"Hör doch mitm Zappeln auf - du bist wie a Hamster in sein Rod. Hock di lieber her." Rund 250 Zuhörer nahmen Wolfgang Buck am Samstagabend in der Adam-Riese-Halle beim Wort, genossen zwei Stunden lang eine musikalische Mundart-Symphonie aus Humor und Hintergründigkeit. Mit Liedern über "Ratschlag-Mobbing" und mürrische Baumarkt-Verkäufer und mit gefühlvollen musikalischen Zeitlupenaufnahmen wahren fränkischen "Glüggs" bescherte der "singende Pfarrer" dem evangelischen Dekanatskirchentag einen herrlich stimmungsvollen Auftakt.
"Vollblutfranke, Vollblutmusiker und Vollblutfranke" - mit diesen Worten kündigte Dekan Johannes Grünwald den bekannten Liedermacher an. Und Wolfgang Buck stellte zusammen mit seinen Bandkollegen einmal mehr eindrucksvoll unter Beweis, warum er 2008 den "Frankenwürfel" verliehen bekam.
Bereits nach dem Hamsterrad-Lied zum Auftakt hatte er mit seiner zutiefst warmherzigen Art die Herzen des Publikums gewonnen.
In gewohnt witzigem, musikalischem Gewand und mit Ironie gewürzt kommentierte Buck die menschlichen Schwächen. "Genauso isses", nickten die Zuhörer zustimmend, als der Mundart-Musiker im Lied "Der Ober stichd in Under" davon sang, dass einer immer am längeren Hebel sitzt und uns dies bisweilen im Alltag auch spüren lässt.
Dem verbalen "Mobbing" der uns "mit Tipps förmlich zuschaufelnden Oberschlaumeier" eine Absage erteilte Buck in "Danke für den Rodschlooch". Er schaffte dabei einen nahtlosen Übergang von der humorvollen Liedpassage über ungewünscht zugemailte Internet-Links hin zu nachdenklich machende Zeilen über ebenso gut gemeinte, aber wenig hilfreiche Ratschläge bei Depression a la "Reiß di halt a weng zamm" oder "Die Sunna scheint doch grod so schö, do konn's am doch gor net schlecht geh'". Auf dem Höhepunkt angelangt war die Stimmung in der Adam-Riese-Halle, als die Zuhörer begeistert mitsangen beim Song "Hammerned", einem Lied über einen mürrischen fränkischen Baumarktverkäufer. Ob sich im Publikum ein Baumarktverkäufer befand, ist nicht bekannt. Auf den Schlips getreten fühlen bräuchte er sich jedenfalls nicht - er könnte ja einfach im Baumarkt das Gegenteil beweisen.
Musikalische Vielfalt hat einen Namen - Wolfgang Buck. Der 54-jährige evangelische Pfarrer, der zwar am Tag nach seinem Konzert die Festpredigt des Dekanatskirchentags hielt, sich aber im Grunde auf seine Musik konzentriert hat, wechselte in seinem Konzert sehr gelungen zwischen schwungvoll-fröhlichen und sogar im Rap-Stil präsentierten, aber eben dann auch wieder eher ruhigen, musikalischen Takten.

Franken und der Sambesi


"Wenn's nach mier gehd" handelte etwa von unser aller Sehnsucht nach einer Welt, in der keiner hungern, leiden oder traurig sein muss. In "Sambesi" - Bucks "ganz persönliche fränkische Nationalhymne" - besang der Liedermacher die Schönheit Frankens vom Jura bis zum Obermain. Bucks Lieder und Texte sind immer eine Liebeserklärung an die fränkische Heimat - einerseits durch die Dialektform seiner Lieder, aber auch durch seine zwischen den Songs dargebrachten Erzählungen von den liebenswerten Eigenheiten des Franken, dessen Lieblingssportart das bewegungsarme Schafkopfen ist und dessen Sprache ("gscheid blöd") dem Nicht-Franken bisweilen paradox erscheint. Wolfgang Buck spricht einfach die Sprache des fränkischen Volkes.
"Wir haben ihn heute bereits zum fünften Mal gehört. Es ist immer wieder herrlich", waren beispielsweise auch Thomas und Diana Waas aus Bad Staffelstein hin und weg.
Dass ihn das Publikum auch an diesem Samstagabend erst nach zweimaliger Zugabe von der Bühne ließ, muss aber auch als Kompliment an seine Bandmitglieder gewertet werden, denen der verdiente Applaus genauso galt. Steff Hänisch (Schlagzeug), Rupert Schellenberger (Keyboard), Felix Lauschus (Trompete), Michael Schmidt (Bass) und Oliver Saar (Saxophon) unterstrichen mit ihren Instrumenten gekonnt die Lieder Bucks und trugen somit zu einem unvergesslichen Abend bei.
Das fränkische "Glügg" im Hier und Jetzt zu suchen und in den kleinen Freuden des Lebens zu suchen - darum geht es in dem Lied, mit dem sich Wolfgang Buck vom Publikum verabschiedete. Der "singende Pfarrer" und seine Band sind ein echter "Glüggsfall" für Franken - und 250 Zuhörer hatten ein "glüggliches" fränkisches Lächeln auf den Lippen.