Bad Staffelstein
Kirche

Abschied von der Gemeinde auf Zeit

Pfarrer Helmuth Bautz hat die Kur- und Urlauberseelsorge in Bad Staffelstein aufgebaut. Nach 15 Jahren gibt er diese Aufgabe ab.
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Der Mondscheinspaziergang ist eines der erfolgreichsten Angebote der Kur- und Urlauberseelsorge. Archivfoto: Matthias Einwag
Der Mondscheinspaziergang ist eines der erfolgreichsten Angebote der Kur- und Urlauberseelsorge. Archivfoto: Matthias Einwag
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Mit ihm fing vor 15 Jahren die Geschichte der Kur- und Urlauberseelsorge an, nur wird er sein Amt übergeben: Pfarrer Helmuth Bautz hat angekündigt, im September seine Aufgabe als Urlauberseelsorger in Bad Staffelstein zu beenden. Wie war das damals, als er als evangelischer Pfarrer in der Stadt Neuland betrat?

"Man muss natürlich sagen, dass meine Kollegen vor Ort hier in Bad Staffelstein schon einige Vorarbeit geleistet haben", meint Bautz mit Blick auf Sabine Schmid-Hagen und Matthias Hagen. "Sie haben schon immer die Kur- und Urlaubsgäste im Blick gehabt." Dass es die Stelle überhaupt gebe, sei ihnen zu verdanken: "Sie haben schon früh darauf aufmerksam gemacht, dass Bad Staffelstein eine aufstrebende Urlauberstadt ist." Daraufhin wurde eine halbe Stelle ausgeschrieben.

Von 2000 bis 2003 war Bautz Gemeindepfarrer in Lichtenfels. Doch das Pfarrhaus dort war ungeeignet für die Bedürfnisse seiner gehbehinderten, kranken Tochter. So wechselte er als Lehrer an die Berufsschule nach Bamberg. In Ebensfeld fand die Familie ein passendes Haus.

Auch als Lehrer an der Schule

Zunächst meldete sich niemand auf die neue Stelle und Bautz wurde angesprochen, ob er diese Aufgabe übernehmen könne. Er sagte zu, daneben erhielt er eine weitere halbe Stelle als Lehrer am Meranier-Gymnasium in Lichtenfels. "Auch für diese Aufgabe schlägt mein Herz, das wird oft übersehen."

Er habe sich zu Beginn erst einmal in die kirchliche Gemeindearbeit vor Ort eingebracht, sei dann aber schnell daran gegangen, Angebote zu entwickeln. Er hatte sich zuvor eingelesen und besuchte auch Tagungen mit anderen Kur- und Urlauberseelsorgern. "Ich ging auch davon aus, was würde mich reizen."

Die erste Idee war ein Morgengebet im Kurpark, den Tag dort willkommen heißen. Ein Sonnenaufgangsgottesdienst schwebte ihm vor. "Doch dann hab ich mal auf dem Staffelberg geschaut, wo sie aufgeht, aber das ist dort an einer Stelle, an der man kein Gefühl von Berg hat." Also überlegte er, ob man nicht stattdessen einen Mondscheinspaziergang anbieten könnte, und zuvor den Sonnenuntergang erleben.

Doch der Start in die neue Reihe erwies sich 2005 als nicht ganz einfach, denn eines hatte Bautz beim ersten Mal nicht bedacht: "Ich habe nur darauf geschaut, wann ist Vollmond. Und dann gehen wir hinaus und es wird schön." Doch die Mondaufgangszeit war um 23.25 Uhr - und der Spaziergang endete bereits um 23 Uhr.

"Ich konnte dann nur sagen: Auf dem Heimweg werden sie vielleicht dann den Mond sehen. Das waren Dinge, die musste ich einfach lernen", lacht er. Heute ist der Mondscheinspaziergang eines der erfolgreichsten Formate.

Seine Angebote waren offen für alle Interessierten, obwohl sie evangelisch geprägt waren. Vor zehn Jahren kam der katholische Pastoralreferent Josef Ellner hinzu. "Das war dann schon eine Entlastung für mich. Außerdem entwickelte sich eine fruchtbare Zusammenarbeit."

Weist die Kur- und Urlauberseelsorge auch den Weg zu neuen kirchlichen Angeboten? "Es waren die Touristiker, die entdeckt haben, dass diese Sinnfrage eine Rolle spielt. Vor 10, 15 Jahren stand noch Wellness im Vordergrund. Doch wenn die Menschen einmal zur Ruhe kommen, dann tauchen all diese Dinge auf, die sie sonst verdrängen." Dazu gehöre eine Sehnsucht nach Spiritualität. "Dann suchen sie auch das in einer anderen Form. Wir merken trotzdem, dass viele Urlauber den klassischen Gottesdienst besuchen."

Heimische Gemeinde wichtig

Die Angebote der Kur- und Urlauberseelsorge seien niederschwelliger, geeignet für Leute, die einfach mal mitmachen wollen. "Es ist aber kein Klamauk, den wir anbieten, wir wollen nicht Leute bespaßen", betont Bautz. Es brauche eine gastgebende Gemeinde, die wie ein Anker vor Ort sei. "An manchen Orten ist der Tourismus so groß, dass das Gegenüber untergeht. Man braucht Einheimische, die anderen Menschen erzählen, wie es vor Ort ist. Und das tut auch der Gemeinde selber gut."

Das Amt bleibt in der Familie, Schon vorher hatte Bautz sich die Stelle mit seiner Frau Anja geteilt, sie übernimmt sie im September nun ganz. Helmuth Bautz hat nämlich noch eine dritte Aufgabe. Er kümmert sich um die Jugendarbeit in Zapfendorf, Bad Staffelstein und Herreth. Er möchte sich auf die Aufgaben als Lehrer und Jugendpfarrer konzentrieren: "Es ist auch eine Chance für die Kur- und Urlauberseelsorge, wenn sich etwas verändert."

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