Bad Staffelstein

Stadtbücherei Bad Staffelstein: Abenteuer zum Lesen und Hören

Seit zehn Jahren ist die Staffelsteiner Stadtbücherei in ihren Räumen über der Kreissparkasse.
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Büchereileiterin Christa Hümmer (links) und ihre Stellvertreterin Ruth Wagner räumen Bücher in die Regale. Foto: Matthias Einwag
Büchereileiterin Christa Hümmer (links) und ihre Stellvertreterin Ruth Wagner räumen Bücher in die Regale. Foto: Matthias Einwag
Matthias EinwagWas haben Harry Potter und Hape Kerkeling gemeinsam? Sie liegen in der Gunst der Staffelsteiner Leser ganz vorne.
"Pettersson und Findus" sind ein Dauerbrenner bei Kindern. Rund zehn Bände hat die Stadtbücherei - doch die sind dauernd ausgeliehen. Ein Favorit unter den Jugendbüchern ist "Die Tribute von Panem". Am besten aber gehen Hörbücher: "Harry Potter" liegt im Ranking weit vorne, "Der Gefangene von Askaban" beispielsweise wurde im vergangenen Jahr 330-mal ausgeliehen. Knapp übertroffen wurde das nur durch Hape Kerkelings wegweisendes (Hör-) Buch "Ich bin dann mal weg", das 341-mal geordert wurde. Spitzenreiter allerdings ist das Hörbuch "Das Spiel der Könige" von Rebecca Gablé, von den Staffelsteinern 541-mal entliehen.
Beeindruckende Zahlen sind das, die Büchereileiterin Christa Hümmer und ihre Stellvertreterin Ruth Wagner dem Computer entlocken.
Sie sind zwei von insgesamt 20 ehrenamtlichen Kräften, die dreimal wöchentlich die Pforten der Bibliothek öffnen. Auf besonderen Wunsch der Leser seit kurzem jeweils eine Stunde länger.


Vom Kleinkind bis zum Senior

Fünf der 1718 eingeschriebenen Leser sind über 90 Jahre alt. Die jüngsten Nutzer sind im Kleinkindalter, sie bekommen zum Beispiel kartonierte Kinderbücher von den Eltern mitgebracht. Neben Tausender Bücher gibt es 508 DVDs, 131 Spiele und 31 Zeitschriften in der Stadtbücherei.
Und dann sind da noch die Dichterlesungen. In den zehn Jahren, in denen die Bücherei unter neuem Konzept und in neuen Räumen existiert, waren zahlreiche Literaten zu Gast oder sie lasen bei Terminen, die von der Bücherei zusammen mit Schulen organisiert wurden. Nora Gomringer, Ulli Olvedi, Collin McMahon, Vera C. Koin, Judith Allert, Helmut Vorndran, Friederike Schmöe, Christoph Kreitmeir, Anette Weber und Nevfel Cumart kamen bereits zum Lesen nach Bad Staffelstein. Darauf sind Christa Hümmer und Ruth Wagner ein wenig stolz - ebenso darüber, dass Tanja Kinkel heuer eine Lesung anlässlich des zehnten Bücherei-Jubiläums zugesagt hat. Sie kommt am 29. Juni.


Bunt gemischter Leserkreis

Ein Blick auf den Leserkreis der Bibliothek zeigt, dass alle Altersgruppen vertreten sind. Mit 992 Nutzern sind Familien die stärkste Gruppe, gefolgt von Erwachsenen (275), Kindern und Jugendlichen (179), Senioren (107) und Urlaubern (104). Auch Patienten der Schön-Klinik seien immer wieder unter den Entleihern.
Natürlich kennt keiner des Teams alle eingeschriebenen Leser. Die Vorlieben der meisten Dauerkunden sind den Mitarbeitern jedoch sehr wohl bekannt. "Man hat so eine richtige Bindung an die Leute nach zehn Jahren", sagt Christa Hümmer, die von Anfang an dabei ist. Sie liest selbst sehr gern und viel und weiß, wem sie welches (Hör-) Buch empfehlen kann. Die ältesten Leser, die über 90-Jährigen, zählen übrigens zu den ganz aktiven, sagt Christa Hümmer, denn sie haben oft ganz spezielle Wünsche.
Generell sind - neben den eingangs genannten Titeln - weiterhin Heimatkrimis sehr beliebt. Die Autoren müssen nicht aus Franken sein, auch andere Schauplätze stoßen auf das Interesse der Leser. Zum Beispiel die Bestseller der kulinarischen Franz-Eberhofer-Serie von Rita Falk. Wegen des großen Interesses der Leser hat das Team eigens einen Ständer mit Heimatkrimis bestückt.
Unter den Jugendbüchern gehe die "Percy Jackson"-Reihe von Rick Riordan sehr gut. "Diese Bücher werden von denen gelesen, die mit Harry Potter durch sind", sagt Christa Hümmer. Jahreszeitlich unterschiedlich, aber durchwegs gut laufen Sachbücher - Gartengestaltung, Lebensfragen, Oster- oder Weihnachtsbasteln.
Und welches Werk würde Christa Hümmer persönlich als ihr momentanes Lieblingsbuch empfehlen? Spontan fallen ihr gleich zwei ein: "Der Junge, der nachts die Sonne fand" von Luca di Fulvio sowie "Die Pfaueninsel" von Thomas Hettche.

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