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Weidnitz
Jagd

Schwarzkittel werden im Kreis Lichtenfels zahlreicher

Im Landkreis Lichtenfels gibt es immer mehr Wildschweine. Die Jagdgenossenschaften überlegen, was sie dagegen tun können. Denn die Tiere könnten bei ihren Wanderungen die Afrikanische Schweinepest einschleppen.
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Wildschweine fühlen sich im Landkreis Lichtenfels wohl, ihre Zahl steigt. Jäger überlegen sich Maßnahmen dagegen. Foto: David Ebener/dpa
Wildschweine fühlen sich im Landkreis Lichtenfels wohl, ihre Zahl steigt. Jäger überlegen sich Maßnahmen dagegen. Foto: David Ebener/dpa
Die Arbeitsgemeinschaften der Jagdgenossenschaften im Bayerischen Bauernverband (BBV) trafen sich in Weidnitz, um sich mit den Wildschäden in Wald und Flur und der Intensivierung der Schwarz wildbejagung auseinanderzusetzen. Die Arbeitsgemeinschaft in Oberfranken bündelt die Interessen der Jagdgenossenschaften und trägt deren Anliegen an die Politiker und die Regierung weiter. In Oberfranken werden 688 Jagdgenossenschaften durch den Bauernverband betreut.

Der Betreuer der Jagdgenossenschaften, Dieter Heberlein von der BBV-Hauptgeschäftsstelle in Bamberg, zeigte die Entwicklung der Schwarzwildstrecken in den einzelnen Landkreisen auf und stellte fest, dass sich in den Landkreisen Bamberg, Forchheim, Lichtenfels die Strecken nochmals um 40 bis 50 Prozent erhöht hätten, nur im Osten von Oberfranken leicht rückläufig seien.
Wegen der grenzüberschreitenden Wanderung der Wildschweine bestehe die große Gefahr, dass diese die Afrikanische Schweinepest in spätestens zwei Jahren auch nach Deutschland einschleppten.

Wann ist ein Wildschaden ersatzpflichtig?

Der Sachverständige, Diplomingenieur Franz Brütting aus Bamberg, erläuterte die rechtlichen Grundlagen der Wildschadensersatzregelungen und dass nicht jeder Wildschaden auch ein ersatzpflichtiger Schaden sei. Die Landwirte seien grundsätzlich in der Wahl ihrer Anbauplanung frei, hätten aber die gute fachliche Praxis zu beachten und seien nur bei Sonderkulturen zur Einzäunung verpflichtet.

Ein Mitverschulden zum Beispiel durch Verhindern von Schutzmaßnahmen könne dazu führen, dass der Schadensanspruch nicht mehr gegeben sei oder dass der Geschädigte einen Teil des Schadens selbst zu tragen habe. Eine Grundvoraussetzung für den Ersatzanspruch sei die Einhaltung der Siebentagefrist für die Meldung der Wildschäden bei der Gemeinde. "Alle, die Wildschweine oder deren Wühl- und Aufwuchsschäden in Flur und Wald sehen, sollten unverzüglich mit dem Handy die Jagdpächter anrufen und informieren", riet Brütting. Nur so könnten diese schnell handeln.

Zuschuss für Zäune

Ab sofort kann jeder Waldbesitzer vom Bayerischen Bauernverband zur Einrichtung von Weiserzaunflächen einen Zuschuss von 145 Euro für den Zaunbau beantragen. Die Weiserflächen sind ein einfaches Hilfsmittel, um aufzuzeigen, wie groß das Verjüngungspotenzial von Waldbeständen ist und wie stark die Verjüngung durch Schalenwildverbiss beeinflusst wird.

Zum Thema Klimawandel, Waldumbau und dem Beitrag der Jagd zum Gelingen des Waldumbaus referierte Forstdirektor Oliver Kröner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Coburg. Durch den Klimawandel werde es den Prognosen zufolge längere Trockenperioden im Sommer und feuchtere, mildere Winter geben. Wetterextreme wie Stürme, Hagel, Starkregen und Dürre nähmen zu. Natürliche und naturnahe Buchenwälder seien für den Klimawandel gut gerüstet, sagte Kröner. In den trockenwarmen Gebieten von Oberfranken sei die Fichte durch Dürre, Sturmwurf und Insekten stark gefährdet. Naturnahe, baumartenreiche Mischbestände sollten zukünftig das Ziel sein. Kröner: "Damit dieses erreicht wird, muss der Rehwildverbiss reduziert werden." Der Zaunaufbau, der Unterhalt und der Abbau koste bei Wiederaufforstungen mit Mischbeständen bei einem Hektar etwa 4000 Euro.

Natürliche Verjüngung sollte möglich sein

Kröner sagte, in Art. 1 des Bayerischen Jagdgesetzes sei festgelegt, dass die Bejagung insbesondere die natürliche Verjüngung der standortgemäßen Baumarten im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen wie Zäune ermöglichen solle.

Der stellvertretende Sprecher der Jagdgenossenschaften, Michael Porzelt aus Kronach, empfahl den Jagdvorständen, regelmäßig Revierbegänge mit den Jagdgenossen und den Jägern durchzuführen. "Dabei kann Konflikten vorgebeugt werden und man kann über unterschiedliche Auffassungen sprechen", sagte Porzelt.
Über Erntejagden in Mais-, Raps- und Miscanthusfeldern und die notwendigen Sicherungsmaßnahmen berichtete der Schwarzwildberater Klaus Schmidt aus Wunsiedel. Die Bejagung der Wildschweine in der Feldflur und in den Rapsäckern müsse intensiviert werden, sagte Schmidt.

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