Lichtenfels
Interview

"Anbindung muss besser werden"

Die Kandidaten für den Landtag stehen im Stimmkreis Kronach-Lichtenfels bei fast allen Parteien fest. Der Fränkische Tag stellt sie in den kommenden Wochen in einer Interview-Serie vor. Den Auftakt macht der SPD-Kandidat Ralf Pohl.
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Ralf Pohl Foto: Archiv
Ralf Pohl Foto: Archiv
Die meisten Parteien haben ihren Landtagskandidaten schon nominiert. Wir stellen diese in einer kleinen Serie in den kommenden Wochen vor und beginnen heute mit dem SPD-Kandidaten Ralf Pohl aus Theisenort (Kreis Kronach).

FT: Was werden die Schwerpunktthemen Ihres Wahlkampfes sein?
Ralf Pohl: Das zentrale Thema für unsere Region ist der demographische Wandel und seine Folgen. Im Wahlkampf stehen daher Konzepte zur Steigerung der Attraktivität der Landkreise Kronach und Lichtenfels als Wirtschaftsstandort und Wohnort im Mittelpunkt. Wichtig ist dabei die Ausstattung mit moderner Infrastruktur. Dies beinhaltet zum Beispiel Bildungseinrichtungen genauso wie Freizeitangebote, die Breitbandversorgung oder die Verkehrsanbindung. Auch die Kooperation der Wirtschaft mit den oberfränkischen Hochschulen und die Förderung der Existenzgründung spielen eine große Rolle.
Weiterhin ist die Finanzausstattung der Kommunen ein wichtiges Thema, da ihre Investitionen einen entscheidenden Beitrag zu einer guten Infrastruktur und zu einer hohen Lebensqualität leisten.

Stichwort Behördenverlagerung - Was kann man hier für den Landkreis Kronach noch herausholen?
Eine Behördenverlagerung brächte qualifizierte und in der Regel gut bezahlte Stellen in den Landkreis. Die Staatsregierung könnte so einen wichtigen Impuls für die Entwicklung der Region geben. Die Verlagerung wurde vor der letzten Landratswahl von der CSU in Aussicht gestellt, der Landkreis hat sich auch entsprechend als Standort beworben; geschehen ist seitdem aber leider gar nichts. Wir werden natürlich an dieser wichtigen Forderung fest halten.

Die Verkehrsanbindung des Landkreises Kronach wird seit jeher beklagt. Was muss Ihrer Meinung nach passieren, damit man hier vorwärts kommt?
Die Verkehrsanbindung muss dringend verbessert werden: Kronach ist der einzige Landkreis in Oberfranken ohne Autobahnanschluss - das muss sich ändern. Nötig sind auch weitere Ortsumgehungen entlang der Bundesstraßen. Auch bei der Bahnanbindung bestehen erhebliche Defizite, die sich ab 2017 weiter verschärfen werden, wenn die ICE- Strecke über Erfurt verlaufen wird. Ich plädiere als Ersatz für eine IC-Verbindung von Halle/Leipzig nach Nürnberg mit Halt in Kronach und Lichtenfels. Darüber hinaus muss auch der öffentliche Nahverkehr im Landkreis verbessert und an die demographische Entwicklung angepasst werden.

Warum tun Sie sich den ganzen Stress/Wahlkampf eigentlich an? Warum wollen Sie unbedingt in den Landtag einziehen?
Ich engagiere mich seit Jahren in der Kommunalpolitik. Dabei lässt sich durchaus einiges bewegen; man stellt aber auch immer wieder fest, dass die Rahmenbedingungen nicht passen und der Freistaat Bayern viel zu wenig für die Entwicklung ländlicher Regionen tut. Bayern ist nicht im Gleichgewicht. Ich möchte im Landtag dazu beitragen, dass sich dies ändert. Ziel muss die Herstellung gleichwertiger Lebensbedingungen sein.

Die Glaubwürdigkeit der Politiker hat seit zu Guttenberg und Co sehr gelitten. Wie versuchen Sie, die Wähler zu überzeugen?
Politiker - von der Gemeinde- bis hin zur Bundesebene - sollten vor den Wahlen keine unhaltbaren Versprechen abgeben und sich nach den Wahlen nach besten Kräften bemühen, ihre Programme auch wirklich umzusetzen. Mir geht es um Sachthemen, um konkrete Fortschritte für Bayern im Allgemeinen und für die Landkreise Kronach und Lichtenfels im Besonderen. Dafür werbe ich um Unterstützung.
Die Fragen stellte Corinna Igler
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