Lichtenfels
Feiertagsdienst

Arbeiten an Weihnachten: Weiße "Engel" im Lichtenfelser Klinikum

Das Wohl ihrer Patienten hat für Ärzte und Pflegekräfte im Lichtenfelser Klinikum Priorität. Dafür arbeiten sie auch an den Feiertagen gern, wie sie im Gespräch betonen.
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Der Weihnachtsbaum im Klinikum, an dem Margit Thieret steht, trägt elektrische Ketzen, denn offenes Feuer ist im Krankenhaus verboten. Fotos: Manuel Stark
Der Weihnachtsbaum im Klinikum, an dem Margit Thieret steht, trägt elektrische Ketzen, denn offenes Feuer ist im Krankenhaus verboten. Fotos: Manuel Stark
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Ruhe und Besinnlichkeit. Überall sind gerade das typische Anzeichen für Weihnachten. Überall? Nein. Auch am Heiligen Abend gibt es Menschen, die ihre Zeit, Kraft und Konzentration dafür einsetzen, um anderen zu helfen. Die Rede ist von den etwas anderen Engeln im Krankenhaus. Der Fränkische Tag war zu Besuch im Helmut-G.-Walther-Klinikum in Lichtenfels und hat nach den am Heiligen Abend diensthabenden Schwestern und Ärzten gefragt.

Mit engelstypischen Flügeln kann Christine Schauer-Kofer nicht dienen, dafür mit ihrem vollen Einsatz. Auch an Weihnachten. Sie ist die stationsleitende Schwester der Unfall- und Neurochirurgie. Sie war schon häufig an Weihnachten zum Dienst eingeteilt und weiß: "Zeit zum gemütlichen Zusammensetzen ist da nicht."
Über Weihnachten seien die meisten der Patienten auf den Stationen Schwerkranke, die dauerhafter Pflege bedürften. Zudem gebe es wetterbedingt auch immer wieder einige Einlieferungen.

Nicht einmal eine kleine Kerze ist zur Weihnachtszeit im Krankenhaus erlaubt. So etwas sei zwar schön, aber aus Gründen des Gefahrenschutzes im Klinikum verboten, sagt Schauer-Kofer. Dennoch ist für sie eines klar: "Ich möchte nach diesen 30 Jahren, in denen ich schon hier arbeite, nichts mehr anderes machen." Für die Familie sei schließlich noch früh oder mittags Zeit. Am Anfang des Berufslebens dauere es ein bisschen, bis man sich daran gewöhnt habe, sagt sie, aber das gehe eigentlich recht schnell. "Zudem passen wir auch auf, dass jeder nur einen Feiertag zugeteilt bekommt", erklärt sie die Dienstplanung.

Ein weiterer Engel ist Margit Thieret, leitende Schwester der Intensivstation. Auch sie macht deutlich: "Da ist nichts mit Ausspannen oder sonst was." Fast immer sei die Intensivstation zur Weihnachtszeit voll belegt. "Patienten gehen da vor. Das Wohlergehen dieser Menschen liegt schließlich bei uns", sagt sie.
Gerade in den letzten Jahren hätten sich die jahreszeitlich bedingten Fälle gehäuft. "Da kommt bei Stürzen der Schutzengel nicht aus der Kirche raus", scherzt sie. Zudem gebe es einige Patienten, die Operationen bevorzugt in die Weihnachtszeit legen, um so ein Fehlen auf der Arbeit zu vermeiden. Die Angst vor einem Verlust des Arbeitsplatzes heutzutage trage ihren Teil dazu bei, sagt Thieret.


Wunsch nach mehr Zeit

Der letzte des Engels-Tripletts ist Norbert Scheier, Oberarzt für Anästhesie. "Manchmal ist es an Weihnachten ruhiger als an anderen Tagen, es kann aber auch stressig sein", sagt er. Das Problem sei nicht der Stress, sondern die fehlende Zeit. "Gerade an den Feiertagen ist bei den Patienten mehr Redebedarf da." Dementsprechend wolle man natürlich für sie da sein. "Man versucht schon ein bisschen zurückzufahren. Welcher Patient will Weihnachten schon im Krankenhaus verbringen?", sagt der Arzt und ergänzt, die Schwestern hätten zwar eine innigere Bindung zu den Patienten, aber sobald die Zeit da sei, rede natürlich auch er mit Patienten und Angehörigen.

"Sowohl den Patienten als auch dem Personal täte mehr Zeit für Gespräche gut, aber die fehlt leider", wirft Schauer-Kofer ein. Ein Punkt ist für alle drei besonders wichtig: Zusammenarbeit. "Wir haben alle das selbe Ziel: Menschen zu helfen. Dafür arbeiten wir auch gerne während der Weihnachtszeit."
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