Bad Staffelstein

Schüler als Inhaber einer Löffelfabrik

Staffelsteiner Realschüler erfuhren im Würzburger Kunststoffausbildungzentrum viel über diese Werkstoffe. Die Exkursion sollten ihnen aufzeigen, welche Ausbildungsmöglichkeiten die Branche ihnen bietet. Somit wurden die Neuntklässer besser aufs Berufsleben vorbereitet.
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Die Schüler schleifen im Labor die Kanten der produzierten Löffel, Ausbilder Martin Wagner beobachtet die Arbeit. Fotos: p
Die Schüler schleifen im Labor die Kanten der produzierten Löffel, Ausbilder Martin Wagner beobachtet die Arbeit. Fotos: p
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"Es ist schon schade, dass wir es als Gesellschaft nur schwer schaffen, unsere Kinder so auf das Berufsleben vorzubereiten, dass sie mit großer Sicherheit den für sie passenden Beruf ergreifen", sagte Evi Trier von der Michelauer Unternehmensgruppe Scherer und Trier zum Auftakt des Projekttags. Dies sei einer der Hauptgründe, warum sich die Geschäftsleitung des Kunststofftechnikbetriebs dazu entschlossen habe, ein Projekt zu unterstützen, das genau dieser gesellschaftlichen Herausforderung entgegenwirke.
Auch Landrat Christian Meißner (CSU) stellte sich dieser Aufgabe und ermöglichte den Staffelsteiner Realschülern durch die Unterstützung des Landkreises die Fahrt zur Unternehmenssimulation.

Wie man ein Unternehmen führt


Eine genaue Vorstellung, was sie erwartet, hatten die Schüler der 9. Klasse der Realschule wohl nicht, als sie früh im Bus nach Würzburg saßen. Etwas Klarheit brachte ihnen zunächst die Vorstellung der Lehrlinge von Scherer und Trier, Julia Backert und Roman Rink, die während der Fahrt die Ausbildungsmöglichkeiten in der Kunststoffbranche erläuterten.
Auch Realschullehrer Michael Kolb und Martin Wagner, Ausbildungsleiter bei Scherer und Trier, waren sehr gespannt, was das Schülerlabor des Kunststoffzentrums SKZ zu bieten hat.
"Habt ihr heute früh schon etwas aus Kunststoff in der Hand gehabt?", war die erste Frage der Ausbildungsmeisterin Irena Heuzeroth im SKZ-Labor.
"Die Zahnbürste", antwortete Schüler Simon Herold, aber nicht nur die. In der Automobilindustrie sind Kunststoffe, verbunden mit anderen Werkstoffen, sehr gefragt. "Weil Kunststoff so leicht ist und somit auch das Auto", wusste ein anderer Schüler.
Die Vorstellung der Verarbeitungsverfahren von Kunststoffen traf auf interessierte Jugendliche. Und auch die Jugendbeauftragte des Landkreises Lichtenfels und Initiatorin der Fahrt, Emmi Zeulner, stellte beeindruckt fest: "Das ist eine aufmerksame, interessierte Klasse, die Schüler sind um keine Antwort verlegen."
Um ihr Können weiter unter Beweis zu stellen, wurden die Schüler mit der Bildung eines eigenen Unternehmens beauftragt. Alle Projektschritte hierfür waren so ausführlich in Unterlagen beschrieben, dass die Schüler eigenständig arbeiten konnten und mussten.
Ihre Projektfirma fertigte Eierlöffel aus Polycarbonat. Die notwendigen Maschinen, das Labor und die Computer wurden der Klasse zur Verfügung gestellt. Daraufhin ging es daran, sich so aufzuteilen, dass alle Positionen der Firma besetzt werden konnten.
Das Design-Team ermittelte, welche Farbe am Markt, also in der Klasse, derzeit am beliebtesten ist. Die Marktanalyse zeigte, dass Löffel in gelber Farbe gut ankommen. Die Technik, zuständig für die Materialermittlung und -zusammenstellung sowie fürs Anfahren der Maschinen, übernahm die Produktion der Löffel. Diese durften nur so viel kosten, dass der Konsument bereit sein würde, sie zu kaufen. Die Gruppe Finanzen über sollte die Kalkulation der Kosten und die Möglichkeiten zur Kostenreduzierung aufzeigen. Dies geschah anhand einer Tabellenkalkulation mit Kostenplan. Die Forscher arbeiteten im Labor und kümmerten sich um Materialauswahl, -test und -prüfung. Aus den gewonnenen Erkenntnissen wurden Vorgaben für die Produktion erstellt.
Nach der Herstellung der Löffel wurde im Labor die Qualität überprüft. Die Koordination der Teams übernahm die Gruppe Kommunikation.
Hierbei war Schüler Thomas Büttner der Chef und stellte fest, dass es nicht so einfach ist, den Informationsfluss am Laufen zu halten, wenn von allen Teams Anfragen kommen.
Die Kommunikationsgruppe berichtete nach getaner Arbeit im Rahmen einer Präsentation über den Tagesverlauf mit Bildern und einem selbst gedrehten Film.
Lehrer Michael Kolb war stolz auf die Leistungen seiner Schützlinge. Und bei den Schülern herrschte Einigkeit: Das war ein guter und spannender Tag. "Ich werde nicht nur zwölf Kunststofflöffel mitnehmen, sondern habe viel Interessantes für meinen weiteren Berufsweg gelernt", sagt der Schüler Christian Elflein.

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