Im Juli 2015 wurde die Wasserversorgung von Wolfsdorf und Grundfeld an die Fernwasserversorgung angeschlossen. Das Wasser der Quellen läuft aber nach wie vor in den Hochbehälter und der Überlauf in den Krausen-
bach.


Hartnäckiges Gerücht

Hartnäckig hält sich in Wolfsdorf das Gerücht, dass das Wasser für die Versorgung in Bad Staffelstein genutzt wird. Jetzt trat Bürgermeister Jürgen Kohmann diesen Spekulationen entgegen. Bei einem Rundgang machte er deutlich: "Das Wasser darf als Trinkwasser nicht genutzt werden, da es mit Schadstoffen belastet ist."

Bereits im Oktober 2014 hatte Kohmann in einer Bürgerversammlung von einer Häufung der Probleme gesprochen. Die Menge reiche nicht aus, die bakterielle Belastung mache das Abkochen erforderlich und die vorgeschriebene Notwasserversorgung fehle. Die Zeit zum Handeln sei gekommen. Der Stadtrat stimmte dem Anschluss an ein externes Netz zu. Am Ortsausgang von Wolfsdorf entstand ein Übernahmeschacht.

Bei der Ortsbegehung wiederholte der Bürgermeister die Argumente, die zum Anschluss führten. "Die Wasserqualität wurde immer wieder durch koliforme Keime beeinträchtigt", ergänzte der ehemalige Wassermeister Wolfgang Polster. Die Keime könnten vom Düngen der Felder mit tierischen Rückständen herrühren. Starke Niederschläge spülten in der Karstlandschaft die Schadstoffe ins Grundwasser. Die Untersuchungen des Trinkwassers seien immer aufwendiger geworden. "Das Gesundheitsamt hat uns damals schon aufgefordert, eine Lösung zu finden", so Polster. Es sei eine Pflichtaufgabe der Stadt, einwandfreies Trinkwasser in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen, sagte Bürgermeister Kohmann und fügte hinzu: "Wir sind dieser Verpflichtung nachgekommen."

Wolfgang Polster informierte die Teilnehmer des Rundgangs ausführlich über den Leitungsverlauf und die Absperrschieber. Der neue Wassermeister, Andreas Leicht, erläuterte die Funktion des Hochbehälters.
Am Krausenbach oberhalb des Hochbehälters wies Polster auf den geringen Überlauf hin und machte damit den spärlichen Zufluss von der Quelle deutlich. Die Zuflussmenge habe sich im Laufe der Jahrzehnte verringert, der Verbrauch sei dagegen erheblich gestiegen. Bei Hitze und Trockenheit schnelle der Verbrauch in die Höhe. Und dies, obwohl nur der geringste Teil des kostbaren Nass als Lebensmittel verwendet werde.


Laufbrunnen für alle

An der Kohmannquelle 1 in der Wolfsdorfer Flur, dem Ziel der Wanderung, erläuterte Wolfgang Polster das Einzugsgebiet der Quelle. Das Wasser könne auch in Zukunft genutzt werden, gab er bekannt. Die Garten- und Blumenfreunde Wolfsdorf wollten mit Unterstützung der Stadt einen Laufbrunnen am Sportplatz errichten. Dort könnten dann die Einwohner ihr Gießwasser holen. "Dann muss aber ein Schild  Kein Trinkwasser' angebracht werden", ordnete der Bürgermeister an.