Altenkunstadt
Tierschutz

Altenkunstadter Schüler backen und basteln für "Wuff Wuff"

Für ihr Tierschutzprojekt "Operation Wuff Wuff" haben sechs Schüler Altenkunstadter Mittelschule zwei Monate lang im Kunstunterricht gebastelt.
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Für ihr Tierschutzprojekt "Operation Wuff Wuff" haben sechs Schüler  Altenkunstadter Mittelschule zwei Monate lang im Kunstunterricht gebastelt. Der Erlös ihrer Aktion in Höhe von 600 Euro kommt dem Tierheim im sibirischen Dorf Kalinino zugute. Bernd Kleinert
Für ihr Tierschutzprojekt "Operation Wuff Wuff" haben sechs Schüler Altenkunstadter Mittelschule zwei Monate lang im Kunstunterricht gebastelt. Der Erlös ihrer Aktion in Höhe von 600 Euro kommt dem Tierheim im sibirischen Dorf Kalinino zugute. Bernd Kleinert
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Sie nennen sich "Dog Angels« und wollen Not leidenden Hunden das Leben erleichtern. Die Rede ist von sechs Mädchen und Jungen der Klasse 9b der Altenkunstadter Mittelschule, die zusammen mit ihrer Lehrerin Marion Ullmann ein Tierschutzprojekt zu Gunsten eines Tierheims in Sibirien gestartet haben. Die Jugendlichen haben dafür gebacken, gebastelt und ihre Produkte zum Kauf angeboten. Und das sogar im Bayreuther Land.
Die Initiative ging von Marion Ullmann aus. Die Pädagogin ist nicht nur ein großer Tierfreund, sondern setzt sich in ihrer Freizeit auch engagiert für den Tierschutz ein. Unvergessen ist das Projekt "Schulhund", das sie 2010 an der Mittelschule gestartet hat. Chicco, einen kleinen, herrenlosen Hund, erwartete in einer spanischen Tötungsstation die Giftspritze, sollte sich innerhalb von zwei Wochen keine neue Familie für ihn finden. Dem braven Tier rettete man mit dieser Aktion das Leben. Jeden Tag ging Chicco mit Ullmann zur Schule. Schüler wie auch Lehrer schlossen ihn auf Anhieb ins Herz. Mittlerweile hat der Hund sein Schuldasein beendet und fühlt sich auf dem Anwesen seiner Lebensretterin wohl. Für ihr aktuelles Projekt sind die Pädagogin und die "Dog Angels" seit Schuljahresbeginn im Einsatz. "Svetlana Konovalova, eine ehemalige Lehrerin, hat vor knapp 30 Jahren mit einigen Bekannten im sibirischen Dorf Kalinino ein Tierheim gegründet«, erzählt die Klassenlehrerin. Da es eine private Einrichtung sei, gebe es keine Fördergelder. Finanziert werde es ausschließlich mit Spenden. "Die Seniorin geht sogar für ihre vierbeinigen Schützlinge betteln. Sieht sie auf der Straße ein leidendes Tier, nimmt sie es bei sich auf«, betont Ullmann. Die Lehrerin setzte sich mit Svetlana Konovalova in Verbindung und informierte sie über das geplante Vorhaben der Mittelschüler. Dabei erfuhr sie, dass vor allem Hundemäntel, Welpen-Trockenmilch für Hunde und Katzen sowie Vitaminpasten gebraucht würden. Das Ziel war somit gesteckt, die "Dog Angels" konnten ans Werk gehen.
"Zuvor musste aber unser Projekt einen Namen bekommen«, berichtet Pauline. Die jungen Leute stellten in den fünften und sechsten Klassen ihre Aktion vor und richteten zwecks Namensfindung einen Wettbewerb aus. Die originelle Bezeichnung "Operation Wuff Wuff« gefiel am besten. Aber auch die jungen Tierschützer wollten nicht namenlos bleiben. "Wie wäre es mit ,Dog Angels‘?«, schlug Pierre vor, der sich das Gruppen-Maskottchen ausdachte. Eine prima Idee, fanden seine Mitstreiter. Zwei Monate lang wurde im Kunstunterricht fleißig gewerkelt. "Aus Holzstämmen haben wir Schneemänner, Rentiere und schöne Deko-Artikel gebastelt«, berichtet Lea. Die "Angels« buken zuhause Pizza-Schnecken und Kuchen und boten sie in den Pausen Schülern, Lehrern und Mitarbeitern an. Bei einem Elternabend sorgten sie im Schulbistro für das leibliche Wohl. Ein voller Erfolg war ihr Plätzchen-Verkauf beim Adventsbasar der Projektgruppe "In der Heimat wohnen« und des Friedrich-Baur-Seniorenzentrums Sankt Kunigund. Auch einige "Pauker« unterstützten die "Operation Wuff Wuff«.
Während Hauswirtschaftslehrerin Waltraud Fischer den Mädchen und Jungs Tipps und Tricks verriet, wie man leckere Plätzchen und Kuchen im Glas bäckt, bastelte ihre Kollegin Susanne Gerner zu Hause ebenso schöne wie nützliche Sachen. Sie kreierte originelle Vogelfutter-Dekotassen und buk Hundekekse. All das wollte natürlich verkauft werden. Den guten Beziehungen von Klassenlehrerin Marion Ullmann ist es zu verdanken, dass der "BioBio - Laden" im Bayreuther Gutenberghaus nicht nur die Produkte der Neuntklässler anbot, sondern mit von Schülern gestalteten Plakaten auch auf deren Projekt aufmerksam machte. "Max Fischer, der dort arbeitet, ist ein ehemaliger Schüler von mir", erzählt Ullmann mit einem Augenzwinkern. In der Richard-Wagner-Stadt war man von der Aktion der Altenkunstadter Mittelschüler begeistert. Die Geschäftsleitung hat deshalb den Jugendlichen den Vorschlag gemacht, dauerhaft mit einem Stand vertreten zu sein und die Aktion noch größer aufzuziehen. "Das Interesse der Bayreuther an unserem Projekt war überraschend groß. Viele Kunden, die unsere Sachen kauften, haben beim Bezahlen großzügig aufgerundet«, freut sich Ullmann.
Dankbar ist sie dem Bekleidungsgeschäft "Lemon Tree« in Bayreuth, das die "Operation Wuff Wuff« ebenfalls unterstützte. In der vergangenen Woche machten die "Dog Angels" Kassensturz. "600 Euro haben wir erwirtschaftet«, verkündete Schatzmeisterin Jeannette stolz. Von dem Geld werden die "Engel« Trockenmilchpulver und Vitaminpasten für das Tierheim im fernen Sibirien kaufen. Doch damit nicht genug. Marion Ullmann informierte vernetzte Tierschutzfreunde in ganz Deutschland über das Projekt ihrer Schüler. Die wiederum waren vom Engagement der Jugendlichen mächtig beeindruckt und spendeten spontan 330 Hundemäntel in verschiedenen Größen. Die Vierbeiner in Kalinino werden es ihnen danken, denn im sibirischen Winter sinken die Temperaturen bis zu 45 Grad unter Null. "Aus einer Idee heraus hat sich etwas ganz Großes entwickelt", resümiert Ullmann zufrieden. Ein Erfolg, der anspornt. "Unsere nächste Aktion ist für Ostern geplant. Wir sammeln bereits fleißig Ideen«, verkündet die Lehrerin.
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