Ebensfeld

Aktive Hilfe für Hörgeschädigte in Ebensfeld

Die Gemeinde Ebensfeld hat eine mobile Anlage zur Unterstützung hörgeschädigter Menschen angeschafft. Die Anlage wird im Rathaus eingesetzt, damit Schwerhörige künftig selbstständig Behördengänge erledigen können.
Artikel drucken Artikel einbetten
Bürgermeister Bernhard Storath (links) und Behindertenbeauftragte Lydia Trütschel probieren die mobile Anlage zur induktiven Hörunterstützung aus.  Fotos: Jennifer Hauser
Bürgermeister Bernhard Storath (links) und Behindertenbeauftragte Lydia Trütschel probieren die mobile Anlage zur induktiven Hörunterstützung aus. Fotos: Jennifer Hauser
+1 Bild
Beim Beratungsgespräch nur die Hälfte zu verstehen, ist für viele Hörgeschädigte ein großes Problem, weswegen sie den Weg ins Rathaus nur ungern auf sich nehmen. Dieses Problem soll in Ebensfeld nun durch die Anschaffung einer mobilen Anlage zur induktiven Hörunterstützung gelöst werden.

"Es gibt natürlich immer was zu verbessern", sagt Bürgermeister Bernhard Storath (CSU), "da ist es gut, dass unsere Behindertenbeauftragte uns immer wieder anstößt." Lydia Trütschel, die Behindertenbeauftragte, weiß, wo es hakt. "Eine Bürgerin, die sehr schlecht hört, ist auf mich zugekommen und hat von dem Problem erzählt", sagt sie.
Besonders bei längeren Beratungsgesprächen seien solche Unterstützungen für Hörgeschädigte wichtig.

Das vergangene Woche angeschaffte Gerät kann sowohl von Menschen mit Hörgerät als auch von Menschen ohne Hörgerät benutzt werden.

Funkwellen ans Hörgerät

Der Hörgeschädigte bekommt einen Empfänger, in den er entweder Kopfhörer oder eine Induktionsschleife einstöpseln kann. Die Induktionsschleife sendet Funkwellen ans Hörgerät. Dadurch kann der Besitzer des Geräts vernehmen, was sein gegenüber ins Mikrofon spricht. Momentan gibt es im Rathaus nur einen Empfänger, weshalb immer nur ein Hörgeschädigter das Gerät benutzen kann. Wenn die Nachfrage jedoch steigt, wird die Gemeinde weitere Empfänger zum Stückpreis von 180 Euro anschaffen.

"Man kann sich damit besser auf sein Gegenüber konzentrieren und verfolgen, was einem erklärt wird", sagt Bernhard Storath. Dies sei wichtig, damit zum Beispiel bei der Rentenberatung alle Informationen beim Bürger ankommen. Weil das Gerät ein Mobilteil ist, kann es überall eingesetzt werden: bei Sitzungen, Einweihungen oder auch Beerdigungen. "Wer das Gerät braucht, kann es bei uns ausleihen", sagt Lydia Trütschel. Es wird im Bürgerbüro aufbewahrt. Dort kann es von Interessenten unter der Telefonnumer: 09573/96080 angefordert werden. "Sie sollen den Mut haben, zu uns zu kommen und sagen, dass sie die Unterstützung brauchen", sagt Lydia Trütschel, die sicher ist, dass das Gerät für viele Bürger eine Hilfe sein kann.

Unterstützung aus Bayreuth

Die Anschaffung der mobilen Anlage zur induktiven Hörunterstützung kostete 1000 Euro. Allerdings bekommt die Gemeinde Ebensfeld dafür eine Förderung des Integrationsamtes Bayreuth. Bürgermeister Bernhard Storath weiß, dass die Gleichstellung aller Bürger noch nicht erreicht ist, doch dies sei "ein kleiner Schritt in die richtige Richtung".
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren