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Bad Staffelstein
Tourismus

Weniger Gäste in Bad Staffelstein als im Rekordjahr 2012

An das Rekordjahr 2012 konnte Bad Staffelstein im vergangenen Jahr nicht anknüpfen. Sowohl Gästeankünfte als auch Übernachtungen sind leicht rückläufig. Mit Werbung und Informationsständen will die Stadt dagegenhalten.
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Grafik: FT
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4,4 Tage zu Gast, kommt zu einem Drittel aus Bayern und ist zwischen 50 und 80 Jahre alt: So sieht der durchschnittliche Gast in Bad Staffelstein in Zahlen aus. Und eines sagen die Zahlen in der Adam-Riese-Stadt noch: Es sind weniger Gäste gekommen als im Rekordjahr 2012. Genau genommen fünf Prozent weniger. Die Mitglieder des Tourismusausschusses im Staffelsteiner Rathaus nahmen diese Entwicklung gelassen auf.

Schlechtes Wetter und weniger Betten

Denn die Ursachen für den Rückgang sind bekannt, wie Anne Maria Schneider, Leiterin Kur- und Tourismusservice, erklärt: Einer der Hauptgründe sei das schlechte und kalte Wetter im April und Mai 2013 gewesen. Mit Minusgraden und Schnee. "Außerdem hatten wir 40 Betten weniger als im Jahr zuvor", sagt Schneider. Hört sich nicht viel an, sind aber auf ein Jahr hochgerechnet rund 7000 Übernachtungen, also ein Viertel des Rückgangs.

Die schrumpfende Bettenzahl, vor allem im Segment der kleineren Übernachtungsmöglichkeiten, ist ein Trend, der im Staffelsteiner Rathaus schon seit einigen Jahren beobachtet wird. Man kenne das Problem und sei auch aktiv.

"Wir wünschen uns natürlich einen großen Investor, aber das ist in einer ländlichen Region eher schwierig", sagt Schneider. Auch die anderen fränkischen und bayerischen Heilbäder hatten im vergangenen Jahr leicht rückläufige Zahlen. Mit mehr Werbung und anderen Maßnahmen wolle der Tourismusservice dagegenhalten. Geplant sind unter anderem Informationsstände in deutschen Städten, wie Leipzig oder Aschaffenburg, Werbeanzeigen und Messestände.

Wurst, Bier und Brot als Botschafter

In Fußgängerzonen soll ein Werbestand Bad Staffelstein mit Ausgabe von Prospekten und Kostproben fränkischen Genusses, wie Bier, Wurst, Brot und Kuchen zusätzliche Gäste in die Kurstadt locken, erklärt Schneider. "Der Versuch zusätzlicher Werbemaßnahmen ist auch eine Reaktion auf die rückläufigen Übernachtungszahlen", sagte Erster Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU). Das Stadtoberhaupt rief die Ausschussmitglieder auf, eine solche Marketingmaßnahme zu begleiten.

Minus von rund 300 000 Euro
Die Bilanz der Ein- und Ausgaben im Bereich Tourismus wies 2013 ein Defizit von fast 300  000 Euro auf. Schneider entkräftete diese Zahl. Sie stellte dem Defizit die Statistik über den Wirtschaftsfaktor Tourismus gegenüber: "Allein in Bad Staffelstein werden circa 100 Millionen Euro Umsatz durch den Tourismus erwirtschaftet und sehr viele Arbeitsplätze im direkten wie auch indirektem Zusammenhang mit dem Tourismus gesichert."

Was machen die Nachbarn?
Das Defizit ist auch keine klare Angelegenheit: Grundlegend lasse sich über die Aufstellung streiten, inwiefern welche Positionen und in welcher Prozentzahl diese dem Tourismus zugeordnet werden, gab Schneider zu bedenken. Die Nachbarorte Staffelsteins schwächeln unterschiedlich stark: Weismain hatte im vergangenen Jahr 7766 Gästeankünfte, ein Minus von 13 Prozent. Bei den Übernachtungen hat die Stadt sogar ein Minus von 18 Prozent zu verzeichnen. Gründe seien auch hier das schlechte Wetter, aber auch das Hochwasser, erklärte Andrea Göldner, im Rathaus zuständig für den Tourismus.

In Lichtenfels sind die Werte auf einem konstanten Level. 116 534 Übernachtungen stehen hier 117 224 aus dem Jahr 2012 gegenüber, ein minimaler Rückgang. Die Weltkulturerbe-Stadt Bamberg konnte ihren Rekord aus 2012 auch nicht toppen. Kein Wunder, gab es doch mit der Landesgartenschau und Domjubiläum gleich zwei Großereignisse, die übermäßig viele Besucher anzogen.

Weiteres aus dem Tourismusausschuss: Obermain-Therme und Terrainkurwege
Obermain-Therme Der Ausbau der Saunalandschaft gehe wie geplant voran. Auch 190 neue Schränke sollen im Herbst eingebaut werden, um so einen Engpass zu schließen.

Terrainkurwege Das Projekt Terrainkurwege soll die medizinische Qualität in den bayerischen Heilbädern und Kurorten steigern. Die klassische Terrainkur ist eine spezielle Form der Bewegungstherapie im Kurort. Sie zeichnet sich durch angepasste Belastung, Ganzkörpertraining und Freiluftaufenthalt aus und wird durch normales oder zügiges Gehen durchgeführt. Die Terrainkurwege sind ausgezeichnet durch die Gesamtlänge, das Wegerelief und damit dem Schwierigkeitsgrad des Weges sowie die Höhenlage der Strecke, die Geschwindigkeit und daraus resultierend der Kalorienverbrauch. Das Projekt wird mit bis zu 70 Prozent vom Freistaat gefördert. Bis zum Herbst soll es anlaufen.
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