Zu Beginn des 20. Jahrhunderts nimmt die Epoche des Bauhauses eine besondere Rolle in der Geschichte von Kultur, Architektur und Design ein. In der Kunst wird die Bildwelt ungegenständlich. Auch die 5. Gemeinschaftsausstellung der Kunst- und Kulturinitiative Lichtenfels (KuKI) widmet sich dem Thema. Die Ausstellung, die am Sonntag in der Galerie in der Spitalpassage eröffnet wurde, setzt damit einem Schlusspunkt unter einen Zyklus von Veranstaltungen in dessen Mittelpunkt das Thema Bauhaus stand.

Die Idee und die Konzeption des Bauhausprojektes gehen auf KuKI-Mitglied Joachim Hildebrandt zurück. Mit einer Reihe von Kurzvorträgen, Workshops und einer Studienreise nach Dessau haben sich die KuKI-Mitglieder über die Ideen und Bauten der einflussreichsten Kunst- und Designschule des 20. Jahrhunderts informiert.
Standen die bisherigen Gemeinschaftsausstellungen eher unter sehr gegenständlichen Themen, wie das Thema Mensch im August letzten Jahres zeigte, sollte es diesmal bewusst etwas anderes sein, erklärt Helga Blomeier, die Gründerin und Leiterin der KuKI.


Kein Titel lässt Betrachter unvoreingenommen



In der Werkliste zur Ausstellung sucht der Besucher vergeblich nach einem Titel. "Weil wir keine Gegenstände abbilden, haben die Bilder auch keine Namen", erklärt Blomeier. Auf diese Weise können die Werke vom Betrachter unvoreingenommen wahrgenommen werden. Acht künstlerisch aktive KuKI-Mitglieder zeigen auf unterschiedliche Weise in 39 Exponaten ihre Sichtweise des Themas. Die Bad Staffelsteiner Künstlerin Margot Sühler setzt in ihren Bildern eine ungewöhnliche Materialkomposition ein. Auf einer Spanplatte bringt sie eine Schicht gewöhnlichen Zements auf. "Mit Hammer und Stemmeisen arbeite ich anschließend Strukturen und Rillen aus dem Material heraus", berichtet Margot Sühler. Danach trägt die Künstlerin verschiedene Farbschichten auf.

Die Bilder und Objekte sind so verschieden und vielfältig wie die die Künstler selbst. Während bei Siegfried Meserth zarte Farben dominieren herrschen bei Dagmar Mettas-Höppel klare Farben und Strukturen vor. Von der Textilkünstlerin Anne Thoms ist das einzige dreidimensionale Werk zu sehen. "Für Fotografen bedeutet das Thema " Ungegenständlich" eine mittlere Katastrophe", schmunzelt der Fotograf Joachim Hildebrandt. "Wie soll man etwas fotografieren, was nicht da ist", gibt er zu bedenken. Als Ausweg aus dem Dilemma bleiben nur technische Möglichkeiten der Bildbearbeitung. Die Ausstellung in der Galerie in der Spitalpassage ist noch bis 7. Juli jeweils mittwochs, samstags, sonntags und feiertags von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Sondertermine können über die Praxis Hildebrandt vereinbart werden. Folgende Mitglieder stellen aus: Helga Blomeier, Joachim Hildebrandt, Dagmar Mettas-Höppel, Claudia Scheler, Barbara Wilde, Anne Thoms, Siegfried Meserth und Margot Sühler.