LKR Lichtenfels
Baur-Neujahrsempfang

Zuversicht statt Klagelied bei Baur

Die Zahlen waren im Vorjahr besser, die Stimmung nicht. Die Baur-Gruppe, größtes Unternehmen am Obermain, hat 200 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.
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Applaus für die launigen Begrüßungsworte von Georg Freiherr von Waldenfels beim Baur-Neujahrsempfang im Kaisersaal von Kloster Banz. Geladen waren Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Vorne von links Landrat Christian Meißner, die Bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und CSU-Bezirksvorsitzender Hans-Peter Friedrich. Links bzw. rechts der Bildmitte Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner. Foto: Barbara Herbst
Applaus für die launigen Begrüßungsworte von Georg Freiherr von Waldenfels beim Baur-Neujahrsempfang im Kaisersaal von Kloster Banz. Geladen waren Vertreter von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Vorne von links Landrat Christian Meißner, die Bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und CSU-Bezirksvorsitzender Hans-Peter Friedrich. Links bzw. rechts der Bildmitte Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz und Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner. Foto: Barbara Herbst
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Vor welch großen Veränderungen der gesamte Handel steht wurde beim festlichen Baur-Neujahrsempfang einmal mehr deutlich. Stillstand bedeutet Rückschritt, konstant ist nur der Wandel, die Digitalisierung eine der größten Umwälzungen überhaupt. Ähnliches hatte man schon im Vorjahr im Kaisersaal gehört. Damals konnte Albert Klein als Sprecher der Geschäftsführung von einer Umsatzsteigerung berichten, diesmal nicht. Vor allem die Geschäfte des Baur-Versands als Kernunternehmen blieben hinter den Erwartungen zurück, verzeichneten in der Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr sogar ein Minus. Dieses konnte dank guter Entwicklungen im Dienstleistungs- und Logistikgeschäft der Baur-Gruppe ausgeglichen werden. Zum Ende des Geschäftsjahres im Februar wird ein Netto-Umsatz von 675 Millionen Euro erwartet - acht Millionen weniger als im Vorjahr. "Wir können nicht zufrieden sein - wir brauchen uns allerdings auch nicht zu verstecken", so die Einschätzung des Sprechers. Den eingeschlagenen Weg in der Umsetzung notwendiger Verbesserungen wolle man konsequent weiter beschreiten. Besonders würdigte Klein die "ausgesprochen hohe Indentifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen". Ihre Zahl hat sich um rund 200 auf 4000 erhöht. Für den Wissenschaftscampus, der heuer noch mit der Universität Bayreuth am Standort Burgkunstadt aufgebaut werden soll, warb Klein um Unterstützer. Der Weg zu den Fördertöpfen sei seitens der Politik geebnet. Als kraft- und schwungvolles Unternehmen beschrieb auch Georg Freiherr von Waldenfels Baur. Der Beiratsvorsitzende der Friedrich-Baur-GmbH nahm locker-charmant die Begrüßung vor. Damit die Möglichkeit zu Gesprächen beim traditionellen Treffen der "Baur-Familie" nicht allzu eingeschränkt werde, gab er mit einem Augenzwinkern zu verstehen, dass überlange Reden nicht erwünscht sind. "Wir hatten hier auch schon Redner, die ihre Aufgabe an diesem Rednerpult verkannt haben", sagte er und hatte die Lacher auf seiner Seite.


Appell an die Gesellschaft

Die Angesprochenen hielten sich daran. Der neue Otto-Konzern-Vorstand Marcus Ackermann aus Hamburg nutzte die Aufmerksamkeit für einen gesellschaftlichen Appell. Gerade in bewegten Zeiten wie diesen gelte es, Haltung zu zeigen und das Feld nicht den Agitatoren von rechts oder links zu überlassen. Er rief dazu auf, als Gegenpunkt zu Wut und Hass Zuversicht zu vermitteln und die europäischen Werte zu verteidigen. Im Hinblick auf Flüchtlinge im Land sagte er, die Vielfalt der Menschen stelle einen Schatz dar; dies habe man im Unternehmen erfahren. Den Kollegen am Obermain wünschte er "eine spannende Reise in die Zukunft des Onlinehandels". Für Otto habe sich die Investition in neue Geschäftsmodelle ausgezahlt. Die Gruppe sei fünftgrößter Onlinehänder weltweit, Nummer zwei in Deutschland und konnte ihre Umsätze um rund vier Prozent steigern.


Den Wandel gestalten

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) stellte die positiven Veränderungen in der oberfränkischen Wirtschaft heraus. Noch nie habe es hier so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte gegeben. Die Strukturveränderungen sollten nicht erlitten, sondern gestaltet werden. Sie rief dazu auf, den notwendigen Anpassungen nicht mit Angst, sondern mit Zuversicht zu begegnen - weil man sich auch neue Käuferschichten erschließen könne.


Der Verantwortung bewusst

55 Seiten stark ist der Nachhaltigkeitsbericht der Baur-Gruppe, den Albert Klein beim Neujahrsempfang präsentierte. Das Unternehmen bekenne sich zu einer umfassenden Verantwortung. Mehr über Projekte und die verschiedenen Handlungsfelder erfährt man auch online unter www.baur-gruppe.com. Die Otto-Gruppe fordert von allen Lieferanten die Offenlegung der Fabrikstrukturen - auch in Risikoländern - und Nachweise zur Einhaltung gültiger Sozialstandards. In der Region zeigt Baur soziales Engagement, etwa durch Unterstützung der Burgkunstadter Tafel, Sachspenden an Schulen oder Sprachförderung für Asylbewerber. Zu den Bemühungen um Nachhaltigkeit zählen die Verwendung von umweltfreundlichem Papier, die CO 2 -Einsparung an den Firmenstandorten etwa durch effizientere Beleuchtungstechnik sowie die Solarstromerzeugung auf dem Dach des Frachtumschlagszentrums.
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