Lichtenfels
Wanderstrecken (11)

Wandern, wo einst Mönche lebten

Wer sich am goldenen Kelch mit Bischofsstab auf blauem Grund orientiert, den erwartet eine Rundwanderung mit vielen historischen Bezügen.
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Hingucker: die krumme Brücke im Trieber Wald Foto: Günter Reinlein
Hingucker: die krumme Brücke im Trieber Wald Foto: Günter Reinlein
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Bei der Tour 11 geht es auf Klosterspuren - eine Rundwanderung in und um Trieb im Dunstkreis der Zisterzienser-Mönche. Startpunkt unserer Rundwanderung ist auf der Karolinenhöhe, oberhalb von Trieb, an der neuen großen Wandertafel. Wenige Meter neben dieser befindet sich eine weitere "Auf Klosterspuren", auf der wir erste Informationen von unserer heutigen Tour entnehmen können. Zehn weitere Tafeln werden an geschichtsträchtigen Orten noch folgen.


Wo Pferde beschlagen wurden

Richtung Ortsmitte biegen wir bereits wenige Meter hinter der alten Eiche links ab, wo uns bald eine Ruhebank mit herrlichen Ausblicken ins Maintal sowie auf den Thüringer Wald und den Frankenwald im Hintergrund erwartet, bevor wir am Ortsrand die geteerte Straße, den Von-Malsen-Ring, erreichen. Dieser biegt vor der alten Dorfschmiede, einem wunderschönen Fachwerkhaus an der Kreuzung, wo früher die Pferde der Kutschen beschlagen wurden, scharf links ab. Die beiden kurzen Abstecher zu Letzterem sowie zu der etwa 100 Meter entfernten Kirche sollte man in keinem Fall versäumen, warten dort doch interessante Details auf Infotafeln.


Einstiger Mittelpunkt des Dorfes

Wieder zurück führt uns das Markierungszeichen des goldenen Kelchs mit Bischofsstab auf blauem Grund zu zwei weiteren Sehenswürdigkeiten. Zunächst stoßen wir rechts auf den sogenannten Berghof, einen sehenswerten Gebäudekomplex, der einst Mittelpunkt des Dorfes war und vom Kloster Langheim selbst bewirtschaftet wurde. Nur wenige Meter davon entfernt (gekennzeichneter Abzweig nach links) befindet sich das Schlösschen, welches seinerzeit Sommersitz des Langheimer Abtes war und ebenfalls mit Infotafel einen Abstecher lohnt.
Dem goldenen Kelch weiter folgend, queren wir eine Wiese bis zur Bundesstraße, die wir etwa 50 Meter links am Fußgängerüberweg überschreiten. In der Bürgermeisterstraße gehen wir links über eine kleine Brücke und halten uns unmittelbar danach wieder rechts. Wir laufen auf einem alten Weiherdamm, denn ursprünglich dienten diese Wiesen ausschließlich der Teichwirtschaft. Vor den "Nassanger Weihern" biegen wir rechts ab. Hierbei handelt es sich um ein größeres Naturschutzgebiet, das sich Kornweihen, Blaukehlchen und im vergangenen Jahr erstmals Purpurreiher als Brutstätten ausgesucht haben. Gerade deshalb ist das Betreten ab 1. April aus verständlichen Gründen untersagt, was bei aufmerksamem Beobachten jedoch das Sichten dieser sehr seltenen Vogelarten nicht ausschließt.
Vor uns taucht bald der sogenannte Nassanger auf, ein in Deutschland einmaliger barocker Rundbau mit ehemals 365 Fenstern und zwölf Hoftüren. Was mag den Architekten Leonhard Dienzenhofer noch alles inspiriert haben? Dieser beeindruckende Gutshof war bis 1802 im Besitz des Zisterzienserklosters Langheim, diente als landwirtschaftlicher Großbetrieb und präsentiert uns selbstredend eine Infotafel, auf der wir mehr erfahren können.
Über eine schnurgerade mächtige Pappelallee erreichen wir wieder Trieb, wo wir erneut die Bundesstraße queren (Vorsicht!) und der Karolinenstraße entlang laufen. Vor dem Sportheim biegen wir links in die Dr.-Benecke-Straße ab und umrunden quasi den Sportplatz.


Rast am Waldkreuz

Nach der Infotafel zum Wanderweg am Feuerwehrhaus zweigen wir links in die Abt-Hemmerlein-Straße, die bald zum Forstweg wird. Dieser bringt uns in der Stille der Natur nach etwa 1,5 Kilometern bei stetem Anstieg zum Trieber Waldkreuz, das mit einer sehr schönen Sitzgruppe zu einer Rast einlädt. An dieser Wegkreuzung befindet sich in Sichtweite die "krumme Brücke", ein beschauliches Sandsteinbrücklein mit Infotafel, welches wir allerdings nicht überschreiten, sondern rechts abbiegen und zunächst im Wald, später auf freier Fläche, wieder zum Ausgangspunkt Karolinenhöhe zurückkehren, wo, wie schon im Ort zuvor, die Möglichkeit zu einer empfehlenswerten Einkehr besteht.
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