"Der Stein kommt in die Petrefaktensammlung - oder ins Stadtmuseum", scherzte Landrat Christian Meißner (CSU) über ein Stück Beton der Badeplatte, das von der Salzsole schwer in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Seit einem Vierteljahrhundert hielten. Während der Bauarbeiten habe sich ergeben, dass der Beton im Außenbereich der Obermain-Therme mürbe geworden ist. Der Thermalsolbad-Zweckverband habe deshalb zugestimmt, 200.000 Euro mehr für die Modernisierung auszugeben und das Sprudelbecken samt Umfeld neu zu gestalten. Insgesamt kostet das Projekt nun 2,3 Millionen Euro.

Der Landrat, der in diesem Jahr Vorsitzender des Thermalbad-Zweckverbands ist, und Werkleiter Hans Josef Stich stellten am Dienstag dann die Eckdaten des Jahresergebnisses 2011 vor. "Es war ein gutes Jahr, wir können in allen Bereichen zufrieden sein", sagte Meißner. Erstmals, sagte Hans Josef Stich, sei der Umsatz auf über neun Millionen Euro gestiegen. Über 1,1 Millionen Euro seien investiert worden, wobei kein Darlehen aufgenommen werden musste. In die Tilgung von Schulden flossen weitere 1,1 Millionen Euro. Die Gesamtverschuldung liege nun bei 21 Millionen Euro, wobei sie in den vergangenen Jahren von 26 Millionen Euro kontinuierlich vermindert worden sei.

2011 seien 10.000 Besucher mehr in Therme und Saunaland gezählt worden als im Jahr zuvor, fuhr er fort. Insgesamt kamen 735.000 Gäste in die Obermain-Therme; davon waren 177.648 Saunabesucher, was ebenfalls einer Steigerung zum Vorjahr um 3,33 Prozent entspricht. Diese Zahlen seien vor dem Hintergrund eines neuen Mitbewerbers am Markt sehr beruhigend. Die Neueröffnung des Bamberger Spaßbades "Bambados" im November 2011 habe man mit Interesse verfolgt, zumal dieses Bad auch über eine Sauna verfüge. Was die Besucherzahlen angehe, sei man nun beruhigt: "Wir konnten keinen erheblichen Einbruch der Zahlen feststellen."


Saunaland wird größer


"Wir wollen Wellness-orientierten Saunagästen Raum geben", ergänzte Christian Meißner, "wir denken nicht aus Jux und Tollerei über die Saunaerweiterung nach". In den kommenden Monaten werde sich der Zweckverband mit der Frage befassen, wie die Saunaerweiterung angegangen werden soll, die für 2012 ins Auge gefasst wird. Der Deutsche Sauna-Verband habe der Obermain-Therme attestiert, dass sie ein Fünf-Sterne-Premium-Saunaland besitze; diese gute Klassifizierung wolle man halten und sogar ausbauen. Christian Meißner: "Wir wollen aus unserem Dreier- einen Siebener-BMW machen."

Auch die beiden GmbHs des Zweckverbands (Biomasse- sowie Gastro- und Service-GmbH) hätten 2011 gute Ergebnisse erzielt, sagte der Werkleiter.

Mit seiner Rolle als Vorsitzender des Zweckverbands habe er sich sehr schnell arrangiert, sagte der neue Landrat: "Ich bin erstaunt, wie schnell man das zu einer Leidenschaft machen kann." Besonders freue ihn das Ergebnis der einer Postleitzahlen-Auswertung unter den Thermenbesuchern: "Die meisten Gäste der Therme kommen aus dem eigenen Landkreis." Dicht auf den Fersen seien den Lichtenfelser Kreisbewohnern aber die Bamberger und die Coburger.