Wiesen
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Alltagstrott und Trottel des Alltags auf der Wiesener Theaterbühne

Seit fast 20 Jahren begeistert die Theatergruppe "Rampenlicht" in Wiesen. Auch diesmal war "Alles paletti".
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Hans und sei n Freund Udo, Frau von Fleckenstein und Gisbert (von links) - das Durcheinander scheint perfekt. Foto: Franz Böhmer
Hans und sei n Freund Udo, Frau von Fleckenstein und Gisbert (von links) - das Durcheinander scheint perfekt. Foto: Franz Böhmer
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Die Theatertage in Wiesen feierten Premiere mit der Theatergruppe "Rampenlicht". Seit dem Jahr 2000 stehen sie auf den "Brettern, die die Welt bedeuten". Gespielt wurde in der Scheune der Gastwirtschaft Hellmuth der Schwank in drei Akten von Rolf Salomon "Alles paletti".

Rhythmisches Klatschen am Ende der Vorstellung. Ein Indiz für die gute schauspielerischen Leistung der ehrenamtlichen Spielerschar. Die Zuordnung der Rollen durch Regisseur Gregor Schober war einmal mehr treffend. Als Urgestein in der noch jungen Geschichte der Theatergruppe kann Kunigunda Wohnig bezeichnet werden. Als Oma des Hauses verkörperte sie eine der Hauptrollen. Erstmals war heuer Robert Deuerling in die Spielerschar integriert.

"Es plagt einen vor dem ersten Auftritt schon etwas das Lampenfieber", meinte er. Sein Fazit am Ende: Man wird ermutigt, mitgetragen, wächst mit der Spieldauer. Wichtig sei, dem Publikum zwei unterhaltsame Stunden zu bieten.

Zum Inhalt: Der Alltagstrott im Eheleben von Hans Oberdorfer und seiner Frau Franzi zeigt sich besonders beim Frühstück. Ehefrau Franzi ist genervt, dass ihr lieber Gatte stets seine volle Aufmerksamkeit der Tageszeitung schenkt. Ein Lottogewinn kommt ihr da gerade recht. Ihrem Mann verschweigt sie den Gewinn und flunkert ihm statt dessen etwas von einer Beerdigung einer entfernten Verwandten in Griechenland vor. Ihre Freundinnen Hilde und Biggi überzeugt sie von einer gemeinsamen Reise. Das Sorgenkind des Hauses ist die Oma. Unverblümt mischt sie sich ein, sorgt für Verwunderung oder Verärgerung. Ihr Sohn Hans muss sie stets ermahnen, ihre Tabletten einzunehmen. Das tut sie dann auch und bedient sich kurzerhand der "blauen Tabletten" aus dem Nachtischkästchen ihres Sohnes. Die Turbulenzen im Haus nehmen nach Abreise der Frauen zu: Udo Schiesser, der Freund von Hans, lädt seine Internetbekanntschaft Borbola Valeria ins Haus seines Freundes ein. Überraschend trifft die Tante von Franzi, Frau von Fleckenstein, ein. Die Oma empfängt noch ihren Freund Gisbert. Der Lover von Oma hat es nicht einfach, wird er doch auch von der angereisten Tante aus Griechenland betört. Alles andere, als eine Liebelei mit Hans und Udo zu beginnen, hat die ominöse Internetbekanntschaft von Udo im Kopf. Am Ende sehen sich die Daheimgebliebenen in einer misslichen Lage. Franzi kehrt mit ihren Freundinnen vorzeitig von der Reise heim, kein Mensch im Haus und nur noch ein einziges Möbelstück. Bei allem Ärger verbunden mit ihrer Reise tröstet sie sich, dass ihr Mann wohl neue Möbel bestellt hat: Erklärungsnotstand auf beiden Seiten. Die frohe Kunde, warum Frau von Fleckenstein zu Besuch ist, scheint das Vergangene in Wohlgefallen umzuwandeln.

Regisseur Gregor Schober bedankte sich am Ende beim Publikum, den Spendern, Vorverkaufsstellen, der Wirtsfamilie Hellmuth und nicht zuletzt beim gesamten Helferteam.

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