Lichtenfels
Hobby

Vor der Mütze steht die Mühe

Die Kreativ-Werkstatt des Lichtenfelser Jugendzentrums hatte zum Boshi-Kurs eingeladen. Erkenntnis: Die Häkelei hat ihre Haken.
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Coffee und Boshi hieß das Motto im Jugendzentrum. Foto: Markus Häggberg
Coffee und Boshi hieß das Motto im Jugendzentrum. Foto: Markus Häggberg
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Coffee and Boshi - so englisch kam das Angebot der Kreativ-Werkstatt des Jugendzentrums (JUZ) daher. Das Kennenlernen neuer Häkeltechniken hätte stattfinden können. Aber die Gäste, die da waren, wären froh gewesen, auch nur eine Technik zu beherrschen.

Eileen Forejt hat's drauf. Was sie aus Wolle häkelt, kann sich sehen lassen. Die junge Frau, die derzeit im Rahmen eines Bundesfreiwilligenjahres Dienst im JUZ versieht, hat sogar ein eigenes kleines Produkt-Logo. Und einen eigenen Anspruch: "Babys erste Chucks kommen von der Tante!"

An diesem Samstag hat die 21-jährige Lichtenfelserin alles auf dem Tisch ausgebreitet, was zu einem Häkelnachmittag unter Anleitung gehört: Wolle, Häkelnadeln, Häkelbroschüren. Über allem schwebt so ein bisschen die derzeit trendige Myboshi-Philosophie, welche Häkeln mit dem Verleben einer guten Zeit verbinden will.
Kurz nach 14 Uhr schweben auch drei Kursteilnehmer ein, jeder nahezu vollkommen unbeleckt in Sachen Häkelei.

Als Mann in den besten Jahren könnte man Thomas Seubold aus Marktgraitz bezeichnen. Er hat jemandem das Jonglieren beigebracht und dieser Jemand hat sich revanchiert: Mit einem Buch über Häkeleien. Nun sitzt Seubold da, begibt sich mit den anderen beiden Teilnehmern in die Ausgangsstellung, in der ein Faden kunstvoll zwischen Fingern und Nadel verläuft und wird Luftmaschen häkeln. Auf sieben Stück wird er es bringen, das ist nicht viel. Dann verhäkelt er sich in Gespräche.

Links von ihm sitzt Tina Koch. Sie und ihr Mann nennen seit Weihnachten ein Häkel-Starter-Set ihr Eigen. Schmuck hätte es auch getan, kommt man lachend überein. Erst recht, als Tina Koch nach eineinhalb Stunden den Anfang einer Mütze vorweisen kann, der nicht viel größer als ein 2-Euro-Stück ist. Immer wieder muss sie ihre Maschen auftrennen, derweil Seubolds Blick zu den beiden Begründern des Myboshi-Trends geht. Sie lächeln von der Verpackung des Starter-Sets und Seubold glaubt, dass einen dieses Lächeln "mürbe macht", wenn man es selbst "nicht schafft", etwas zustande zu bringen. "Geh's bitte umtauschen", rät eine amüsiert auf ihr Werk blickende Tina Koch ihrem Mann in Bezug auf ihr Starter-Set. Der Wortwitz machte diese Runde jetzt richtig gemütlich. Zudem kommt Tina Kochs Mann auf die Idee, nach Verhältnismäßigkeiten zu googlen (googeln). Dabei stellt sich heraus, dass das Starter-Set teurer ist als eine fertige Mütze im Handel.

Trotzdem ist jeder gerne hier, auch weil Eileen Forejt erzählen kann, was ihr so alles mit Boshi gelang: Patch-Work-Decken, gehäkelte Kakteen, Handy-Schoner, Schühchen, Mützen und allerlei mehr. Sie freut sich darauf, den Boshi-Kurs nach einer gewissen Frist erneut anzubieten.

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