Bad Staffelstein
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Albert Hammond: Hitmaschine auf der Staffelsteiner Seebühne

Der Weltstar sorgt für den schönsten Sommerabend zwischen Staffelberg und Kloster Banz.
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Hammond wirkte freundlich und natürlich. Der Mann hatte sichtlich Spaß dabei, für Fans einen Musikabend zu spielen.Markus Häggberg
Hammond wirkte freundlich und natürlich. Der Mann hatte sichtlich Spaß dabei, für Fans einen Musikabend zu spielen.Markus Häggberg
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Wo beginnen? Damit, dass Albert Hammond spielfreudig ist? Oder damit, dass er im Grunde berühmter ist, als man so denkt? Der 75-jährige Weltstar verblüffte am Samstagabend eine voll besetzte Seebühne und ließ es sich nicht nehmen, durch die (Sitz-)Reihen seiner Fans zu gehen.

Vorfreude, Nostalgie, Neugierde - das ungefähr war die Gemengelage, die vor 19 Uhr über dem Gelände der Seebühne lag. Man sah in die Gesichter der Fans, die zumeist über 50 waren, und einige waren noch älter und vereinzelt gar mit dem Rollator da. Und an dieser Stelle wurde einem klar, dass auch sie mal jung waren und in einer Zeit Eltern hatten, in der diese Musik von jenen vielleicht noch abgelehnt wurde.

Drei Welthits hintereinander

Tatsächlich ist Hammond schon 75, aber das merkte man ihm nicht an. Punkt 19 Uhr stand er mit seiner Band auf der Bühne und was dann passierte, machte stutzig: Der Mann spielte gleich drei seiner Welthits hintereinander und man mochte sich die Frage stellen, ob er damit sein Pulver nicht allzu schnell verschösse. Eben nicht und das war das Erstaunliche. In der Folge sollte Hammond immer wieder mal am Rand der Seebühne stehen und zu seiner Musik und davon erzählen, für wen er diesen oder jenen Song geschrieben hatte. So spielte er "One Moment in Time", das er für Whitney Houston komponierte, so spielte er auch Tina Turners "I Don't Want to Lose You" oder Joe Cockers "Don't you love me Anymore" - allesamt Hammond-Songs. So wie auch "The Air that I Breathe" von den Hollies oder "When I Need You" von Leo Sayer. Zu Hammonds "Kunden" zählten auch Chris de Burgh, Diana Ross, Tom Jones, die Carpenters oder Julio Iglesias. Damit war klar, dass der eher kleine und federleicht wirkende Mann auf der Bühne ein Riese im Musikbusiness ist. Der Riese lehnte sich mitunter an seinen E-Gitarristen und hopste mit ihm Rücken an Rücken wie ein Flummy über die Bühne oder erzählte von Privatem, etwa von seiner 99-jährigen Mutter und welches seiner Lieder sie so mag. Es herrschte Nähe.

Heyder war hinter Hammond her

Gaby Heyder ist Konzertveranstalterin. Sie hat schon so ziemlich alle gesehen und hinter dem 1944 in London geborenen Hammond war sie schon seit Jahrzehnten her. Ihn zu bekommen, gelang ihr nun erstmalig. Ob der schöne Ort Seebühne mit seinen bald 1000 Sitzplätzen dafür mit ausschlaggebend war? Jedenfalls habe sie den Leuten, die für Hammond die Tour planen, "ungefragt Bilder vorgelegt". Heyder gegenüber steht eine andere Dame, die auch ins Organisatorische im Musikgeschehen eingebunden ist. Sie berichtet von persönlichen Begegnungen mit Hammond und ihr Urteil zu dem Weltstar fällt eindeutig aus: "Der ist total furchtbar nett und sehr höflich."

Eine, die besonders von Hammonds Freundlichkeit profitierte, war Ingrid Heinel. Die Frau aus Ahorn mit Arbeitsplatz in Lichtenfels freute sich sichtbar unbändig, als Hammond von der Bühne hinüber zu seinen durch einen Wassergraben getrennten Fans ging. Wenig später hatte er sie in den Arm genommen und er sollte noch viele, viele Hände schütteln und Menschen umarmen, bis er wieder zurück auf der Bühne war. Als "einmalig und überwältigend" empfand Heinel das Erlebte.

Das dürfte für viele Besucher das Fazit des Abends gewesen sein, erst recht, als Hammond in seiner Zugabe die beiden Songs sang, die man in besonderer Weise mit ihm verbindet: "It Never Rains in Southern California" und "The Free Electric Band". Hinten rechts von der Bühne aus gesehen, zog auch ein anderer Besucher sein Fazit. Big Player nennt er sich, weil er schon auf 200 Oldiekonzerten war. "Der ist wie ein Zirkuspferd, der muss auf die Bühne", sagt Big Player über Hammond, der ihm an diesem Tag noch ein Schrifttum mit "Albert Hammond, Bad Staffelstein 2019" signiert habe. Das Zirkuspferd Hammond schien selbst Gefallen an dem Abend in der Seebühne gefunden zu haben.

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