sagt Michael Bienlein, BBV-Kreisobmann im Landkreis Lichtenfels. Am 2. April regnete es, dann folgte 20 Tage kein und drei Tage geringer Niederschlag, ab Monatsmitte mit sehr hohen Temperaturen bis 17,8 Grad im Tagesschnitt am 24. April. Ab dem 26.4. kam dann noch ein Schwung Regen.

Der Mai startete auch mit einigem Niederschlag: Am Samstag fielen 12,9 Liter pro Quadratmeter, teilweise als Schnee, verbunden mit einem Temperaturrückgang bis fast an die Null-Grad-Grenze. Das lässt hoffen, doch auch hier ernüchtert ein Blick auf die Zahlen: Bislang liegt man beim Niederschlag von Januar bis Anfang Mai gerade mal auf dem durchschnittlichen Niveau des trockenen Gesamtjahrs 2018.

"Das Problem ist weiter, dass wir aktuell keine Restfeuchte auf den Feldern haben, wie das 2018 durch den sehr nassen Herbst 2017 gewesen ist. Es darf jetzt nicht zu langen Phasen von Trockenheit kommen", sagt Bienlein. Der Regen sollte also regelmäßig fallen, nicht wie im abgelaufenen April ein paar Liter zu Beginn und ein großer Schwung zum Ende des Monats.

Auf den Feldern würde man schon sehen können, dass der Niederschlag in diesem Jahr gering ausfiel. "Dem Winterweizen und dem Winterroggen fehlt das Längenwachstum. Auch der Raps kam schwer in die Blüte. Einige Landwirte haben sogar schon den Raps umbrochen, weil er er nicht wächst." Eine Option: Man sät jetzt noch Mais aus.

Doch Michael Bienlein gibt sich optimistisch, denn er hofft, dass sich eine alte Bauernregel bewahrheitet: "Kommt die Eiche vor der Esche, gibt es eine große Wäsche." Und das hat er schon beobachtet.

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