Lichtenfels
Infrastruktur

So erlebten die Menschen die Streckensperrung zwischen Lichtenfels und Bamberg

34 Wochen, vom 11. Januar bis 3. September, war die Bahnverbindung zwischen Lichtenfels und Bamberg gekappt. Was das für die Menschen bedeutete?
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Barrierefreies Ein- und Aussteigen am neuen Bahnsteig in Ebensfeld. Die ersten Bahnfahrer überzeugten sich von der verbesserten Situation Anfang September. Foto: Gerda Völk
Barrierefreies Ein- und Aussteigen am neuen Bahnsteig in Ebensfeld. Die ersten Bahnfahrer überzeugten sich von der verbesserten Situation Anfang September. Foto: Gerda Völk
34 Wochen, vom 11. Januar bis 3. September, war die Bahnverbindung zwischen Lichtenfels und Bamberg gekappt. Was das bedeutet, bekamen vor allem Pendler und Schüler zu spüren. Rund 35 700 Busfahrten waren nötig, um die Züge zu ersetzen, die wegen der Bauarbeiten an der ICE-Neubaustrecke nicht fahren konnten. Trotz der bis heute nur einspurig befahrbaren Autobahn auf dieser Route blieb das große Chaos aus.

Seit der Wieder-Inbetriebnahme der Strecke wird Bahnreisenden das Ein- und Aussteigen an vier Bahnhöfen dank barrierefreier Bahnsteige leichter gemacht. Darunter ist auch Ebensfeld. Der Ort, jetzt durch eine Lärmschutzwand geteilt, ist im Landkreis am meisten von der Neubautrasse für den Schnellzug nach Erfurt betroffen.


Ringen um die IC-Anbindung

Gegen die drohende Folge des Abgehängtseins kämpft man derweil im Landkreis Lichtenfels mit vereinten Kräften und Kronacher Unterstützung. Denn wenn der ICE ab Ende 2017 auf der Neubaustrecke fährt, verliert der Bahnknotenpunkt Lichtenfels an Bedeutung. Wenn schon kein ICE-Halt mehr, dann mindestens eng getaktete IC-Verbindungen, lautet die Forderung aus der Region. Das jüngste Gegenargument der Bahn, nicht über genügend Wagenmaterial zu verfügen, will man nicht kampflos hinnehmen.

Verbesserungen verspricht die Neuausrichtung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Landkreis Lichtenfels. Alle Orte mit mindestens 100 Einwohnern werden in einen festen Fahrplan eingebunden. Das wird viele mobiler machen, die kein Auto haben oder auch einmal auf das Auto verzichten möchten. Die endgültige Umsetzung wird allerdings noch bis 2023 dauern, da bestehende Konzessionen erst auslaufen müssen. Aber die Weichen sind gestellt.


Straße wird beklagt

Am 16. Oktober hat sich eine deutliche Mehrheit der Hochstadter Bürger im Zuge eines Bürgerentscheids dafür ausgesprochen, dass die Gemeinde gegen die aktuelle Planung für den Ausbau der Bundesstraße 173 klagen soll. Eine Entlastung vom Durchgangsverkehr wird in Hochstadt lange ersehnt, doch die Trassenführung, wie sie jetzt im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen ist, gefällt vor allem jenen nicht, deren Wohnungen die autobahnähnlich ausgebaute B 173 neu dann näher rücken würde. Planer und Politiker halten indes nur diesen Verlauf für realisierbar und die Aussichten einer Klage auf Erfolg für gering.
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