Zuerst kam ganz viel Kritik, stilles Gedenken und Protest. Auf den Pflastersteinen vor dem Lichtenfelser Rathaus lag eine Japan-Flagge ausgebreitet, Lichter standen darauf. Sie sollten an die Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima vor einem Jahr erinnern. Eine Minute wurde es ganz leise, als die rund 80 Demonstranten auf dem Marktplatz still den Menschen in Japan gedachten.

Danach wurde es wieder laut. Die neuesten Pläne der Bundesregierung, die Förderung für Solarstrom zu kürzen, stießen den Demonstranten sauer auf. Vor allem Protestreden gegen Atomkraft wurden geschwungen. "Leute, wir müssen dafür sorgen, dass die Atomkraftwerke endgültig abgeschaltet werden", rief Anne Salzbrenner den Protestierenden zu. Und Thomas Schaller setzte noch eins drauf: "Die Atomlobby will nur ihren Profit!" Am Ausstieg zweifelten sie, die Protestierer. "Überall auf der Welt werden die Akws weiter gebaut, weil es heißt, Ökostrom sei zu teuer - für wie blöd halten die uns eigentlich?", erhob Schaller seine Stimme. Die Protestierer riefen im Chor "Abschalten, abschalten!"

Und dann kam Doris Kleiner: Was Positives wollte sie sagen. "Alle, die mich kennen, wissen, dass ich mit dem Wort stolz Schwierigkeiten habe", sagte die spontane Rednerin. "Aber in letzter Zeit habe ich gedacht, ich bin stolz auf Deutschland, weil wir die Energiewende beschlossen haben. Ich bin stolz auf euch alle!", rief Kleiner; das habe sie einfach loswerden wollen.

Die Demonstration wurde vom Aktionsbündnis "Fukushima ist überall - Atomausstieg jetzt!" initiiert. Das Bündnis hatte bereits im letzten Jahr, als es nach der Katastrophe von Fukushima am 11. März 2011 zu Kundgebungen in Lichtenfels gekommen war, den Protest organisiert. Insgesamt zwölf Mahnwachen hat es 2011 in Lichtenfels gegeben.