Bad Staffelstein
Franken wandert

Am Ende ist alles Staffelberg

Wenn man seinen Freunden eine Reise in die Region empfiehlt, muss man hart im Nehmen sein, wenn man das kälteste Wander-Wochenende im Frühjahr erwischt.
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Um es noch etwas spannender zu machen: Auch zwei Kinderwägen samt Besatzung waren dabei.
Um es noch etwas spannender zu machen: Auch zwei Kinderwägen samt Besatzung waren dabei.
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Man ist gerne Botschafter seiner Region, vor allem, wenn man in so einer schönen wohnt. Komm vorbei mit deinen Freunden, meinte ich zu Niko. Und er ließ sich überzeugen.

Denn ich hatte die Vorzüge der Natur rund um Bad Staffelstein in den höchsten Tönen gepriesen, vor allem um den Staffelberg. Als Lohn für lange Wandertaten würde an vielen Stellen eine ursprüngliche, bodenständige Gastronomie warten, oft auch noch mit selbst gebrautem Bier. "Elf Brauereien haben wir im Bad Staffelsteiner Stadtgebiet", vergaß ich nicht zu erwähnen.

Niko war überzeugt, seine Wandergruppe auch. Nach einer ersten, erfolglosen Terminsuche klappte es beim nächsten Mal. Das erste Maiwochende sollte es werden. Hotel in Schwabthal gebucht, Pläne für eine Rundtour geschmiedet. Alles lief gut.

Bis ein paar Tage vorher der Wetterbericht wenig Gutes verhieß. Ausgerechnet am ersten Maiwochenende sollte es nicht nur kalt werden, sondern auch kräftig regnen. Klar, den Regen gönnt man den immer noch zu trockenen Böden, den Bauern und den Waldbesitzern. Aber musste das ausgerechnet an dem Tag sein, wo ich Gästen aus dem Frankfurter und Stuttgarter Raum die Schönheiten am Obermain näherbringen wollte?

"Es hat noch keiner abgesagt", meinte Niko am Telefon zu mir, als wir eine kleine Krisenrunde einberiefen. Im Gegenteil: "Wir ziehen das durch", war die Antwort, die er von seinen rund ein Dutzend Bekannten bekommen hatte.

Pünktlich zum Start um 12 Uhr in Uetzing rollte sie an: die Schneewelle. Zuvor war das Thermometer innerhalb von zwei Stunden von acht Grad Richtung Nullgrenze gefallen.

Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Es wurde etwas Wurst und Bier eingekauft, dann ging es auf matschigen Wegen Richtung Vierzehnheiligen. Dort wurde eingekehrt, die Kollegen, die nicht so ganz wetterfest ausgerüstet waren, trockneten ihre Sachen. Weiter ging es. Der Himmel riss auf. Die Laune war großartig und vor allem: Die Welt um den Staffelberg gehörte uns an diesem Tag fast alleine. Auf dem Weg zum Gipfel trafen wir nur ein Wandererpaar, bei dem sich die Frau als ehemalige Arbeitskollegin entpuppte und uns genau an der Kreuzung, wo wir nach dem rechten Weg Richtung Plateau suchten, half. Schließlich erreichten wir die Frankenfahne. Auch dort war kaum ein Mensch unterwegs. "Ist das schön hier", meinte Niko, und die anderen nickten. Der Rückweg führte über Loffeld - und nachdem wir nicht an allen Brauereien halten konnten, wird es eine zweite Auflage geben. Vielleicht regnet es ja - und die Wanderwelt gehört uns wieder ganz allein.

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