Altenkunstadt
Gemeinderat

Altenkunstadter Bootshaus als Ort der Begegnung

Mit dem Abriss und Neubau des Gebäudes bietet sich die Chance zur Aufwertung des Areals am Main.
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Das bei einem Brand beschädigte Altenkunstadter Bootshaus soll in das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept aufgenommen und im Rahmen der Städtebauförderung saniert werden.  Foto: Stephan Stöckel
Das bei einem Brand beschädigte Altenkunstadter Bootshaus soll in das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept aufgenommen und im Rahmen der Städtebauförderung saniert werden. Foto: Stephan Stöckel
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Camper und Wanderer lassen sich Essen und Getränke über die Durchreiche geben und genießen sie auf dem kleinen überdachten Vorplatz. An einem Automaten holen sich Radtouristen ihren Reiseproviant gegen den kleinen Hunger und den großen Durst. So könnte es einmal am Altenkunstadter Bootshaus zugehen, das bei einem Brand im vergangenen Jahr beschädigt worden war. Das alte Gebäude, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, soll abgerissen und neu aufgebaut werden.

Die Planungen von Gemeinderat Gunther Czepera (CSU), der in Maineck ein CAD-Zeichenbüro betreibt, gehen in diese Richtung. Der Gemeinderat verständigte sich am Dienstagabend darauf, diese weiterzuverfolgen und in das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) aufzunehmen. Im Rahmen der Städtebauförderung soll dann die Maßnahme durchgeführt werden. Zweiter Bürgermeister Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO), der den im Urlaub befindlichen Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) vertreten hatte, schätzte die Kosten auf grob 248 000 Euro. Die Höhe der staatlichen Förderung gab er mit 65 Prozent an. Mit der Wohngebäudeversicherung müsse noch abgeklärt werden, ergänzte Czepera, wie viele diese zahle. "Das wäre eine wunderschöne Aufwertung des Bereichs am Main", begrüßte Deuerling das Vorhaben.

Eine hochbetagte Altenkunstadterin hatte bis Anfang vergangenen Jahres in dem Bootshaus noch eine Gaststätte betrieben. Nach dem Brand hatte sie ihren Platz hinter dem Tresen gegen eine Unterkunft bei ihrer Tochter getauscht. Derzeit ist das Gebäude verwaist. Das soll nicht so bleiben.

Servicebereich im vorderen Teil

Czepera stellte dem Gremium anhand von Skizzen und Visualisierungen vor, wie wieder Leben einziehen könnte. In dem Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche von 145 Quadratmetern soll im vorderen Teil ein Servicebereich entstehen. "Daran schließen sich eine Küche mit Durchreiche, ein Kühlraum, ein Damen-WC, das zugleich auch Behinderten-WC ist, und eine Herrentoilette an", sagte der Experte. Auch den Einbau eines öffentlich zugänglichen Getränke- und Snackautomaten sieht das Konzept vor. Der 55 Quadratmeter große Servicebereich bietet nach Auskunft Czeperas Platz für 40 bis 50 Personen. Auf einem versetzten Pultdach könnte, so der Referent, der eine Idee von Gemeinderat Karl-Heinz Hofmann (SPD) aufgriff, eine Photovoltaikanlage angebracht werden.

Nicht unter das Isek fällt das Gebäude, das vom FC Altenkunstadt, der Wasserwacht und dem Geflügelzuchtverein genutzt wird. Es ist an den hinteren Teil des Bootshauses direkt angebaut und war bei dem Brand nicht beschädigt worden. Laut Czepera verfügt es über eine Bruttogeschossfläche von 200 Quadratmetern. In dem langgezogenen Bau befinden sich Duschen, Toiletten, Abstell- und Umkleideräume. Auch die Versammlungsräume der Fußballer und der Wasserwacht sind dort untergebracht. Denkbar wäre es auch, so Czepera, dass die Vereine den Servicebereich im Bootshaus zukünftig für Versammlungen mit nutzten. Dies müsse, so der Redner, mit den Vereinen abgesprochen werden. Bei Fußballspielen könnten Essen und Getränke über die Durchreiche ausgegeben werden.

Das kleine Holzgebäude gegenüber dem Bootshaus, das derzeit als Imbissbude fungiert, wäre damit überflüssig, so Czepera. Die Wasserwacht sucht schon seit Jahren nach einer Unterstellmöglichkeit für ihr Boot. Derzeit ist es in der Garage des Rathauses untergebracht. Neben dem Geräteschuppen des FC Altenkunstadt könnte den Planungen Czeperas zufolge eine Garage für das Boot errichtet werden. "Die Kosten würde das BRK übernehmen", sagte der Planer. Melita Braun (CSU) schlug vor, auch ein Stück vom Main, auf dem Stellplätze für Wohnmobile errichtet werden könnten, in das Isek mit einzubeziehen. Karlheinz Hofmann regte an, entlang der Flutmulde Blühwiesen anzulegen, was Deuerling begrüßte.

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