Weismain
Spatenstich

Weismainer Rettungswache ist rund um die Uhr im Dienst

Die langersehnte Wache entsteht in Weismain. ASB und BRK werden sie gemeinsam betreiben.
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ASB und BRK werden in Weismain gemeinsam eine Rettungswache betreiben. So stellt sich Architekt Johannes Morhard die Wache vor, die aus zwei Gebäudeteilen bestehen wird: dem Personalgebäude (links) und der Fahrzeughalle mit Desinfektionsraum.  Fotos: Stephan Stöckel
ASB und BRK werden in Weismain gemeinsam eine Rettungswache betreiben. So stellt sich Architekt Johannes Morhard die Wache vor, die aus zwei Gebäudeteilen bestehen wird: dem Personalgebäude (links) und der Fahrzeughalle mit Desinfektionsraum. Fotos: Stephan Stöckel
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Was lange währt, wird endlich gut: Bereits seit Mitte der 90er Jahre wünscht man sich in Weismain eine eigene Rettungswache, die rund um die Uhr besetzt ist. Am Montagnachmittag vollzog die Prominenz auf einem Gelände neben dem Feuerwehrgerätehaus in der Michael-Dechant-Straße den symbolischen Spatenstich für die 500 000 Euro teure Wache, die im Frühjahr 2017 ihren Betrieb aufnehmen soll.


36 Ortsteile zu versorgen

Freuen dürften sich die Bürger auf dem Weismainer Jura, wo jahrelang über die Nichteinhaltung der Rettungsfristen geklagt worden war. "Es geht um Menschenleben und da zählt jede Sekunde", sprach MdL Susann Biedefeld allen aus der Seele. Von einer "richtigen Entscheidung" sprach auch Bürgermeister Udo Dauer mit Blick auf das 90 Quadratkilometer große Stadtgebiet und die 36 Ortsteile.
Das Besondere an der Rettungswache ist die Tatsache, dass sie von zwei Rettungsorganisationen gemeinsam betrieben wird. "Zwischen dem Arbeiter-Samariter-Bund und dem BRK herrschte nicht immer Eitel-Sonnenschein", räumte der Vorsitzende des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung und Coburger Landrat, Michael Busch, in seiner Rede offen ein. Umso mehr freuten sich sein Lichtenfelser Amtskollege Christian Meißner und ASB-Landesgeschäftsführer Thomas Klüpfel darüber, dass es inzwischen zu einem harmonischen Miteinander gekommen sei.


Im Zwei-Schicht-Betrieb

Geschäftsführer Thomas Schwesinger vom ASB-Regionalverband erläuterte, wie die Zusammenarbeit in der Praxis konkret aussieht: "Es gibt einen Zwei-Schicht-Betrieb. Eine Schicht dauert zwölf Stunden. In der einen Woche fährt der ASB am Tag Rettungseinsätze und das BRK in der Nacht. In der darauffolgenden Woche ist es dann umgekehrt."
Den Ehrengästen stand die Freude und Erleichterung ins Gesicht schreiben - verständlich, war doch das Vorhaben keine leichte Geburt gewesen. Weismain wollte eine Rettungswache mit einer 24-Stunden-Besetzung, Burgkunstadt wollte die ihrige nicht aufgeben. Nach jahrelangem Tauziehen wurde eine Lösung zwischen allen Beteiligten gefunden: Die Burgkunstadter Rettungswache wird aufgelöst. Im Gegenzug werden in Zettlitz und Weismain zwei Wachen mit Rund-um-die-Uhr-Betrieb eingerichtet. Der Notarzt verbleibt in Burgkunstadt.
Der Dank der Ehrengäste ging an das Versandhaus Baur, das bis zur Fertigstellung der neuen Wache ihr Logistikzentrum in Weismain als Standort für eine Übergangslösung zur Verfügung stellt. Im Sozialtrakt des Logistikzentrums sind die Rettungskräfte untergebracht. Auf dem Gelände des Versandhändlers wurden zwei Stellplätze für die beiden Rettungsfahrzeuge ausgewiesen. "Am 31. Dezember vergangenen Jahres wurde der alte Stellplatz des ASB in der Niestener Straße unweit des Weismainer Friedhofs aufgegeben. Am 1. Januar diesen Jahres wurde dann mit dem gemeinsamen Betrieb auf dem Gelände der Firma Baur begonnen, der hervorragend läuft", erläuterte Schwesinger gegenüber unserer Zeitung.
Wie hat man sich die Weismainer Rettungswache vorzustellen? Den Ausführungen von Architekt Johannes Morhard zufolge verfügt die Wache mit einer Grundfläche von 223 Quadratmetern über zwei Gebäudeteile: einer Fahrzeughalle mit Desinfektionsraum und einem Personalgebäude.


Organisation wird erleichtert

Die Wache beherbergt über Ruhebereiche, Lager, Wäscheräum, Duschen, WCs, eine Waschhalle mit Ölabscheider, einen Desinfektionsraum, eine schnelle Ausfahrt auf die Straße und einen Parkplatz. "Es wird ein Gebäude entstehen, in dem Arbeiten leicht organisiert werden können und das einfach zu benutzen ist", resümierte der Fachmann. Anschließend nahmen die Ehrengäste die Schaufeln in die Hand, um den Spatenstichs zu vollziehen. Zugleich war es auch der Startschuss für die Baufirma Göhl, mit den Bauarbeiten zu beginnen.

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