Redwitz

Redwitz baut an seinem Bild und für seine Zukunft

Gutes Wirtschaften und Verhandeln erlauben es der Gemeinde, Projekte zur Verbesserung der Ortsmitte anzugehen. Das ist auch das Verdienst vieler Mitbürger, die engagiert mitarbeiten.
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Das Gutmann-Haus spielt im Gestaltungs- und Nutzungskonzept eine zentrale Rolle.  Fotos: Thomas Micheel
Das Gutmann-Haus spielt im Gestaltungs- und Nutzungskonzept eine zentrale Rolle. Fotos: Thomas Micheel
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Gute Nachrichten gab es bei der Bürgerversammlung: Die Pro-Kopf-Verschuldung der Gemeinde sank von 403 Euro (Jahr 2013) auf 373 Euro (2014). Dennoch sind Investitionen und etliche Baumaßnahmen getätigt worden. Bürgermeister Christian Mrosek (CSU) stellte vor einer stattlichen Zuhörerkulisse fest, dass sich nach der Kommunalwahl einiges im Gemeinderat geändert habe. "Neue Ideen und Gedanken fließen in die Arbeit mit ein." Bürgernähe sowohl im Rathaus als auch im Außendienst sowie ein Miteinander stehen für den Bürgermeister an erster Stelle. In der Gemeinde werde in den fast 50 Ortsvereinen und Institutionen viel ehrenamtliche Arbeit geleistet und trage damit einen wichtigen Beitrag zur Gemeinschaft bei. Mroseks besonderer Dank galt den Mitgliedern der Feuerwehr für ihre 2744 Einsatzstunden.


In seinem Rückblick stellte der Bürgermeister fest, dass die Haushalte ordentlich aufgestellt und Investitionen auf den Weg gebracht worden seien. Diese stärkten den Standort Redwitz und machten ihn mit den Ortsteilen zu einem attraktiven Wohn- und Arbeitsort.

Finanziell hat sich alles besser entwickelt, als zunächst gedacht

Bezüglich der finanziellen Situation teilte er mit, dass der Haushalt der Gemeinde im vergangenen Jahr dank fließender Gewerbesteuereinnahmen gut dastehe. Dies habe sich am Anfang nicht so abgezeichnet. Der Gesamthaushalt schloss im Jahr 2014 mit 9 703 794 Euro ab, das waren in Einnahmen und Ausgaben 143 794 Euro mehr als im Vorjahr. Vor allem waren mehr Gewerbesteuer, Einkommensteuerbeteiligung und Schlüsselzuweisungen zu verzeichnen. Der Bürgermeister hob hervor, dass in der Endabrechnung der Gewerbesteuer zum 31.12.2014 mit 2,6 Millionen Euro eine runde Million mehr als dem angenommenen Vorauszahlungssoll von 1,65 Millionen Euro zu Beginn des Jahres zu verzeichnen war. Die Ausgaben im Verwaltungshaushalt stiegen 2014 um rund 177 000 Euro auf 2 210 433 Euro.

Aufgrund der genannten Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer musste der vorgesehene Kredit in Höhe von 401 519 Euro zur Finanzierung geplanter Maßnahmen im Vermögenshaushalt nicht aufgenommen werden..Der Hebesatz des Landkreises Lichtenfels blieb unverändert bei 46,50 Prozentpunkten. Hier hielt Mrosek fest, dass die Landkreise und Bezirke nur schwer in der Lage seien, ihre Umlagesätze spürbar zu reduzieren. Als Grund hierfür nannte er die weiterhin rasant steigenden Ausgaben im Sozialbereich. Weiter stehen im Landkreis Lichtenfels große Projekte an, wie der Neubau des Klinikums und die weitere Sanierung der Realschulen und Gymnasien sowie der Betritt zum VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg). Als erfreulich wertete der Bürgermeister die 871 000 Euro Schlüsselzuweisung vom Staat für die Gemeinde im laufenden Jahr 2015. Weiter ließ er wissen, dass nach der teilweisen Tilgung der Kredite aus den Vorjahren in Höhe von 103 930 Euro im vergangenen Jahr und der nicht benötigten Kreditaufnahme die Gemeinde einen Schuldenstand von 1 258 070 Euro aufweise.

Weit unter dem Landesdurchschnitt

"Wir hatten keine Neuverschuldung und somit eine Senkung der Pro-Kopf-Verschuldung auf 373 Euro", teilte Mrosek mit. Die Landesdurchschnittsverschuldung von kreisangehörigen Gemeinden der gleichen Größe belaufe sich auf 703 Euro pro Einwohner und die Durchschnittsverschuldung innerhalb des Landkreises liege bei 1196 Euro. Ende 2014 waren 113 Menschen im Gemeindegebiet als arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 4,4 Prozent entspricht.

Neben den laufenden Unterhaltsmaßnahmen im gesamten Gemeindegebiet sowie Reparaturarbeiten, erforderlichen Anschaffungen und Bauunterhalt waren sehr viele Einzelmaßnahmen beschlossen und durchgeführt worden. Hier nannte Mrosek unter anderem, als erfreuliche Gestaltung für die Weiterentwicklung der Gemeinde, den Umbau der alten Schule durch die Regens-Wagner-Stiftung Dillingen/Burgkunstadt zu einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung. Zwei weitere Kinderkrippen mit 24 Plätzen wurden in der Evangelischen Kindertagesstätte "Grünschnabel" gebaut und für den Kindergarten Mannsgereuth wurden die Außenanlagen verbessert. Vorausschauend heiße es, Ersatzbeschaffungen für den Bauhof, die Feuerwehren (Einführung des Digitalfunks) und Reparaturen für das Schwimmbad einzuplanen. Die Anschaffung eines dritten Fahrzeugs für die Feuerwehr Redwitz an Stelle des fast 35 Jahre alten Tankers ist beschlossen worden.
"Wir wissen, dass noch einige Straßen, zum Teil mit Wasser- und Kanalleitungen, in Redwitz und den Ortsteilen erneuert werden müssen", wandte sich Mrosek an die Versammlung. "Doch solche Maßnahmen hängen von den finanziellen Möglichkeiten einer Kommune ab." Eingeplant für dieses Jahr sei der Komplettausbau der Walter-Schäffler-Straße. Die Kosten belaufen sich auf rund 375 000 Euro. Die Kelleranlagen im Bereich Mühlberg sind in den kommenden Jahren zu sanieren, da Feuchtigkeit und Wasser eintritt.

Hauptaugenmerk liegt auf der Städtebauförderung und auf dem Projekt Soziale Stadt

Eine kostenintensive Maßnahme in den nächsten Jahren werden im gesamten Gemeindebereich die Einleitungsstellen für Oberflächenwasser gemäß dem Wasserrechtsverfahren sein. Ein Hauptaugenmerk 2014 galt der Städtebauförderung im Projekt Soziale Stadt mit dem Integrierten Handlungskonzept und der Rahmenplanung für den Innerortsbereich. Dabei werde die Gemeinde von der Regierung von Oberfranken, Abteilung Städtebauförderung, unterstützt. In Zusammenhang mit dieser, dem Architekturbüro Huber aus Bamberg und dem Quartiersmanagement wurde ein städtebaulicher Rahmenplan für die Ortsmitte rund um den Marktplatz erstellt und der Bevölkerung vorgestellt. Die Rahmenplanung stellt das grundlegende Konzept für die Entwicklung der Ortsmitte für die nächsten 15 bis 20 Jahre dar. Sie ist eine Aktualisierung und Weiterentwicklung der bereits seit Jahren bestehenden Planungsprozesse.

Gemeinsam wurde ein kommunales Ansiedlungs- und Wohnraumförderprogramm für die Großgemeinde erarbeitet mit dem Ziel, dass sich noch mehr Familien hier niederlassen. "Bei allen Unwegsamkeiten darf man nicht vergessen", appellierte der Bürgermeister, "was unser Redwitz und seine Ortsteile alles zu bieten haben. Wir sind eine Gemeinde, in der es sich wirklich gut leben lässt. Wir gemeinsam sind dazu da, um bei Problemen auch Lösungen dafür zu finden."

Schnelles Internet für alle

Als einen wichtigen Standortfaktor sah der Bürgermeister die Breitbandversorgung. Als erste Gemeinde im Landkreis habe die Gemeinde Redwitz bereits 2011 alle Ortsteile mit Glasfaserkabel erschlossen, eine Maßnahme, die andere Gemeinden erst jetzt mit einem neuen Förderprogramm in Angriff nehmen wollen. Dennoch werde im Rahmen des neuen Förderprogramms im Gemeindegebiet ermittelt werden, ob noch Optimierungsmöglichkeiten, insbesondere in den Gewerbegebieten, bestehen.

Das Freibad besuchten im vergangenen Sommer fast 25 000 Menschen. Gemeinderat, Finanzausschuss, Schulverband, Gremium der Verwaltungsgemeinschaft und der Bauausschuss befassten sich in 24 Sitzungen mit 342 Tagesordnungspunkten. Die Einwohnerstatistik wies mit 3497 Einwohnern vier weniger aus als noch im Vorjahr. 162 Zuzügen stehen 150 Wegzüge gegenüber. Weiter gab es 20 Geburten und 32 Sterbefälle. 14 Eheschließungen wurden vollzogen. 52 gaststättenrechtliche Genehmigungen wurden ausgestellt. "Das unterstreicht, dass in Redwitz viel gefeiert wurde", so der Bürgermeister. Elf Bauanträge wurden eingereicht, davon zwei für den Neubau von Wohnhäusern.

Blutspender werden geehrt

Bürgermeister Mrosek sprach der BRK-Bereitschaft seinen Dank aus für die Durchführung der Blutspendetermine sowie für die Betreuung der Blutspender. BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Petrak sah die Ehrung der Blutspender als Zeichen des Dankes, da diese einen Teil ihres Besten gegeben hätten. Das System des Blutspendewesens sah er auf die Solidarität von Blutspendern angewiesen; denn menschliches Blut sei durch nichts zu ersetzen. Zu den vier Blutspendeterminen der BRK-Bereitschaft kamen 353 Blutspender, darunter 18 Erstspender. Die besten Multiplikatoren für das Blutspenden seien die Blutspender selbst, hob Petrak hervor. Dabei nehme der Landkreis Lichtenfels bayernweit eine Spitzenstellung ein. "Franken ist die Blutbank Bayerns", unterstrich der Kreisgeschäftsführer. Zusammen mit Petra Amschler und Traute Sachs von der BRK-Bereitschaft Redwitz ehrte er für 50 Blutspenden Jutta Walter, Rudolf Brandner, Heinz-Georg Renk; für 75 Blutspenden Jutta Pülz.

Straßenverkehrsprobleme beschäftigen die Bürger

In der nun folgenden Aussprache war das Hauptthema die Parkdisziplin. Ein Zuhörer bemängelte, dass Gehwege zugeparkt und Parkverbotsschilder missachtet werden. Viele weitere Plätze im Gemeindegebiet wurden aus der Versammlung genannt, bei denen falsch geparkt werde. Ebenso wurde von einem Zuhörer der Hol- und Bringverkehr im Bereich der Albert-Blankertz-Schule bemängelt. Willibert Lankes, Leiter der Polizeiinspektion Lichtenfels, sagte zu, sich dieser Punkte anzunehmen. Bei der kommenden Verkehrsschau sollen die genannten Punkte begangen werden und es soll versucht werden, durch geeignete Maßnahmen Abhilfe zu schaffen. Über die Sanierung der Turnhalle werde im Gemeinderat gesprochen, ließ der Bürgermeister auf Anfrage wissen.
Letztlich vermisste ein Teilnehmer größere Attraktivitäten für das Freibad. Hier solle sich die Gemeinde Gedanken machen, vertrat er seine Ansicht.




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