Lichtenfels
Aktion

Walter kam mit 911 zu Polizei und Wald

Der Besuch des Rallyeweltmeisters mit dem Porsche in Lichtenfels war kein Aprilscherz.
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Testfahrt im 911 Turbo: Willi Lankes und Walter Röhrl waren zusammen im Kleinziegenfelder Tal bei Frankenberg unterwegs.
Testfahrt im 911 Turbo: Willi Lankes und Walter Röhrl waren zusammen im Kleinziegenfelder Tal bei Frankenberg unterwegs.
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Willi Lankes stand im Banzer Wald und wurde unsicher. "Ich hole dann den Walter", sagte ich und stieg ins Auto, um zur Tankstelle George nach Bad Staffelstein zu fahren. Dort war unser Treffpunkt.

War es nur ein Aprilscherz? Walter Röhrl kommt mit einem Porsche 911 Turbo nach Lichtenfels zur Polizei, um den Wagen zum Test als ziviles Dienstfahrzeug zu präsentieren, schrieben wir gestern. "Erst als ich dann Walter Röhrl aus dem Auto steigen sah, habe ich es wirklich geglaubt", war Lankes dann schon entspannter, als der weiße Sportwagen vor dem Forsthaus ausrollte.

Alles an der Geschichte war wahr. Walter Röhrl kam wirklich. Zur Polizei - und zum Banzer Wald. Dort entstanden Aufnahmen für ein Kurzfilmprojekt von Christian Schöfer und Lukas Kindermann. Lankes und drei Kollegen standen also nicht als die Gefoppten des Tages mit den zwei Polizeiautos im Grünen. Interviews und Fahraufnahmen standen an, die Strecke wurde kurz gesperrt.

Rund 44 Jahre nach seiner Teilnahme bei der Olympia Rallye kehrte Walter Röhrl dahin zurück, wo er den Grundstein für seine Karriere im Motorsport legte. Die Olympia-Rallye führte 1972 innerhalb von fünf Tagen von Kiel nach München - und eine Schotter-Sonderprüfung durch den Banzer Wald gehörte dazu. "Da wird man wieder jung, wenn man hier steht", lachte Röhrl. Gefahren wurde in zwei Blöcken von mehr als 48 Stunden. Der 17. August 1972 sollte sein Tag werden. Erst am Abend zuvor waren die Autos gegen 21 Uhr in Schweinfurt angerollt. Dort stand eine Zwangspause von zwei Stunden an. Um Mitternacht ging es weiter. Als Röhrl mit seinem blau-gelben Ford Capri 2600 RS gegen drei Uhr bei Banz anrollte, hatte er schon zwei Sonderprüfungen hinter sich. Am Nachmittag waren die Autos dann im Bayerischen Wald unterwegs: "Da kannte ich jede Straße - und bin richtig schnell gewesen." Kurz vor Ende hatte der Capri einen Motorschaden - aber der bis dahin unbekannte Lange aus dem Bayerischen Wald hatte der Weltelite mit seinen Bestzeiten gezeigt, was er konnte.

Ein FT-Leser hatte nicht an einen Aprilscherz geglaubt. Gernot Künzel aus Lichtenfels stand vor dem Tor der Polizei, als der 911 gegen 13.40 Uhr anrollte. "Ich habe seine Erfolge immer verfolgt, das ist das erste Mal, dass ich ihn persönlich erlebe." Landrat, ein paar Porsche-Fans, die durch Zufall von der Aktion Wind bekommen hatten, Rallyefans unter den Polizisten, es war eine kleine Motorsportrunde im Hof der Polizei. Geht gut - und man sitzt gut, meinte Lankes nach einer Testfahrt im Kleinziegenfelder Tal. Die Eignung als ziviles Einsatzfahrzeug muss der 911 Turbo noch beweisen: Auf dem Alu-Dach wollte das Blaulicht nicht halten, nur auf dem Dachholm. Da will die Lichtenfelser Polizei Porsche noch um eine Lösung bitten.
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