Lichtenfels
Förderung

Abstimmung über Baumaßnahmen in Klosterlangheim erneut vertagt

Über ein Kooperationsprojekt für Klosterlangheim diskutierte die Lokale Aktionsgruppe Obermain. Die geplanten Baumaßnahmen spielen dabei eine Rolle.
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Klosterlangheim soll Teil des Kooperationsprojektes "Zisterziensische Klosterlandschaften" werden. Foto: Matthias Einwag
Klosterlangheim soll Teil des Kooperationsprojektes "Zisterziensische Klosterlandschaften" werden. Foto: Matthias Einwag

Langheim, Ebrach und Waldsassen haben eines gemeinsam: Sie besitzen ein zisterziensisches Kloster. Im Rahmen des Kooperationsprojektes "Vielfalt in der Einheit - Zisterziensische Klosterlandschaften in Mitteleuropa" sollen durch eine LEADER-Förderung in Höhe von 120 000 Euro die Klosterlandschaften transnational unterstützt werden. Ebrach und Waldsassen sind bereits Teil dieses LEADER-Projektes. Nun soll auch Klosterlangheim mit vernetzt werden. Träger wäre dabei die Stadt Lichtenfels. LEADER ist ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union, mit dem innovative Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden.

"Es wäre möglich, einzelne Teilprojekte durchzuführen. Die Stadt hat dabei an ein 3D-Projekt und einen Laserscan gedacht", erklärt Geschäftsführerin Andrea Musiol bei der Vorstellung des Projektes im Entscheidungsgremium der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Region Obermain e.V. "Im Vordergrund stehen die jeweiligen Klosterlandschaften und nicht die Gebäude."

"Die Planungen des Projekts für Klosterlangheim sind im Moment noch relativ dürftig", stellt Bezirksheimatpfleger Günter Dippold fest, "es scheint so, als wären sie einfach von der europäischen Vorlage übernommen worden."

Nachhaltigkeit sicherstellen

Ein weiteres Problem, das die LAG Region Obermain sieht, ist der Punkt der Nachhaltigkeit. "Die Stadt kann nicht die gesamten Aufgaben an den Verein der Heimatfreunde übertragen", sagt Günter Dippold.

"Die Stadt soll sicherstellen, dass die Nachhaltigkeit auch über den Verein hinaus gegeben ist. Eine dauerhafte Rücksicherung ist die Aufgabe der Stadt Lichtenfels", fügt Landrat und Vorsitzender Christian Meißner (CSU) hinzu.

Entscheidung im Stadtrat vertagt

Eine dauerhafte Lösung wäre auch im Sinne der Baumaßnahmen, die in Klosterlangheim geplant sind. Anders als angekündigt, fällt eine Entscheidung darüber allerdings nicht in der Stadtratssitzung im April, sondern erst im Mai oder Juni, wie ein Vertreter der Stadt mitteilt. Die aufgekommenen Fragen des Stadtrates sollen zuerst geklärt sein, bevor man über das Bauprojekt entscheide.

Sollte der Stadtrat allerdings gegen die Baumaßnahmen stimmen, würde sich das auch auf das Kooperationsprojekt auswirken. Die Teilhabe an diesem Projekt werde sehr schwierig, falls der Stadtrat sich der Baumaßnahmen verschließe, so Citymanager Steffen Hofmann. So wie beispielsweise der Zustand des Museums aktuell sei, könne man dort keine multimedialen Teilprojekte innerhalb des Kooperationsprojektes durchführen. Zudem sind die Baumaßnahmen erforderlich, um das Europäische Kulturerbe-Siegel zu erhalten. Bei diesem würde man auch mit der Teilhabe am Zisterzienser-Projekt punkten. "Für die Stadt sind die zisterziensischen Klosterlandschaften eine Chance, nachhaltigen Tourismus zu entwickeln", sagt Steffen Hofmann.

Da die Zahlen für das gesamte Projekt noch nicht vorliegen, kann noch nicht endgültig über die einzelnen Maßnahmen abgestimmt werden. Die Bereitschaft, Klosterlangheim in das Projekt miteinzubeziehen, ist aber da. Zuerst liegt es aber nun an der Stadt und dem Stadtrat Lichtenfels, Entscheidungen zu treffen.

Derzeit befindet man sich im vorletzten Jahr der LEADER-Förderung. Bis zum Jahr 2020 stehen noch knapp 600 000 Euro für Einzelprojekte zur Verfügung. Wofür dieses übrige Geld noch verwendet wird, ist noch völlig offen. "Wenn jemand eine innovative Idee hat, von der wir alle überzeugt sind, darf er sich jederzeit melden", sagt Christian Meißner. Der Kreistag soll in diese Entscheidung ebenfalls mit einbezogen werden.

Grabungen vor Abschluss

Möglicher Abnehmer für einen Teil des Geldes könnte die Keltengrabung am Staffelberg sein. Bis Mai soll dort noch weiter gegraben werden, danach sollen Entscheidungen getroffen werden. Man stehe am Ende der Grabungen vor der Frage, wie man weiter vorgehen solle, sagt Christian Meißner.

Die Funde, die man ausgegraben hat, waren für die Experten sehr hilfreich und von großer Bedeutung. "Sie waren selbst überrascht, wie viel sie daraus ablesen konnten", fasst Christian Meißner zusammen. Es könnte durchaus etwas Großes gewesen sein. Alles über einer Höhe von 5,40 Metern sei Spekulation. So groß war das Tor, das man ausgegraben hat. Ob und was darüber noch gebaut war, wisse man aber nicht

Für die Bevölkerung sind die Grabungen ein spannendes Thema. Über 40 Exkursionen haben stattgefunden. Der nächste Termin für eine öffentliche Führung ist der 16. Mai.



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