LKR Lichtenfels
Bilanz

Schwierige Zeiten, gute Zahlen

Trotz der anhaltenden Zinsflaute konnten die Raiffeisen- und Volksbanken im Landkreis beachtliche Zuwächse verzeichnen. Der Bilanzgewinn betrug über zwei Millionen Euro. Die Zahl der Mitglieder stieg um 623 auf 29 389.
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Stellten gestern im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz die Zahlen für das Jahr 2014 vor: (v. li.) Thomas Siebenaller, Hans-Joachim Autsch, Vorsitzender des Genossenschafts-Kreisverbandes Lichtenfels, Thomas Lang und Randolf Menna.  Foto: Gerda Völk
Stellten gestern im Rahmen einer Bilanzpressekonferenz die Zahlen für das Jahr 2014 vor: (v. li.) Thomas Siebenaller, Hans-Joachim Autsch, Vorsitzender des Genossenschafts-Kreisverbandes Lichtenfels, Thomas Lang und Randolf Menna. Foto: Gerda Völk
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Die zum Genossenschaftskreisverband Lichtenfels gehörenden Raiffeisen- und Volksbanken verbuchen für 2014 einen Bilanzgewinn von 2,09 Millionen Euro. Damit liegen die Raiffeisen-Volksbank Lichtenfels-Itzgrund, die Raiffeisenbank Obermain-Nord und die Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein etwas über dem Vorjahresniveau, wie Vorstandsvorsitzender Hans-Joachim Autsch gestern bei der Bilanzpressekonferenz betonte. "2014 konnten wir in fast allen wichtigen Bilanzkategorien respektable, manchmal sogar deutliche Zuwächse beziehungsweise das Vorjahresniveau erreichen", so Autsch.

Zu den Herausforderungen im abgelaufenen Jahr zählte Autsch den anhaltenden Abwärtstrend im Zinsbereich und die immer drastischer werdenden regulatorischen Vorgaben. Steigende Kosten, die nicht durch das eigentliche Kerngeschäft verursacht werden, hemmen das Geschäft und das bei sinkenden Erträgen.
Dass trotzdem respektable Ergebnisse erreicht werden konnten, liege am tragfähigen Fundament der drei Banken und an der soliden Arbeit ihrer Mitarbeiter.

Die wichtigste Ertragssäule, die Zinsspanne, schmelze langsam dahin, beklagte Autsch. Zwar sind die aktuell niedrigen Zinsen für Häuslebauer, Käufer und Renovierer ein Segen, für Geldanleger aber eher eine traurige Sache. "Unter den niedrigen Zinsen leiden besonders die Leute, die Geld für ihre Altersvorsorge anlegen wollen", sagte Autsch.

Die persönliche Beratung bleibe weiterhin eine große Stärke der drei Banken. Obwohl sich auch hier ein verändertes Kundenverhalten abzeichne. Kunden wollen heute online recherchieren, Produkte vergleichen und Routineangelegenheiten erledigen. Gleichzeitig wollen sie aber auch durch ihre Banken beraten und betreut werden.
Zum 1. Januar haben die EZB und die Bundesbank eine neue Bargeldverordnung aufgelegt. Jetzt gehört es zum Aufgabenbereich der Genossenschaftsbanken, das Münzgeld einer Prüfung zu unterziehen und beschädigte Münzen und Falschgeld aus dem Verkehr zu ziehen. Dazu mussten alle Mitarbeiter, die mit Bargeld zu tun haben , geschult und eine neue zertifizierte Maschine für rund 17 000 Euro angeschafft werden.

Der Genossenschaftskreisverband konnte das Jahr 2014 mit einem "ordentlichen Gewinn" abschließen und das Eigenkapitalpolster weiter stärken. "Zudem ist unsere Ertrags- und Kostensituation nach wie vor gut", erläuterte der stellvertretende Vorsitzende des Genossenschaftskreisverbandes Randolf Menna, der das Zahlenwerk vorstellte. Die Bilanzsumme der drei Banken, der Raiffeisenbank Obermain Nord, der Raiffeisen-Volksbanken Bad Staffelstein und Lichtenfels-Itzgrund, hat sich um 3,69 Prozent auf eine Gesamtsumme von 1,376 Milliarden Euro erhöht. Damit liege der Genossenschaftskreisverband nicht nur leicht über dem bayerischen Durchschnitt von 3,5 Prozent, sondern auch über der Quote der oberfränkischen Volks- und Raiffeisenbanken.

Die Ausleihungen stiegen um 28,4 Millionen Euro auf 577 Millionen Euro. Dies entspricht einem Wert von knapp 5,2 Prozent. Obwohl niedrige Zinsen immer weniger Sparanreize bieten, konnten die Kundengelder um zwei Prozent auf insgesamt 1,078 Millionen Euro gesteigert werden. Hinzu kommen laut Randolf Menna noch die Einlagen bei den zahlreichen Verbundpartnern, sodass sich die Höhe des betreuten Kundenvolumens auf 2,144 Milliarden Euro summierte, was einer Gesamtsteigerung von 4,4 Prozent gegenüber den Vorjahreszeitraums entspricht.

Mit dem erwirtschafteten Geld konnten die Rücklagen auf 57,9 Millionen Euro aufgestockt werden. Dies entspricht einer Steigerung von 4,52 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Neben der Vorsorge wurden im letzten Jahr 1,288 Millionen Euro in Gebäude und in die Büro- und Geschäftsausstattung investiert. Die drei Genossenschaftsbanken beschäftigen 327 Mitarbeiter und bilden 25 junge Menschen zu Bankkaufleuten aus.

Mit einem gewissen Stolz berichtete Menna von der sehr guten Eigenkapitalsituation. Die bilanziellen Eigenmittel erhöhten sich um 8,7 Millionen Euro auf fast 121,4 Millionen Euro. Das davon erwirtschaftete versteuerte Eigenkapital stieg um 9,5 Prozent auf 98,6 Millionen Euro. Einen Zuwachs gab es auch bei den Mitgliederzahlen, die um 623 auf insgesamt 29 389 anstiegen. Damit sind mehr als 44,4 Prozent der Kunden auch Eigentümer ihrer Bank. Wie Menna weiter mitteilte, will der Genossenschaftskreisverband der Vertreterversammlungen eine Auszahlung von vier Prozent Dividende für das Geschäftsjahr 2014 vorschlagen. Bemerkenswert sei auch das soziale Engagement für die Region. Insgesamt wurden 217 583 Euro an soziale Einrichtungen, Kirchen, Vereine und Schulen weitergegeben.

Für das aktuelle Geschäftsjahr gab Randolf Menna eine verhalten optimistische Prognose ab. Auch wenn die vergangene und prognostizierte Zinsentwicklung etwas auf die Stimmung drückt, als Regionalbank hätten die drei Genossenschaftsbanken ihre ganz besonderen Stärken zu bieten.
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