Altenkunstadt
Ortsgespräch

Altenkunstadter Bürger bangen um Parkplätze

Altenkunstadter wollen alle Stellplätze in Sichtweite von Gastronomie und Gewerbe behalten.
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Architekt Hans Greim (Zweiter von links) erläuterte den Bürgern die geplante Neugestaltung der Gerbergasse. Einige stört es, dass zwölf Parkplätze auf das Areal hinter der Raiffeisenbank ausgelagert werden sollen. Sie sollten sich weiterhin in Sichtweite zur Gastronomie befinden, meinen die Einwohner.  Foto: Stephan Stöckel
Architekt Hans Greim (Zweiter von links) erläuterte den Bürgern die geplante Neugestaltung der Gerbergasse. Einige stört es, dass zwölf Parkplätze auf das Areal hinter der Raiffeisenbank ausgelagert werden sollen. Sie sollten sich weiterhin in Sichtweite zur Gastronomie befinden, meinen die Einwohner. Foto: Stephan Stöckel

Er erhitzte die Gemüter der rund 25 Teilnehmer und war für manche sogar ein rotes Tuch. Die Rede ist vom geplanten Raiffeisenplatz. "Altenkunstadts neue Mitte", wie es Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) diplomatisch formulierte. "Wir brauchen keinen Prestigeplatz", meinte eine Einwohnerin, die ihren Namen verschwieg.

Vielen Bürgern, die sich am Freitagnachmittag im Altenkunstadter Rathaus versammelt hatten, ging es nicht um den Platz, der aus Mitteln der Städtebauförderung finanziert werden soll, sondern um die Parkplätze in der Gerbergasse, die der geplanten verkehrsberuhigten Zone des Areals weichen sollen. Sie gehen zwar nicht verloren, wie der Hofer Architekt Hans Greim und die Landschaftsarchitektin Susanne Augsten aus Naila fast schon gebetsmühlenartig betonten: "Es bleiben weiterhin 21 Parkplätze!"

"Jetzt sind sie noch einsehbar, aber sobald der Platz steht, wird ein Teil von ihnen hinter dem Kreditinstitut versteckt", sprach Lydia Reiner vielen Bürgern aus der Seele. Konkret geht es um zwölf Parkplätze, die auf den Bereich hinter der Bank ausgelagert werden sollen. Diese befinden sich derzeit noch zwischen dem Altbau des Kreditinstitus und einem Wohngebäude in der Gerbergasse.

Ein langer Wunschzettel

Eine Kneippanlage an der Weismain, Ladesäulen für E-Bikes und Elektroautos, ein Regionalwarenmarkt oder ein barrierefreies Pflaster rund um den Marktplatz: Die Wunschliste, die die Altenkunstadter bei der Auftaktveranstaltung zum integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (Isek) im katholischen Pfarr- und Jugendheim geschrieben hatten, war lang. Greim und Augsten präsentierten sie am Freitag der Öffentlichkeit im großen Sitzungssaal des Rathauses. Dem Treffen schloss sich eine Ortsbegehung an.

Sowohl drinnen als auch draußen waren die Parkplätze über weite Strecken Dreh- und Angelpunkt der Diskussion zwischen Einwohnern und Experten. Hans Schramm führte den Fachleuten vor Augen, was sich an schönen Tagen, vor allem am Wochenende, rund um die Eisdiele in der Theodor-Heuß-Straße abspielt. Bis zu 20 Autos würden zum Teil verkehrswidrig in der Theodor-Heuß-Straße stehen. Bei einer Reduzierung der Parkplätze in der gegenüberliegenden Gerbergasse würde sich die Zahl der Parker in der Theodor-Heuß-Straße verdoppeln.

Nach Meinung mehrerer Redner sollten sich die Stellplätze in Sichtweite von Gastronomie und Gewerbe befinden. Eine Verlagerung würde sich negativ auf die Unternehmen auswirken. Auch bei Veranstaltungen in der Synagoge benötige man viele Parkplätze, hieß es aus den Reihen der Einwohner. Ferner müsse man daran denken, dass sich vor allem ältere Besucher in der Gerbergasse sicherer fühlten als auf einem Stellplatz hinter der Bank. Es gab auch Stimmen, die das Thema differenzierter sahen.

Gemeinderat Karlheinz Hofmann (SPD) wies darauf hin, dass die Bushaltestelle einen Platz direkt vor der Eisdiele erhalten soll. "Dort wo jetzt das Buswartehäuschen steht, könnte man vier oder fünf Stellplätze schaffen", sagte er. Dauerparker, fuhr der Redner fort, schrecke man mit einer zeitlichen Beschränkung ab. Gut ausgeschildert würden sich die neuen Parkplätze nicht negativ auf Gastronomie, Gewerbe und Veranstalter auswirken, meinte Jürgen Jetschina, der auch kein Entfernungsproblem erkennen konnte. Verständnis brachte er auf für den Einwand, dass sich ältere Mitbürger hinter der Bank unsicher fühlten. Ferner gab er zu bedenken: "Was passiert, wenn der Vertrag zwischen Bank und Gemeinde über die öffentliche Nutzung der Parkplätze außerhalb der Geschäftszeiten ausläuft oder ein neuer Vorstand einer solchen kritisch gegenübersteht?" Das letzte Wort in der umstrittenen Angelegenheit ist noch lange nicht gesprochen. Greim und Augsten versicherten den Bürgern, verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten für einen Raiffeisenplatz zu entwerfen. Diese sollen bei einem der vier Arbeitskreise erörtert werden, die vor den Sommerferien stattfinden. Nachdem man im Rathaus und vor der Raiffeisenbank das Thema Parkplätze erschöpfend abgehandelt hatte, unternahmen man noch einen Abstecher zum ehemaligen Flussbad, wo sich die Jugendlichen einen Rückzugsort zum Chillen, Grillen und Musikhören wünschen.

Der Wunsch wurde von den Erwachsenen - Jugendliche waren nicht anwesend - zwar nicht generell abgelehnt, allerdings wurde die Befürchtung geäußert, dass es zu Lärmbelästigung und Vandalismus kommen könne. Rolf Gnatzy schlug vor, am Bootshaus in Altenkunstadt sowie in den Ortsteilen Strössendorf und Maineck Anlegestellen für Kanufahrer zu schaffen.

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