Laden...
Lichtenfels
Banken

Rückkehr der persönlichen Beratung vor Ort

Über die letzten Jahre haben sich die Bedürfnisse von Bankkunden stark verändert. Beratungsgespräche vor Ort und über Internet werden wieder stärker nachgefragt. Beides möchte die wiedereröffnete Filiale der Hypovereinsbank in Lichtenfels bedienen.
Artikel drucken Artikel einbetten
HVB-Vermögenskundenbetreuerin Simone Thomas (links) im Kundengespräch. Durch eine Videokonferenz zugeschaltet ist eine Immobilien-Expertin aus Nürnberg.  Foto: Maximilian Glas
HVB-Vermögenskundenbetreuerin Simone Thomas (links) im Kundengespräch. Durch eine Videokonferenz zugeschaltet ist eine Immobilien-Expertin aus Nürnberg. Foto: Maximilian Glas
+3 Bilder
Persönliche Beratungsgespräche in Banken erleben aktuell eine Renaissance. Davon ist zumindest Harald Zapf, zuständig für die Privatkunden der Hypovereinsbank in Oberfranken, überzeugt: "Lange Zeit hielt sich die Meinung, man brauche nur noch Direktbanken und kann den Rest selbst regeln. Mittlerweile erkennen die Menschen aber wieder, dass sie bei Beratern in Filialen besser aufgehoben sind."

Die Hypovereinsbank in Lichtenfels feierte am Freitagmorgen nach einer vierwöchigen Umbauphase Wiedereröffnung. Im Rahmen eines Tags der offenen Tür am Montag, 23. März können sich Bankkunden und Interessierte die renovierten und technisch aufgewerteten Räumlichkeiten im Detail ansehen. Die Maßnahme war Teil der bundesweiten Modernisierungsoffensive der Bank.
"Um auf die veränderten Kundenbedürfnisse zu reagieren, werden in ganz Deutschland bis Ende 2015 300 Millionen Euro investiert", sagt Filialdirektor Ralf Baumann. Nach den Schließungen der Filialen in Bad Staffelstein und Burgkunstadt Ende letzten Jahres ist Lichtenfels aktuell der einzige Standort der Hypovereinsbank im Landkreis. Harald Zapf möchte jedoch betonen, dass die ehemals drei Standorte nur zusammengelegt und keinerlei Arbeitsplätze verloren gegangen seien. Auch der Verlust an Kunden habe sich in Grenzen gehalten. Ein Problem von zu großen Entfernungen sieht Zapf nicht. Für ein umfangreiches Beratungsgespräch seien Kunden auch bereit, mal 30 bis 40 Kilometer mit dem Auto zurückzulegen.

Einen anderen Ansatz mit deutlich mehr Standorten verfolgt die Sparkasse Coburg-Lichtenfels. "Wir wollen für Menschen und Unternehmen an jedem Ort und zu jeder Zeit der wichtigste persönliche Ansprechpartner in Finanzfragen sein", sagt Walter Partheymüller, Abteilungsleiter der Unternehmenskommunikation. Mit derzeit 14 Filialen ist die Sparkasse flächendeckend gut im Landkreis vertreten. Partheymüller: "Keine Filiale steht aktuell zur Disposition." Der Unternehmenssprecher betont, dass die Kunden durch ihr persönliches Nutzungsverhalten selbst starken Einfluss auf den Erhalt von Filialen haben.

Die Hypovereinsbank dagegen will sich vor allem durch ihre neue Online-Filiale von den Wettbewerbern abgrenzen: "Wir sind die einzige Bank, die unseren Kunden online Beratungsgespräche mit festen Ansprechpartnern ermöglicht", erklärt Ralf Baumann. Kunden haben täglich von 8 bis 22 Uhr die Möglichkeit, sich online in einem Chat oder einer Videositzung mit dem gewünschten Berater zu verabreden. Ein allgemeiner Vorteil von Banken im ländlichen Raum sei vor allem der intensive Kundenkontakt. "Die Ansprüche der Kunden sind hier genauso hoch wie in Großstädten, aber man redet hier schon mal eher über den Korbmarkt als beispielsweise die Kollegen in München über das Oktoberfest", sagt Ralf Baumann. Auch die Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein mit ihren sechs Filialen stellt sich auf die hiesigen Besonderheiten ein. Vorstandsvorsitzender Randolf Menna erklärt: "Da wir ländlich strukturiert sind, legen wir großen Wert auf die Betreuung unserer landwirtschaftlichen Kunden durch speziell ausgebildete Landwirtschaftsberater."

Kommentare (1)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren