Schney

Schneyer Spielmannszug: Eine Institution wird 60

"Sie sind hervorragende musikalische Botschafter weit über Schney und die Stadt Lichtenfels hinaus!" Mit diesen Worten charakterisierte die Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld (SPD) die Frauen und Männer des Spielmannszugs der Freien Turnerschaft Schney. Der feierte sein 60-jähriges Bestehen mit einem Konzert.
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Mit einem beeindruckenden Jubiläumskonzert feierte der Spielmannszug der Freien Turnerschaft Schney sein Jubiläum.  Fotos: Klaus Gagel
Mit einem beeindruckenden Jubiläumskonzert feierte der Spielmannszug der Freien Turnerschaft Schney sein Jubiläum. Fotos: Klaus Gagel
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Von einem "unverzichtbaren Bestandteil für den Landkreis Lichtenfels" sprach Helmut Fischer (CSU) in seiner Eigenschaft als stellvertretender Landrat. Doch das beeindruckendste Zeugnis stellten sich die Musiker selbst aus, bei ihrem Jubiläumskonzert aus Anlass ihres 60-jährigen Bestehens.
Das Nachmittagsprogramm war vom musikalischen Leiter Dominik Laubert und dem Stabführer Uwe Fleischmann mit viel Herzblut zusammengestellt worden. Es umfasste in rund 20 musikalischen Darbietungen eine erstaunlich breite Palette der Konzertmusik, wobei man stets berücksichtigen muss, dass es sich bei den Ausführenden nicht um Berufsmusiker handelt, sondern ausschließlich um musikbegeisterte Menschen, die auf freiwilliger Basis gemeinsam musizieren.

"Etwas verpasst"

Im Eingangsteil des Konzerts stand schmissige Marschmusik im Vordergrund.
Geradezu mitreißend gestaltete sich der letzte Teil des Konzerts mit Stücken, die auch durch James Last und anderen musikalischen Größen weltbekannt geworden sind. Nach dem "Gruß an Kiel" wurden die "Anker gelichtet" und beim "Matrimony" mit den begeisternden Zugposaunenteil (drei Solisten), schwebten sogar Sambaklänge durch die Halle. Die Musiker verabschiedeten sich von ihrem dankbaren Publikum mit dem "Kyffhäuser Turnermarsch". Doch damit war das Konzert noch nicht zu Ende, denn die Zuhörer verlangten eine Zugabe. Gerne erfüllten die Spielleute diesen Wunsch, indem sie noch einmal Gilbert O'Sullivans "Matrimony" darboten. "Schade, dass nicht mehr gekommen sind, sie haben wirklich etwas verpasst", stellte Stadtrat Rudi Breuning (SPD) zu Recht fest, der in seinem Grußwort die Glückwünsche der Schneyer Ortsvereine zusammenfasste.
Die meisten Stücke standen naturgemäß im Zeichen der Turnbewegung und spiegelten überaus gelungen das umfangreiche Repertoire der Spielleute, die auf viele öffentliche Auftritte und Einsätze in den zurückliegenden Jahren zurückblicken können. Nicht selten wurde auf so manch "lukrativeren" Auftrag verzichtet, wenn es galt, bei Turnfesten oder anderen Veranstaltungen der Turnerbewegung zu spielen. Darauf wies der Vorsitzende Hans-Heinrich Bergmann hin. Den Dank dafür überbrachte Winfried Weinbeer. Er übermittelte zugleich die Glückwünsche des Turngau Süd oberfranken und des BLSV-Bezirks und überreichte einen Wimpel mit den besten Wünschen für die Zukunft.
Auch der Landeswart für Musik und Spielmannswesen im BTV, Walter Wich-Herrlein, war zusammen mit dem oberfränkischen Bezirksfachwart für Musik und Spielmannswesen im BTV, Raimund Schuh, eigens nach Schney gereist, um den Spielleuten die Ehre zu erweisen. Wich-Herrlein erinnerte an die lange Tradition des Spielmannswesens ("Die Spielleute sind eigentlich die älteste institutionelle Musikerverbindung") und daran, dass die Turner und ihre Musiker ein wichtiger Teil der Freiheitsbewegung in Deutschland waren. Gemeinsam mit Rudi Schuh überreichte er eine Urkunde an den Vorsitzenden der Freien Turnerschaft Schney, Hans-Heinrich Bergmann, und den musikalischen Leiter des Spielmannszugs, Dominik Laubert.

Verdienste erworben

Um dem musikalischen Teil des Jubiläums möglichst breiten Raum zu geben, hatte man wohltuend auf einen langen historischen Rückblick verzichtet. Diesem wurde mit einer Kurzfassung der Geschichte Rechnung getragen, die auf den Tischen auslag. Dennoch tauchten im Laufe der Grußworte immer wieder Namen von Persönlichkeiten auf, die sich um den Spielmannszug der Freien Turnerschaft große Verdienste erworben hatten. Zu nennen sind hier Persönlichkeiten wie Andi Tischler, Lorenz Eber, Hans Kolb und Heinrich Rehm. Doch auch die aktiven Musiker des Spielmannszugs galt es zu ehren. Die herausragende Ehrung des BDMV, der Bundesvereinigung deutscher Musikverbände, wurde dabei in Abwesenheit an Karl-Heinz Lausberg und an Frank Bergmann verliehen. Sie erhielten die Ehrennadel in Gold mit Diamant für ihre 50-jährige aktive Tätigkeit. Die Verbandsehrennadel in Gold für 30-jährige Tätigkeit wurde Peter Barnickel, Dieter Paul, Christian Gick und Thomas Zametzer überreicht.
Die Ehrenurkunde des Vereins für mindestens 25 Jahre ununterbrochene aktive Mitarbeit im Spielmannszug erhielten Claudia Bergmann, Sabine Freitag und Tanja Schicke. Die goldene Ehrennadel für 15 Jahre wurde Wilfried Laubert, Dominik Laubert, Franz Groh und Thomas Zametzer angeheftet, und mit der silbernen Ehrennadel für mindestens zehn Jahre aktive Mitarbeit wurden Alexander Rehm und Florian Bergmann geehrt.
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