Redwitz
Leichenfund

Vermisste Frau ist offenbar tot

Arbeiter fanden bei Redwitz eine Frauenleiche. Vieles spricht dafür, dass es sich um eine seit Ende Juli vermisste 77-Jährige handelt.
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Auf diesem Weg zwischen Bahndamm und Wassergraben am Ortsrand von Redwitz fanden Gemeindearbeiter beim routinemäßigen Rückschnitt der Vegetation die Leiche der 77-jährigen Frau. Foto: Matthias Einwag
Auf diesem Weg zwischen Bahndamm und Wassergraben am Ortsrand von Redwitz fanden Gemeindearbeiter beim routinemäßigen Rückschnitt der Vegetation die Leiche der 77-jährigen Frau. Foto: Matthias Einwag
Mitarbeiter der Gemeinde fanden am Montagvormittag den Körper einer toten Frau. Die Leiche lag in einem Graben unweit des Bahndammes. Die Arbeiter schnitten routinemäßig die Vegetation am Buchgraben zurück, als sie die Tote fanden.

Bei der Toten handelt es sich allem Anschein nach um eine 77-jährige Frau aus Redwitz, die seit dem 20. Juli vermisst wurde. Die intensive Suche nach der Frau - unter anderem mit einem Hubschrauber - hatte keinen Erfolg gebracht.

Zweifelsfrei identifiziert sei die Tote jedoch noch nicht, erklärte Polizei-Pressesprecher Jürgen Stadter. Der DNA-Abgleich im Labor sei noch nicht abgeschlossen, denn das dauere einige Zeit.
Es spreche aber vieles dafür, dass es sich um die Leiche der vermissten 77-jährigen Frau handelt.


Demenzkranke schützen

Wahrscheinlich hat sich die Frau, die unter Demenz litt, auf dem Weg zwischen Bahndamm und Wassergraben verlaufen. Doch was können Familienmitglieder tun, um demente Angehörige vor einem solchen Schicksal zu schützen? "Wenn Menschen voll mündig sind, kann man wenig machen", sagt Frank Gerstner, der Leiter des BRK-Mehrgenerationenhauses Michelau. Patienten mit Weglauf-Tendenz könnten, wenn sie nicht einwilligen, nur über einen gerichtlichen Betreuungstitel mit GPS-Sender oder GPS-Einlegesohle im Schuh ausgestattet werden. Solche GPS-Schuhe seien zum einen teuer, zum anderen neigten Demenzkranke dazu, auch mal ohne Schuhe das Haus zu verlassen.

Leider sind nicht alle Demenzkranken zugänglich für die Fürsorge ihrer Angehörigen. Von aggressiv bis dankbar reicht die Emotionen-Skala dieser Menschen. Sie mit einem Handy auszustatten, das notfalls geortet werden kann, wäre eine Präventionsmöglichkeit - wenn der demente Mensch das akzeptiert. Doch auch hierbei ist fraglich, ob der Demente das Mobiltelefon vergisst oder ob er das Haus verlässt, ohne das Kleidungsstück anzuziehen, in dessen Tasche das Handy steckt.

Demenzkranke, sagt Frank Gerstner, verlassen vor allem dann ihre Wohnung, wenn sie sich langweilen. Es komme also darauf an, dass Menschen, die eine Weglauf-Tendenz besitzen, zu Hause beschäftigt werden. Zudem rät der Diplom-Sozialpädagoge, die Nachbarschaft einzuweihen: "Es geht darum, dass man die nahe Umgebung sensibilisiert."

Eine weitere Möglichkeit sei, an er Kleidung der dementen Angehörigen ein Namensschild anzubringen - möglichst auf der Rückseite, wo der Demente es nicht sieht, wo es aber anderen Menschen auffällt, wenn sie wahrnehmen, dass diese Person offenbar verwirrt ist und umherirrt.
Ideal sei es, wenn Familien die Angebote wahrnehmen, die es für Demenzerkrankte gibt, sagt Gerstner, zumal die Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen. Es gebe Tagespflegeplätze sowie Betreuung in der Gruppe oder die Einzelbetreuung zu Hause, die stundenweise gebucht werden kann.

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