Lichtenfels
International

Zehn Nationen auf dem 36. Korbmarkt

In Lichtenfels treffen sich Flechtwerkgestalter aus beinahe ganz Europa und präsentieren ihre Ideen.
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Mònica Guilera Subirana fertigt ihre Schalen und Körbe in einer traditionell von Fischern genutzten Technik an.  Fotos: Gerda Völk
Mònica Guilera Subirana fertigt ihre Schalen und Körbe in einer traditionell von Fischern genutzten Technik an. Fotos: Gerda Völk
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Bei der 36. Auflage des Lichtenfelser Korbmarkts waren heuer zehn Nationen vertreten, so viele wie noch nie. Neben den Flechtern, die regelmäßig nach Lichtenfels kommen, waren erstmals auch Flechter aus Belgien, Spanien und Italien vertreten.
Alexandra Marks lebt und arbeitet seit vielen Jahren im italienischen Dolcedo. Es ist ihre erste Präsenz auf dem Lichtenfelser Korbmarkt. Dabei kennt Alexandra Marks die Korbstadt noch von ihrer Ausbildung an der Korbfachschule, wie die Staatliche Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung damals noch hieß. "Vor 30 Jahren habe ich an der Korbfachschule mit der Ausbildung angefangen", berichtet Alexandra Marks. Drei Jahre dauerte die Ausbildung. Vor sieben Jahren war sie das letzte Mal auf einen Korbmarkt. Die Flechterin hat sich im Laufe der Jahre auf Taschen und Hüte spezialisiert. "Jede Frau braucht ,ihren' Hut", sagt Alexandra Marks.
Ihr Anliegen ist, dass sich die Trägerin damit behütet und somit gut fühlt. Aus dem kleinen aber feinen Angebot hat auch die Lichtenfelserin Andrea Starker den passenden Hut gefunden.
Jan de Vos und José Schilder aus Holland sind schon zum zwölften Mal auf dem Korbmarkt vertreten. In Lichtenfels können die beiden auch auf treue Stammkunden zählen. "In Holland gehen wenig Leute mit einen geflochtenen Weidenkorb zum Einkaufen", berichtet José Schilder. In Deutschland sei das dagegen ganz anders, da sehe man noch viele Leute mit einem Weidenkorb. Jan de Vos und José Schilder haben Körbe und Weide aus eigener Herstellung und Anbau im Angebot. Der Bereich um die Stadtpfarrkirche mit den zahlreichen deutschen und internationalen Flechtern wirke inspirierend, sagt José Schilder. Nicht, um die Kollegen zu kopieren, sondern um mit neuen Ideen etwas Eigenes zu machen.


Massenware? Fehlanzeige

Während des Gespräches hat Jan de Vos an einen Korb geflochten, der bereits kurz vor der Fertigstellung das Interesse eines Käufers weckte. Wann er denn fertig sei, weil er ihn kaufen wolle, fragte der Mann. Die großen Stückzahlen und die Massenware sind rund um die Stadtpfarrkirche ohnehin nicht zu finden, vielmehr die Handwerker, die sich zum Teil auf bestimmte Techniken spezialisiert haben und eigene Ideen umsetzen.


Katalanische Korbmacherin

Wie Mònica Guilera Subirana aus Spanien, deren filigrane Körbe und Schalen sofort ins Auge fallen. Die katalanische Korbmacherin hat sich auf die mediterrane Fischreusen-Technik spezialisiert, eine Technik die auf Dreiecken basiert. Vor zwei Jahren war Mònica Guilera Subirana zum ersten Mal als Besucherin auf dem Lichtenfelser Korbmarkt. Der hat ihr so gut gefallen, dass sie in diesem Jahr als Ausstellerin wieder gekommen ist.
Von kommenden Dienstag an gibt sie einen zweitägigen Kurs im Rahmen der "Sommerakademie Flechten" an der Staatlichen Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung.
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