Rothmannsthal

Auch Flora und Fauna sollen profitieren

Beim Verfahren in Rothmannsthal orientierte man sich neben den Interessen der Teilnehmer auch daran, die Artenvielfalt bei der Neuordnung zu erhalten.
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Ebenso wie neue Wege geschaffen wurden, war man im Rahmen der Flurbereinigung bemüht, die Artenvielfalt bei der Neuordnung z bewahren.ALE
Ebenso wie neue Wege geschaffen wurden, war man im Rahmen der Flurbereinigung bemüht, die Artenvielfalt bei der Neuordnung z bewahren.ALE
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Dass die umfangreich durchgeführten Maßnahmen im Bereich Landschaftspflege und Naturschutz ebenfalls Bestandteil des Flurbereinigungsplans sind, war vielen Teilnehmern der Flurneuordnung im Lichtenfelser Stadtteil Rothmannsthal nicht bekannt. In einer Teilnehmerversammlung erklärte Projektleiter Michael Ullwer vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken das Verfahren und wie es nach der Bekanntgabe des Flurbereinigungsplans weitergeht. Diese erfolgt, wenn die Stadt Lichtenfels am 12. November einen Beschluss zur Änderung der Gemeindegrenzen gefasst hat.

Wie Ullwer ausführte, fallen im Zuge des Flurneuordnungsverfahrens durch die großzügige Zusammenlegung Grenzen weg. Was für die Eigentümer und Landwirte ein Vorteil ist, stellt die Projektleitung teilweise vor Probleme. So können die alten Jagdpacht-, Gemeinde- und Landkreisgrenzen betroffen sein, da sie sich an den ursprünglichen Flurstücksgrenzen orientieren, die jedoch nach der Neuordnung größtenteils anders verlaufen. Die Umstellung auf die neuen Besitzstände kann wie in Rothmannsthal dazu führen, dass z.B. die Landkreise Bamberg oder Lichtenfels ein kleines Stück schrumpfen oder wachsen - was Ullwer zufolge natürlich der Zustimmung der entsprechenden Gremien bedarf.

Zwei Wochen Einspruchsfrist

Der Flurbereinigungsplan, welcher jedem Teilnehmer durch die Zusendung eines Auszuges bekannt gemacht wird, fasst die gesamten Ergebnisse des Verfahrens zusammen. Teile des Flurbereinigungsplans, die sich auf den einzelnen Besitzstand beziehen, wie z.B. Grundschulden, die auf einzelnen Grundstücken liegen, stehen aus Gründen des Datenschutzes natürlich nur dem jeweiligen Berechtigten zur Einsicht zur Verfügung. Nachdem jeder Teilnehmer seine Gegenüberstellung aus altem und neuem Besitzstand überprüfen konnte, findet ein Anhörungstermin statt. Dabei können bei Unklarheiten Erläuterungen gegeben werden. Anschließend besteht zwei Wochen die Möglichkeit, Widerspruch gegen den Plan einzulegen.

Ein Bestandteil des Ganzen ist auch der Wege- und Gewässerplan mit landschaftspflegerischen Begleitplan. Neben der großzügigen Zusammenlegung war den Beteiligten, insbesondere den Land- und Forstwirten, ein moderner Flurwegeausbau wichtig. Von diesem profitieren aber auch die Anwohner und Touristen bei ihren Sport- und Freizeitaktivitäten.

Artenreiche Region

Die Teilnehmergemeinschaft hat sich zudem bewusst dazu entschieden, dass es nicht zu einer ökologischen Bereinigung der Flur kommen sollte, sondern zu einer ökologischen Bereicherung. Die Beratung durch eine Landschaftsarchitektin ergab vielfältige Möglichkeiten, wie Erhalt oder Verbesserung der Artenvielfalt und Flurneuordnung zusammenfinden können. Ein Gutachten zeigt, welche besonderen Arten um Rothmannsthal leben. So gibt es hier noch Vorkommen vom Wendehals, Neuntöter und der Dorngrasmücke. Auch Orchideenstandorte wurden kartiert. Bei der Anlage des Wegenetzes und der Neuzuteilung wurden diese Sachverhalte berücksichtigt. Darüber hinaus gab es auch kulturhistorische Bedeutsamkeiten, wie z.B. historische Pilger- oder Handelswege, welche reaktiviert wurden.

Nach der Bearbeitung etwaiger Einwendungen gegen den Plan will die Teilnehmergemeinschaft die restlichen Bau- und Renaturierungsmaßnahmen durchführen. In diesem Zusammenhang hat sich der Vorstand dazu verständigt, die Besonderheiten des Naturhaushalts auch für Besucher und Anwohner transparenter zu machen, etwa mittels einer Schautafel .

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