Bad Staffelstein
Betreuung

Selbstbestimmung bis zuletzt

Der Lichtenfelser Hospiz-Verein stellte sich und seine Arbeit in Bad Stafffelstein vor.
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Schwerkranke müssen mit der Begleitung durch Hospizhelfer einverstanden sein. Archivbild: epd
Schwerkranke müssen mit der Begleitung durch Hospizhelfer einverstanden sein. Archivbild: epd
Im Rahmen der "Gespräche über die letzten Dinge" im evangelischen Gemeindehaus in Bad Staffelstein fand ein Gesprächsabend der ökumenischen Kur- und Urlaubsseelsorge Bad Staffelstein in Zusammenarbeit mit dem Hospizverein Lichtenfels statt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hospizvereins stellten ihr Engagement in der Sterbebegleitung vor und berichteten von ihren Erfahrungen. Pfarrer Helmuth Bautz moderierte die Veranstaltung im großen Gemeindesaal.

Zum Einstieg wurde ein Kurzfilm gezeigt. "Existentia" von David Clay Diaz zeigte, wie schnell es beim Thema Tod und Sterben mit dem Expertentum vorbei sein kann. "Der Umgang mit Sterben und Tod kann manchmal ohnmächtig machen", sagte Bautz.
Der Hospizverein wolle dazu beitragen, Menschen mit befristeter Lebenserwartung ein erfülltes Leben bis zuletzt und ein Sterben in Würde und Selbstbestimmung zu ermöglichen, unterstrich die Vorsitzende Evelyn Kondruss.

Sie erinnerte an die Begründerin des Hospizgedankens, Cicely Saunders. Die britische Ärztin war überzeugt, dass es möglich sei, die letzten Tage eines Menschen angenehm zu gestalten. Die Entwicklung von Palliativmedizin und Hospizen sei ganz wesentlich ihr zu danken. Kondruss teilte ihre Aussage, dass Sterben eine Chance sei, Freunden und Familie noch einmal Danke zu sagen. Die letzten Augenblicke könnten die wichtigsten im Leben werden. "Und diese Augenblicke können den Mitmenschen Erfahrungen erschließen, die Leben und Sterben erst einen Sinn geben", sagte Kondruss. Es seien sehr persönliche Erfahrungen, die zum Motor eines sehr öffentlichen Engagements werden.


Auch Sozialarbeiter und Seelsorger sind wichtig

Noch wichtiger für die Hospizarbeit sei die Erkenntnis, dass der Schmerz, unter dem Sterbende manchmal leiden, physische, emotionale, soziale und spirituelle Komponenten umfasse, unterstrich die Vorsitzende. Im "totalen Schmerz" seien physische Beschwerden untrennbar verbunden mit dem Leid, das aus Gefühlen der Machtlosigkeit und des Ausgeliefertseins an das eigene Schicksal entstehen könne. "Deshalb kann dem totalen Schmerz auch nur ein interdisziplinäres Team begegnen, dem neben Medizinern auch Therapeuten, Sozialarbeiter und Seelsorger angehören", so Kondruss.

Die hauptamtliche Mitarbeiterin des Hospizvereins Lichtenfels, Sabine Schramm, machte deutlich, dass außer ihr alle Helfer und Helferinnen ehrenamtlich tätig seien. Man betreue den gesamten Landkreis und die Aufgaben seien sehr vielfältig. Die Mitarbeiter besuchten ständig Schulungen und Weiterbildungskurse. Für die Ausbildung werde ein 120-Stunden-Kurs angeboten. Neue Leute würden allein schon wegen der Altersstruktur der Mitarbeiter gesucht. Ihre Aufgabe bestehe in der Kontaktaufnahme mit den Angehörigen. Dann stelle sie vor Ort fest, welche Maßnahmen ergriffen werden sollten. Wichtig sei, dass der Schwerkranke mit der Begleitung einverstanden ist. Die könne wenige Tage umfassen, aber sich auch über Jahre hinziehen, wenn sich ein Patient zwischendurch wieder erholt.

Im Dialog mit den Teilnehmern erzählten die Hospizhelferinnen Inge Atzpodien und Wibke Pülhorn von ihrer Arbeit. Das Durchleben der Trauer sei ein sehr persönlicher, individueller Weg. Für manche Trauernde sei es wichtig, in einem Gespräch Unterstützung und Begleitung zu erfahren. Trauer sei ein Reifeprozess. Es gehe darum, Bilanz zu ziehen und das Leben neu zu ordnen. Es helfe, Erfahrungen auszutauschen und sich zu unterstützen. Diese Treffen finden jeweils am letzten Mittwoch im Monat von 17.30 bis 19 Uhr im Hospizraum im Pabstenweg 11 in Lichtenfels statt.

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