Altenkunstadt
Gemeinderat

Altenkunstadt zahlt Beihilfe zur Theisauer Brücke

An der 150 000 Euro teuren Mainüberquerung beteiligt sich die Gemeinde mit 100 000 Euro.
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Eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer überspannt den Main bei Theisau. Die Gemeinde Altenkunstadt beteiligt sich mit 10 000 Euro an den Gesamtkosten von rund 150 000 Euro.  Foto: Stephan Stöckel
Eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer überspannt den Main bei Theisau. Die Gemeinde Altenkunstadt beteiligt sich mit 10 000 Euro an den Gesamtkosten von rund 150 000 Euro. Foto: Stephan Stöckel

Eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer überspannt seit Mitte vergangenen Jahres den Main im Burgkunstadter Ortsteil Theisau. Obgleich sich das Bauwerk auf Burgkunstadter Stadtgebiet befindet, beteiligt sich die Gemeinde Altenkunstadt im Rahmen der kommunalen Zusammenarbeit mit 10 000 Euro an dem rund 150 000 Euro teuren Bauwerk.

Ein entsprechender Wunsch Burgkunstadts stieß beim Altenkunstadter Gemeinderat, der am Dienstagabend im Rathaus tagte, auf eine überwältigende Zustimmung. Stephanie Dittrich (Grüne) erinnerte daran, dass sich Burgkunstadt auch an der Aufwertung des Kordigasts finanziell beteilige. "Der Antrag ist daher nicht aus der Luft gegriffen", sagte sie. Thorsten Schmidtke freute sich über die neue Brücke, die es den Theisauern wieder ermögliche, die Prügeler Kerwa auf direktem Wege per pedes oder Zweirad zu besuchen. Bürgermeister Robert Hümmer (CSU), der die Baumaßnahme als sinnvoll begrüßte, zeigte sich zugleich überrascht darüber, nicht zur Einweihung eingeladen gewesen zu sein.

Großzügige Unterstützung

Mit Blick auf den Zuschuss des Landkreises in Höhe von 3000 Euro bewertete Melita Braun (CSU) die Altenkunstadter Summe als großzügig. An der Vorgängerbrücke hatte der Zahn der Zeit genagt. Wegen Einsturzgefahr wurde der alte Brückenschlag durch einen neuen ersetzt. Die von dem Weismainer Bauunternehmen Dechant errichtete Mainüberquerung wird nicht nur von Burgkunstadter Bürgern gerne genutzt, sondern auch von Einwohnern aus Baiersdorf, Prügel und Maineck.

Nicht nur auf dem Altenkunstadter Friedhof, sondern auch auf dem Gottesacker im Ortsteil Maineck wird es eine anonyme Bestattungsmöglichkeit geben. Das teilte der Bürgermeister auf Nachfrage von Gemeinderat Walter Limmer von der Jungen Wähler Union (JWU) mit. Dabei handelt es sich um ein ringförmiges Gräberfeld für acht Urnen mit einem Gedenkstein in der Mitte. Darauf kann, falls gewünscht, auch der Name des Toten eingetragen werden. Sprichwörtlich mit den Füßen treten kann man derzeit die Gedenktafel des Heimatdichters Franz-Joseph Ahles (1869 bis 1939) auf dem Altenkunstadter Friedhof, der als "Sänger vom Kordigast" in die regionale Geschichte eingegangen ist. Der derzeitige Zustand wird von vielen als würdelos empfunden. Der Bauausschuss hatte deshalb 2018 bei einem Ortstermin beschlossen, die Tafel an einem neuen Standort erhaben auf einem Pult aufzustellen. Da der Literat aus Burkheim in diesem Jahr am 10. April seinen 80. Todestag und am 18. September seinen 150. Geburtstag feiert, wollten Ludwig Winkler von den Freien Bürgern der Ortsteile (FBO) und die CSU-Gemeinderätin Walburga Kraus (CSU) vom Bürgermeister wissen, ob man einen solchen gefunden habe. Dieser teilte mit, dass unweit der bisherigen Grabstätte von einem Steinmetz die Gedenktafel aufgestellt werde.

"Spielwinix": Ortstermin steht an

Winkler hakte auch bei der Zufahrtsregelung für den keltischen Spielplatz "Spielwinix" nach, der im Frühjahr auf dem Kordigast errichtet wird. Der Bürgermeister teilte mit, dass es am 18. Februar einen Ortstermin geben werde. "Bei dem Treffen werde ich noch einmal den Standpunkt darlegen, dass zwischen den Gasthäusern "Waldfrieden " und "Steinerne Hochzeit " kein Durchgangsverkehr erlaubt werden soll", versprach der Bürgermeister.

Bei einem Bürgergespräch im Maineck hatte ein Einwohner davon gesprochen, dass sich die Jugend des Dorfes eine Wiederbelebung des Bolzplatzes wünsche. Nachdem der Spielplatz an den Bergweg verlegt und die alten Tore abgebaut worden waren, wurde die Wiese zur Beweidung verpachtet. Walter Limmer von der Jungen Wähler Union (JWU) fragte nach, was sich diesbezüglich getan habe. "Zur Kirchweih findet ein Fußballspiel statt. Die Tore werden von den Fußballvereinen aus Woffendorf und Baiersdorf ausgeliehen", erläuterte Hümmer. Auf Nachfrage dieser Zeitung teilte er mit, dass kein Wunsch nach einer Wiederbelebung des Bolzplatzes an ihn herangetragen worden sei. Sollte dieser dennoch bestehen, werde er sich um eine Lösung bemühen.

Laut Hümmer soll bis Ende 2019 der Mobilfunkmast auf dem Külmitzberg stehen. Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff ergänzte, dass noch im Februar Rodungsarbeiten stattfänden.

Jan Riedel und die Freien Bürger der Ortsteile (FBO) sind seit kurzem geschiedene Leute. Wegen zahlreicher Alleingänge - erinnert sei nur an seine überzogene Kritik an der Auswahl des Dienstwagens von Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) - hatte ihn die Fraktion der Freien Bürger der Ortsteile (FBO) per Mehrheitsvotum aus der Fraktion ausgeschlossen.

Die Retourkutsche folgte in der jüngsten Gemeinderatssitzung: Der Strössendorfer wollte eine Abwahl von Zweitem Bürgermeister Georg Deuerling (FBO) erzwingen. Am Ende stand er mit leeren Händen da. Sein durchsichtiges Manöver begründete der Fraktionslose in seinem Antrag mit dem knappen Abstimmungsergebnis, das Deuerling bei seiner Wahl erzielt hatte. Mit einer Stimme Mehrheit hatte er sich damals gegen seine Mitbewerber Almut Schuhmann (SPD) und Hans-Werner Schuster (CSU) durchsetzen können.

"Gerade auch im Hinblick auf die damalige, knappste aller möglichen Mehrheiten wäre es ein Zeichen von Fairness und politischem Anstand, sich nach dem perfiden Ausschluss eines ehemaligen Fraktionskollegen einer neuen Abstimmung zu stellen", schreibt Riedel in seinem Antrag.

Dazu kam es dann auch, obwohl Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff und Bürgermeister Robert Hümmer mit Verweis auf die Gemeindeordnung betont hatten, dass eine Neuwahl eines Bürgermeisters nur in bestimmten Fällen, wie einem Wegzug oder Wechsel in eine andere Körperschaft (z. B. Landkreis), möglich sei. Mit 14 zu drei Stimmen wurde sein Antrag zur vorzeitigen Neuwahl eines zweiten Bürgermeisters abgeschmettert. Auf Riedels Seite hatten sich Frank Novotny von den Sozialen Bürgern (SB) und Gabriele Göring (CSU) geschlagen.

Das Los musste entscheiden

Wegen des Ausschlusses von Jan Riedel aus der FBO-Fraktion mussten die Ausschüsse neu besetzt werden. Die veränderte Situation führte dazu, dass Thorsten Schmidtke von den Jungen Bürgern und Riedel den gleichen Anspruch auf einen Sitz im Bauausschuss, sowie im Haupt- und Finanzausschuss hatten. Das Los musste entscheiden. Die Losfeen Melita Braun (CSU) und Walter Limmer von der Jungen Wähler Union (JWU) zogen jeweils Schmidtke. Damit verlor Riedel seinen Sitz im Bauausschuss an Schmidtke, während Schmidtke seinen im Haupt- und Finanzausschuss behielt.

Auch mit einem anderen Antrag scheiterte Riedel. Fraktionsvorsitzende erhalten eine Aufwandsentschädigung von monatlich 40 Euro, egal wie groß die Fraktion ist. Da in größeren Fraktionen mehr Arbeitsaufwand anfalle, plädierte der fraktionslose Gemeinderat dafür, eine monatliche Zusatzpauschale in Höhe von zehn Euro pro Fraktionsmitglied an den Vorsitzenden zu zahlen. Dies würde, so Riedel, der Gemeinde auch Kosten sparen. Mit seiner Neureglung konnten sich nur Stefanie Dittrich und Frank Novotny anfreunden. Die anderen Ratsmitglieder lehnten sie ab.



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