LKR Lichtenfels
Tipps

Worauf Azubis achten sollten

Hunderte von Auszubildenden haben am Dienstag im Landkreis Lichtenfels ihre Ausbildung begonnen. Raus aus der Schule und ab in die Arbeitswelt. Ein völlig neues Terrain, in dem man sich erst einmal zurechtfinden muss.
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Über den Köpfen von Berufsneulingen schwirren so einige Fragezeichen: Wie mache ich eine Einkommenssteuererklärung? Woher bekomme ich meine Steueridentifikationsnummer? Fragen, bei denen man wissen muss, wo man sich hinwenden kann. Foto: Oliver Berg, dpa
Über den Köpfen von Berufsneulingen schwirren so einige Fragezeichen: Wie mache ich eine Einkommenssteuererklärung? Woher bekomme ich meine Steueridentifikationsnummer? Fragen, bei denen man wissen muss, wo man sich hinwenden kann. Foto: Oliver Berg, dpa
Der erste Tag am Arbeitsplatz ist ganz schön aufregend. So viel Neues, mit dem man sich auf einmal auseinandersetzen muss. Gerade war man noch in der Schule. Und schwupp sitzt man in völlig neuer und fremder Umgebung. Fragezeichen im Kopf und bürokratische Stolpersteine sind zu Beginn einer Ausbildung völlig normal. Woher bekomme ich meine Steueridentifikationsnummer? Auf wie viele Tage Urlaub habe ich Anspruch? Und wie sieht es eigentlich mit Überstunden aus?


"Jeder war einmal neu."

"Das ist eine komplett neue Lebenssituation. Am Anfang kann das einen schon fast erschlagen", sagt Claas Meyer, Jugendsekretär beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Nordbayern in Schweinfurt. Er ist auch für den Landkreis Lichtenfels zuständig. Bei allgemeinen Fragen zum Betrieb in der Firma sollte sich der Azubi nicht scheuen, seinen Ausbilder oder ältere Azubis anzusprechen. "Jeder war einmal neu. Jeder versteht, wenn man Fragen hat."

Bei Unsicherheiten in Rechts- und Vertragsfragen können sich Auszubildende an das DGB Jugendsekretariat in Schweinfurt wenden. Auf der Online-Plattform www.dr-azubi.de haben sie die Möglichkeit, anonym Fragen zu stellen. Innerhalb von drei Tagen bekommen die Azubis eine ausführliche Antwort. Ohne dass sie Mitglied beim DGB sein müssen.

Bereits seit zehn Jahren gibt es dieses Angebot für die Berufsneulinge. Über 5000 anonyme Erstkontakte hat "Dr. Azubi" seitdem schon bearbeitet. "Oft geht es um Klassiker wie Überstunden oder ausbildungsfremde Tätigkeiten", erklärt Meyer. Überstunden dürften Auszubildende eigentlich noch keine leisten. Falls dies doch vorkommt, berät der DGB, was alles gemacht werden kann, und tritt im Einverständnis des Azubis sogar an die jeweilige Firma heran.

Die größte Sorge von Auszubildenden ist laut Meyer, dass ihnen die Ausbildungsstelle doch nicht gefällt. "In der Probezeit kann man ohne Grund schriftlich kündigen. Man sollte nur schon etwas in der Hinterhand haben, wo man dann hin möchte", rät der Jugendsekretär.

Angemessen sollte auch die Ausbildungsvergütung sein. "Bei nicht tariflich geregelten Ausbildungsverträgen sollte die Vergütung mindestens 80 Prozent des Tariflohns betragen", erklärt er.


Stolperstein Finanzamt

Neben dem Lohn haben Eltern bis zum 25. Geburtstag ihrer Kinder Anspruch auf das Kindergeld. Auch über solche sozialen Sachen wie Kindergeld oder Berufsausbildungsbeihilfe berät der DGB. "Doch die sozialen Sachen sind ein komplexes Thema. Da verweisen wir meist auf unsere Mitgliedsgewerkschaften. Dort sitzen die Experten in diesem Gebiet."

Grundsätzlich sind Auszubildende steuerpflichtig. "Jeder muss Steuern zahlen", erklärt Ludwig Landvogt, Geschäftsstellenleiter des Finanzamtes in Lichtenfels. Doch wenn Azubis nicht über den Grundfreibetrag kommen, wird ihnen die Steuer am Ende des Jahres wieder zurückbezahlt. Grundsätzlich gilt: "Jeder Anfänger, der Steuern zahlt, sollte am Ende des Jahres eine Einkommenssteuererklärung machen. Die Chance ist groß, dass sie die gesamte Steuer zurückbekommen", erklärt Landvogt.

Unabhängig davon, ob Steuern gezahlt werden oder nicht, muss jeder Azubi seinem Arbeitgeber eine Steueridentifikationsnummer geben. Die elfstellige Nummer bekommt jeder zugeordnet und sollte jeder Auszubildende eigentlich schon haben. "Wenn man sie nicht mehr findet, kann sie über das Internet erfragt werden, oder man kommt einfach persönlich beim Finanzamt vorbei", sagt der Geschäftsstellenleiter. Wenn man weiß, wo der richtige Ansprechpartner sitzt, ist das alles gar nicht mehr so kompliziert.

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