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Krögelhof
Tierreich

Wie überwintern eigentlich Siebenschläfer?

Kinder und Jugendliche ließen sich in Krögelhof von Wolfgang Hüttner in die Lebenswelt dieser Tiere einführen.
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Pauline Behnke von der Jugendgruppe "Monsterpfoten" freut sich über den Siebenschläfer, den sie beim Öffnen eines Vogelkastens entdeckte.  Foto: Christa Schröder
Pauline Behnke von der Jugendgruppe "Monsterpfoten" freut sich über den Siebenschläfer, den sie beim Öffnen eines Vogelkastens entdeckte. Foto: Christa Schröder
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Die Jugendgruppe des Tierheims Lichtenfels mit dem Namen "Monsterpfoten" beteiligte sich an der jährlichen Nistkastenreinigungsaktion von Wolfgang Hüttner aus Bad Staffelstein. Mit Spachteln und Bürsten wurden bei Krögelhof. die alten Nester aus den Vogelkästen entfernt. Dabei konnten die jungen Tierschützer und deren Begleiter spannende Beobachtungen machen. Besonders eindrucksvoll war die Begegnung mit Siebenschläfern in einigen Nistkästen.

Die Aktion hatte die Leiterin der Jugendgruppe, Birgit Hartmann, zusammen mit der Kreisvorsitzenden des LBV, Marion Damm, organisiert.

Wolfgang Hüttner verstand es, die Kinder bei seiner Arbeit mit einzubinden. Er sagte, die beste Zeit zum Reinigen der Nistgeräte sei nämlich nach der Brutsaison im Herbst. Überwinternde Tiere wie Haselmaus, Garten- und Siebenschläfer sollte man aber nicht stören.
Dann müsse der Kasten vorsichtig wieder zugemacht werden. Ein Ausbürsten des Kastens reiche meistens aus. Auf Insektenspray zum Bekämpfen der Parasiten sollte aber unbedingt verzichtet werden.


Beobachten aus nächster Nähe

Beim Reinigen der von Wolfgang Hüttner selbst angefertigten Vogelkästen am Naturlehrpfad "Rund um den Dornig" konnten Siebenschläfer aus nächster Nähe beobachtet werden. Viele der Kinder und die Betreuerinnen so wie die anwesenden Gäste hatten bisher jemals ein solches Tier in der Natur zu Gesicht bekommen. Vogelkästen machten die Begegnung mit diesen Tieren erst möglich, meinte Hüttner. Er erklärte dazu, dass diese putzigen Gesellen nur nachts aktiv sind. Am Tag versteckten sie sich in Vogelkästen, hohlen Bäumen, Dachböden oder in selbstgefertigten kugeligen Nestern im dichten Geäst.

Jetzt hätten sich die Siebenschläfer eine gehörige Portion Fett angefressen und seien deshalb ziemlich faul und träge. Nun seien sie mit 200 Gramm dreimal so schwer als im Sommer. "Dies ist auch notwendig, um den langen Winterschlaf überstehen zu können." Nur dank eines sehr intensiven Sparprogramms sei diese lange Zeit ohne Nahrungsaufnahme möglich. Der buschige Schwanz diene ihnen dann als Zudecke, der über den Kopf bis zur Nase gezogen wird. Während der Schlafphase sollten dann die Tiere nicht mehr gestört werden, da sie sonst zu viel Energie verbrauchen, so Hüttner weiter.


Vier Arten von Bilchen

Siebenschläfer gehörten zur Familie der Bilche oder Schlafmäuse. In dieser Tierfamilie lebten in Deutschland nur vier Arten und zwar der Siebenschläfer, der Gartenschläfer, der Baumschläfer und die Haselmaus. Mit ca. 35 Zentimertern sei der Siebenschläfer der größte und der am häufigsten vorkommende heimische Bilch. Er sei aber wesentlich kleiner als das tagaktive Eichhörnchen, so Hüttner.

"Zur Zeit erscheinen sie vor lauter Fett besonders groß", fuhr er fort. Der Siebenschläfer sei ein hervorragender Kletterer, der vorwiegend auf Bäumen lebe. Dabei bewege er sich wie ein Affe und könne, wenn er nicht so voll gefressen sei wie vor dem Winterschlaf, Sprünge von mehreren Metern von Ast zu Ast machen. Seine Nahrung sei vielfältig und immer der Jahreszeit entsprechend.

Am Ende der Exkursion wurde in der Schutzhütte am Naturlehrpfad Stublang Rast gemacht. Monika Hüttner, die ihren Mann bei seinen zahlreichen Exkursionen gern begleitet, verwöhnte hier die "Monsterpfoten" und Gäste mit selbstgebackenem Kuchen und Kräutertee. Die Leiterin der Jugendgruppe, Birgit Hartmann, und Kreisvorsitzende Marion Damm dankten Wolfgang Hüttner so wie seiner Frau Monika für die spannende Exkursion. Diese sei für alle ein besonderes Erlebnis gewesen.

Marion Damm würdigte bei dieser Gelegenheit auch den unermüdliche Einsatz von Wolfgang Hüttner für den Naturschutz in über 50 Jahren. Sie bezeichneten Wolfgang Hüttner als einen großen Idealisten, der sein umfangreiches Wissen besonders gern auch an Kindergruppen weitergibt.

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