Bad Staffelstein
Zeitgeschehen

Jahresrückblick: Unfälle, ein Unwetter und Unterhaltung

Leben und Tod liegen nah beieinander. Von Wohnungsbränden, einem Sturz auf dem Staffelberg, einer Überschwemmung und der Thermenkönigin im Jahr 2016.
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Gemeinsam gelang es den Einsatzkräften der Rettungsorganisationen am 17. August, einen 67-jährigen Mann zu bergen, der in eine Felsspalte am Staffelberg gestürzt war. Foto: Maximilian Glas
Gemeinsam gelang es den Einsatzkräften der Rettungsorganisationen am 17. August, einen 67-jährigen Mann zu bergen, der in eine Felsspalte am Staffelberg gestürzt war. Foto: Maximilian Glas
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Der Alarm ging in der Nacht zum 22. Februar gegen 2.40 Uhr bei den Feuerwehren ein. Als diese in der Staffelsteiner Bahnhofstraße eintrafen, schlugen bereits die Flammen aus dem Gebäude. Das Treppenhaus des Hofmann-Stifts war stark verraucht, so dass der Zutritt nur mit schwerem Atemschutzgerät möglich war. Im Erdgeschoss fanden die Einsatzkräfte einen leblosen Mann, den sie sofort nach draußen brachten. Der Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des 75-Jährigen feststellen.

Auf dem Staffelberg verunglückten 2016 zwei Männer schwer. Am Nachmittag des 17. August war ein 67-jähriger Urlauber aus Pfaffenhofen mit seiner Frau auf dem Staffelberg-Plateau unterwegs. Dabei hielt sich der Mann nahe der Felskante auf und stürzte unweit der Franken-Fahne in eine fünf Meter tiefe Felsspalte - nach Angaben der Polizeistation Bad Staffelstein vermutlich aus Unachtsamkeit. Der Mann fiel auf einen Felsvorsprung und blieb dort liegen. 50 Einsatzkräfte kämpften um das Leben des 67-jährigen Mannes und konnten ihn verletzt bergen.


Hubschrauber birgt Verletzten

Schwere Kopfverletzungen zog sich ein 49-Jähriger am Abend des 16. Oktober zu, als er die Treppe in der Staffelberg-Klause hinabstürzte. Der Mann wollte zu den Toiletten im Untergeschoss und rutschte dabei vermutlich auf den Stufen aus. Wegen der schweren Kopfverletzungen des 49-Jährigen wurde ein Hubschrauber nachalarmiert, der auf dem Plateau des Staffelbergs landete und den Verletzten in eine Spezialklinik brachte.

In der Nacht zum 17. Juni regnete es ausgiebig. Die Böden rund um Prächting waren gesättigt und konnten kaum noch Wasser aufnehmen. Als am Morgen ein starker Platzregen hinzu kam, schossen die Fluten über Felder und Abflussgräben in den Kelbach. Das Bachbett wurde zum reißenden Fluss. In Prächting ereignet sich, was so ähnlich schon drei Jahre zuvor geschehen war: Die Wassermassen traten über die Ufer.

Um 7.55 Uhr wurde Alarm ausgelöst. Die Feuerwehren der Umgebung, das THW, die DLRG, die Wasserwacht sowie der Ebensfelder Bauhof entsandten Einsatzkräfte nach Prächting. Dort hatte der Kelbach inzwischen die unmittelbar angrenzenden Dorfstraßen überflutet. Im Ebensfelder Bauhof wurden Sandsäcke befüllt und nach Prächting transportiert. Der Bereitstellungsraum der Einsatzkräfte war auf dem Parkplatz des Landgasthofs Hummel eingerichtet.

Vor Ort halfen die Einsatzkräfte den Anwohnern, ihre Hofeinfahrten und Kellerfenster mit Sandsäcken abzudichten. Insgesamt wurden nach Angaben von Kreisbrandrat Timm Vogler rund 1000 Sandsäcke verbaut. Die Prächtinger hatten Glück, denn gegen 9 Uhr hörte es auf zu regnen. Der Pegel des Kelbachs stieg weiter, so dass keine Keller überflutet wurden. Kreisbrandrat Timm Vogler, der den Einsatz koordinierte, sprach von einem lokalen Unwetter, ähnlich dem vor drei Jahren. Binnen kurzer Zeit seien 30 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, schätzte er. "Wir haben ein Riesenglück gehabt", kommentierte er das Aussetzen des Regens, denn so musste er "nicht den ganz großen Knopf drücken".

Zu einem Fischsterben kam es im September am Staffelsteiner Westsee. Ein starker Temperatursturz hatte zum Absterben der Algen geführt. Die verwesenden Organismen wiederum verbrauchten viel Sauerstoff, so dass 50 bis 60 Prozent der Fische verendeten. Feuerwehr und THW reicherten das Wasser tagelang mit Sauerstoff an, um noch größeren Schaden abzuwenden.


Bahntrasse monatelang gesperrt

Ausnahmezustand herrschte im Maintal von Ende Januar bis Anfang September aus einem anderen Grund: Die Bahnstrecke zwischen Bad Staffelstein und Breitengüßbach war wegen des ICE-Trassenbaus ganz gesperrt; Pendler und andere Fahrgäste waren gezwungen, in dieser Zeit auf den Schienenersatzverkehr auszuweichen. Die Mehrbelastung durch Busse auf den Straßen fiel doch nicht so schlimm aus wie zuvor befürchtet.

Gebaut wurde auch in Ebensfeld. Vor allem die massiven Lärmschutzwände fallen ins Auge, die sich nun mitten durch den Ort ziehen. Am Haltepunkt der Bahn wird ein Aufzug installiert. Die Gebäude der Tankstelle Kiesler an der Hauptstraße wurden abgerissen; an dieser Stelle wird das Regens-Wagner-Werk 2018 eine Wohnanlage für geistig behinderte Menschen errichten. Fortschritte machte der Lärmschutzwall an der A 73, der aus Abraummaterial des ICE-Trassenbaus entsteht.

Die Staffelsteiner Blasmusik löste sich nach 60-jährigem Bestehen auf. Es war ein langer Prozess, kein spontaner Entschluss, sagen Michael Diller, Franz Riedl und Peter Zapf, die gemeinsam die Abwicklung übernommen hatten.

Seit 2006 wird in Bad Staffelstein alle zwei Jahre eine Thermenkönigin gewählt. In diesem Jahr fiel die Wahl der Jury auf die 20-jährige Altenbanzerin Katharina Pflaum, die Madeleine Zapf auf dem Thron ablöste und sechste Thermenkönigin ist.

Zum 30. und letzten Mal fanden in Banz die "Songs an einem Sommerabend" statt. Im kommenden Jahr werden die "Lieder auf Banz" folgen.
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