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Stadtrat Lichtenfels beschließt Neubau von Concept Laser

Der heimische Global Player Concept Laser plant einen Neubau mit Verwaltungs- und Produktionsgebäuden. Entsprechend groß ist die Begeisterung vor Ort.
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Concept Laser am jetzigen Standort im Stadtteil Schney, im Gewerbegebiet "An der Zeil". Dort war die verfügbare Fläche nicht ausreichend für die geplante Expansion. Foto: Ramona Popp
Concept Laser am jetzigen Standort im Stadtteil Schney, im Gewerbegebiet "An der Zeil". Dort war die verfügbare Fläche nicht ausreichend für die geplante Expansion. Foto: Ramona Popp
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Die Zeit drängt, und bis zur regulären nächsten Stadtratssitzung am 8. Mai konnte und wollte man nicht warten. Deshalb gab es gestern eine Sondersitzung, die mit einem auf den ersten Blick unspektakulär erscheinenden Tagesordnungspunkt zum Gewerbegebiet B 89 an der A 73 bzw. B 173 einen ganz großen Wurf für Lichtenfels besiegelte. Das Areal geht quasi komplett an das bislang im Stadtteil Schney "An der Zeil" angesiedelte Unternehmen Concept Laser. Gemeinsam mit seinem starken Partner, dem US-Konzern General Electric (GE) plant der Pionier im 3D-Laser-Metalldruck den Neubau eines "3D-Campus" auf rund 117 000 Quadratmetern Fläche.

Einem repräsentativen Verwaltungsgebäude sollen sich Produktionsanlagen anschließen. All das in lichter Architektur mit viel Glas, also kein Klotz im Maintal. Das Vorhaben ist ehrgeizig: Baubeginn noch heuer im September; Ende 2018 soll bereits die erste Maschine in der neuen Fabrik entstanden sein. An die Stadt herangetragen worden war die Idee aber erst vor gut fünf Wochen. In einem Anruf hatte der Geschäftsführer von Concept Laser, Frank Herzog, dem Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) geschildert, dass das Unternehmen dringend Flächen brauche, um sich hier am Standort zu entwickeln. Die Erweiterungspläne, die man Ende 2016 dem Bauausschuss vorgelegt hatte, würden für das enorme Wachstum nicht ausreichen. Hügerich nannte das eilige Ansinnen eine Riesenherausforderung. Demgegenüber witterte er die äußerst seltene Chance, nun ein Unternehmen als Interessenten für alle Flächen in dem langersehnten Gewerbegebiet an der A 73 zu haben. "Das ist ein riesiger Impuls für unsere Stadt und die gesamte Region", unterstrich Hügerich.
Eine beachtliche Leistung war es auch, schon zwei Tage nach besagtem Telefonat alle Grundstückseigentümer an einem Tisch zu versammeln. Hierfür zollte Frank Herzog der Stadtverwaltung Respekt. Der Bürgermeister hatte dafür gesorgt, dass das Lob bei denen direkt ankam, die es betraf: Die entscheidenden Mitarbeiter saßen mit im Sitzungssaal. Ohne dieses Team wäre der Erfolg nicht möglich gewesen, sagte der Rathauschef. Auch den Grundstückseigentümern, die vor elf Tagen beim Notartermin die erforderlichen Unterschriften für den Verkauf gesetzt hatten, dankte er für das gute Miteinander. Frank Herzog ergänzte, es sei ihm ein Anliegen gewesen, jedem den gleichen Preis, einen fairen Preis, zu bezahlen. Das habe hervorragend geklappt.


Aus Lichtenfels in die Welt

In einer lebendigen Präsentation schilderte Franz Herzog die Entwicklung von Concept Laser von der Gründung im Jahr 2000 bis heute. Während eines Studienjobs bei der Robert Hofmann-GmbH, der Firma des Onkels seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Kerstin, habe er eine Maschine gesehen, die das 3D-Verfahren mit Flüssigharz und UV-Licht umsetzte. "Wenn das mit Metall ginge, das wäre 'ne Wucht", habe er sich gedacht - und sei ermuntert worden, auszuprobieren, wie das funktionieren könnte. 1998 sei der erste Metalldrucker entstanden. Die Entwicklung, die diese Innovation nahm, sei damals auch für ihn nicht absehbar gewesen. Das Potenzial der Technologie aber ist enorm: Ob in der Raumfahrt, der Motorentechnik oder bei Gelenkimplantaten können Kosten eingespart werden - im medizinischen Bereich nicht nur durch geringeren Materialeinsatz sondern sogar durch schnellere Genesung, wie Herzog berichtete. Hier seien Weltpatente entwickelt worden.

2016 habe man entschieden, mit GE in ein Boot zu steigen, um das prophezeite Wachstum mit einem starken Partner stemmen zu können. Der Beschluss für den überarbeiteten Planentwurf des Gewerbegebiets fiel einstimmig und unter Applaus. Die Rudolf-Diesel-Straße wird ausgebaut und schließt künftig im Westen mit einem Wendeplatz ab. Die Wortmeldungen aus allen Fraktionen zeigten Begeisterung: Von einem Glücksgriff war die Rede, einer Sternstunde, einem großen Wurf für Lichtenfels. Robert Gack, seit 27 Jahren für die CSU im Stadtrat, konnte sich an keinen Beschluss erinnern, der so leicht gefallen sei und für die Stadt eine so große Bedeutung hatte.


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