Stublang
Feuerwehr-Aktionswoche

"Vermisste" mit Wärmebildkamera aufgespürt

Die neue Wärmebildkamera der Feuerwehr Uetzing hatte bei einer Großübung ihre Feuertaufe. "Vollbrand Lagerhalle am Leichenweg zwischen Stublang und Uetzing - es werden drei Personen vermisst!" Diese Alarmierung durch die Leitstelle Coburg traf ließ am Samstagnachmittag Sirenen und Piepser schrillen.
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Deutlich auf dem Bildschirm der Wärmebildkamera der Feuerwehr Uetzing zu erkennen ist hier eine Person in zirka vier Meter Entfernung. Fotos: Monika Schütz
Deutlich auf dem Bildschirm der Wärmebildkamera der Feuerwehr Uetzing zu erkennen ist hier eine Person in zirka vier Meter Entfernung. Fotos: Monika Schütz
Nur wenige Minuten später trafen die ersten Wehren am angenommen Brandobjekt zwischen den beiden Dörfern ein, die Großübung in der Feuerwehr-Aktionswoche konnte beginnen.
Die Leitung vor Ort übernahm der Stublanger Kommandant Thomas Hümmer. Er postierte seine Streckenposten bis zum Brandherd, koordinierte und hielt Verbindung mit den Aktiven.
Dichter Qualm schlug den eintreffenden Wehren entgegen, perfekt mit der Nebelmaschine illusioniert. In zwei Tanklöschfahrzeugen hatte die Staffelsteiner Feuerwehr 4500 Liter Löschwasser dabei, die Uetzinger brachten rund 800 Liter mit. Kameraden der Horsdorfer und Loffelder Wehr legten unterdessen eine rund 1100 Meter lange Schlauchleitung vom Hydranten in Friedhofsnähe zu der brennenden Feldscheune. Unterstützt wurden sie dabei von der Schwabthaler und der Serkendorfer Wehr. Knapp 60 Höhenmeter galt es zu überwinden, der Druck an der Entnahmestelle Friedhofshydrant an der Lichtenfelser Wasserleitung betrug zehn Bar. Vier Pumpen wurden entlang der Strecke eingesetzt, damit beim Brandherd wenigstens noch ein Druck von fünf Bar ankam.

Drei Personen "vermisst"


In der Zwischenzeit hatten die übrigen Einsatzkräfte ganz andere Sorgen: Drei Personen wurden in der brennenden, verqualmten Scheune "vermisst". Ausgestattet mit einer modernen Wärmebildkamera, drangen je zwei Atemschutzgeräteträger der Uetzinger und der Schwabthaler Feuerwehr in das Gebäude ein. Kurze Zeit später wurde das erste "Opfer" (Sebastian Fischer) unversehrt geborgen. Lea Senger lag unter einem in der Halle abgestellten Hänger; sie hatte "leichte Kopfverletzungen und eine Rauchvergiftung" erlitten und wurde noch vor Ort von den Uetzinger Kameraden erstversorgt. Als dritte "vermisste" Person wurde Noah Senger heil geborgen; das Kind lag in der hinteren Ecke der Scheune.
Nach Ende der Lösch- und Bergungsaktion betraten weitere Feuerwehrkameraden zum Üben die Scheune, die erst vor einer Woche angeschaffte Wärmebildkamera der Uetzinger Wehr in Händen. Mit der Hochleistungskamera Dräger 7000 ist es möglich, Temperaturen von Körpern und Flüssigkeiten auf das Grad genau zu messen. Bei einer Personensuche oder beim Aufspüren von Glutnestern oder Schwelbränden kann der Atemschutzgeräteträger in kurzer Zeit anhand der gemessenen Oberflächentemperatur das gesuchte Objekt lokalisieren, erklärte der Uetzinger Kommandant Thomas Schwarz: "Die guckt quasi durch den Rauch."
Das knapp 10 000 Euro teure Gerät kam an diesem Samstag zum ersten Mal zum Einsatz. Bei der Nachbesprechung, die im Anschluss an die Aktion nun am Wanderparkplatz außerhalb Stublangs stattfand, lobten Einsatzleiter Thomas Hümmer, KBM Siegfried Hammrich und der zuständige KBI, Gerhard Elflein, die knapp 80 Feuerwehrler für ihren Einsatz. "Man kann nie oft genug üben", meinte Elflein, "im Ernstfall kommt ja noch die Aufregung dazu!"
Zum fünften Mal waren die Staffelsteiner während der Aktionswoche im Einsatz, Uetzing und Schwabthal sind je zweimal ausgerückt. Überwindung des Höhenunterschiedes, Löschwasser mitbringen, während die Kameraden querfeldein einen Zugang zum Hydranten legten und erfolgreiche Personenrettung - hier hat alles geklappt, meinten die Verantwortlichen und dankten den Kommandanten und den Aktiven der sieben Freiwilligen Feuerwehren.

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