Burgkunstadt
Premiere

Vorhang auf und Bühne frei beim ersten Lichtenfelser Schultheatertag

Der erste Lichtenfelser Schultheatertag für die Grund- und Mittelschulen förderte viel schauspielerisches Talent zutage. Auch musikalisch waren viele Auftritte hörenswert.
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Der junge Franz möchte in den Krieg ziehen. Doch schon bald gelangt er zu der Erkenntnis, dass Krieg nur Unheil über die Menschen bringt. Die Theatergruppe der Johann-Puppert-Schule bekam für ihr zum Nachdenken anregendes Musical viel Applaus. Fotos: Bernd Kleinert
Der junge Franz möchte in den Krieg ziehen. Doch schon bald gelangt er zu der Erkenntnis, dass Krieg nur Unheil über die Menschen bringt. Die Theatergruppe der Johann-Puppert-Schule bekam für ihr zum Nachdenken anregendes Musical viel Applaus. Fotos: Bernd Kleinert
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"Habt ihr etwa Lampenfieber? Macht euch nichts draus. Ein guter Schauspieler muss das haben", macht Schulrätin Gisela Rohde den Mädchen und Jungen Mut, die gespannt und auch etwas aufgeregt ihrem "großen Auftritt" entgegenfiebern. Der erste Lichtenfelser Schultheatertag für die Grund- und Mittelschulen des Schulamtsbezirks war ein voller Erfolg. Mehr als vier Stunden lang präsentierten junge Akteure aus acht Bildungseinrichtungen in der Regens-Wagner-Halle in Burgkunstadt Kostproben ihres Könnens.
Die Schultheaterbeauftragten des Schulamtsbezirks Lichtenfels, Rektorin Margarete Greich-Hewera (Grundschule Altenkunstadt) und Konrektorin Pia Löffler von der Dr.-Roßbach-Grundschule Lichtenfels, hatten die Premiere perfekt organisiert.
Die von der Regierung von Oberfranken initiierte Veranstaltung will Schultheater wieder mehr in den Blickpunkt des Interesses rücken, da im Sommer 2016 Oberfranken die bayerischen Schultheatertage in Bayreuth ausrichten wird.

Kreative Freiräume

Den Lichtenfelser Schultheatertag möchte man zu einer festen Einrichtung machen: "Schauspielerische Betätigung eröffnet Lehrern und Schülern kreative Freiräume und sie bereichert das Schulleben ungemein." Die Kinder würden gefördert und in ihrem Selbstvertrauen gestärkt, denn wer auf der Bühne vor Publikum spielt, werde selbstsicherer. "Außerdem fördert Theaterarbeit Sprache, Aussprache, Mimik, Gestik, Ausdruck, nonverbale Kommunikation und Empathiefähigkeit", fügt Margarete Greich-Hewera hinzu. Kinder würden es lieben, in andere Rollen zu schlüpfen und sich zu verkleiden: "Ganz ohne Notendruck werden auch die Texte umfangreicherer Rollen gerne gelernt."
Humorvoll eröffnet wurde die Premiere von "Hans und Hartmut", zwei selbst kreierten Stabpuppen, denen Pia Löffler und Margarete Greich-Hewera die Stimme liehen. Dann aber hieß es "Vorhang auf und Bühne frei" für die jungen Akteure, die nicht nur mit schauspielerischen Leistungen glänzten. Auch für die von den Schulspielgruppen selbst entworfenen und gestalteten Bühnenbilder gab es viel Beifall. Die Grundschule Burgkunstadt-Mainroth hatte ihren Auftritt unter das Motto "Zirkus" gestellt. Unter Leitung von Jutta Ankenbrand-Thiem, Christine Eschenbacher und Georgia Lauterbach "entführten" die Mädchen und Jungen in den Wilden Westen, in das ferne China und in den Orient. Die Zuschauer staunten über einen Fakir, der es sich auf einem Nagelbett bequem macht, lachten über lustige Clowns, applaudierten geschmeidigen Bauchtänzerinnen und erlebten fauchende Tiger.
Die Grundschule Altenkunstadt begeisterte mit dem Spiel "Bella - Die Schöne" nach dem Märchen "Des Kaisers neue Kleider". Im Mittelpunkt steht eine junge Königin, die sich auf Kosten des Volkes mit den teuersten Kleidern ausstaffiert. Als die eitle Bella befürchten muss, sich halbnackt im Internet wiederzufinden, bedeutet das für sie einen schweren, aber heilsamen Schock.

Schmankerl für das Auge

"Franz und seine Freunde" hieß das kritische, zum Nachdenken anregende Musical, mit dem junge "Schauspieler" der Johann-Puppert-Schule Michelau unter Leitung von Sonja Schnei-dereit den Theatertag bereicherten. Der junge Protagonist möchte in den Krieg ziehen. Auf einer Burg will er lernen, was er dabei zu tun hat. Doch schon bald erkennt Franz, dass es sinnvoller ist, Menschen zu helfen, die durch den Krieg in Not geraten sind. Als Schmankerl für das Auge entpuppte sich das Stück "Swimmy", das die Akteure der Grundschule "Oberes Maintal" in Hochstadt (Leitung: Heike Klimke) als Schwarzlicht-Theater präsentierten. Die Story erzählt von einem kleinen Fisch, der in einer Ecke des Meeres lebt, wo alle seiner Artgenossen rot sind. Nur Swimmy ist schwarz!
Die Grundschule Marktzeuln begeisterte mit Auszügen aus dem Musical "Tabaluga". Im Mittelpunkt steht ein kleiner, grüner Drache, der der allmorgendlichen Standpauke seines Vaters Tyrion wieder einmal kein Gehör schenkt. Der Herr Papa schickt Tabaluga daraufhin auf eine Reise. Heinrich Zweyer führte dabei nicht nur Regie, er begleitete auch den Gesang der Darsteller auf dem Klavier.
"Schützt uns und geht sparsam mit uns um", lautet die Botschaft des Stücks "Der Streit der vier Elemente", das die Akteure der Pater-Lunkenbein-Schule Ebensfeld unter Leitung von Christel Kaiser aufführten. Feuer, Wasser, Luft und Erde geraten sich in die Wolle, weil jedes Element meint, für die Menschen am nützlichsten zu sein.
Mit einem ganzen "Orchester" war die Dr.-Roßbach-Grundschule Lichtenfels angereist und hatte das Musical "Der kleine Sonnenstrahl" im Gerpäck, das das Theaterensemble unter der Regie von Pia Löffler und Larissa von Glasenapp zum Besten gab. Mit der Geschichte "Narnia" rundete die Albert-Blankertz-Schule Redwitz den Schultheatertag ab. Den Ausflug in eine magische Fantasiewelt präsentierten die Schüler mit ihrem Lehrer Konrad Boxdorfer aber nicht als Bühnenstück, sondern als aufwändig gestaltetes Puppenschattenspiel. "Keinerlei Klamauk. Durch die Bank Beiträge von hohem Niveau. Das war einfach großartig", lobte Schulrätin Gisela Rohde, als der Schlussapplaus verklungen war. Auch Theaterbeauftragte Pia Löffler war begeistert: "Wir haben viel Tolles gesehen."
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