Bad Staffelstein
Porträt

"Playboy" lässt ihn nicht abheben

Seit eineinhalb Jahren arbeitet David Goller für den "Playboy" in München. Doch Familie, Freunde und die Partnerin lassen ihn immer wieder zurückkehren.
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2016 hebt David Goller für einen Playboy-Artikel ab. Privat schätzt er vor allem eins: seine Heimat Bad Staffelstein.  Foto: Jens Görlich
2016 hebt David Goller für einen Playboy-Artikel ab. Privat schätzt er vor allem eins: seine Heimat Bad Staffelstein. Foto: Jens Görlich
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Vermutlich ist es der Traumberuf für viele Männer: Umgeben von wunderschönen Frauen ist David Goller als Volontär des "Playboy" regelmäßig im Ausland unterwegs - er lernt und erlebt viel Neues. Sein Leben: abwechlungs- und actionreich. Doch trotz allem ist und bleibt seine Heimat Bad Staffelstein.

"Als Kind wollte ich nie weg von hier. Mir fehlte es an nichts. Ich bin nur aus beruflichen Gründen weg", sagt Goller. Nach der Schule verschlägt es ihn nach Siegen, wo er sein Studium beginnt, jedoch nie beendet. Seine Studienzeit ist für ihn kaum praxisorientiert und zielführend. Ein Facebook-Eintrag beendet seinen Frust. Der "Playboy" Deutschland sucht einen Praktikanten. "Warum nicht?", denkt sich der 27-Jährige. Er selbst hat das Magazin abonniert.


Themen wie Sex, Autos und Sport

Das ist jetzt eineinhalb Jahre her. Das Praktikum wurde verlängert, es folgte ein Volontariat beim Burda-Verlag - der "Playboy" sowie andere Magazine gehören dazu. Als Journalist schreibt Goller nun über Themen wie Kultur, Autos und Fußball. Aber natürlich auch Sex - Nacktshootings inklusive. "Playmates sind genauso wie andere Frauen auch, nur offener."

Als Volontär beim Playboy hat David Goller mit der Nacktheit kein Problem. "Ein Saunawart sieht mehr nackte Frauen wie ich", scherzt er. Seine Aufgabe besteht darin, über die Damen zu schreiben. Wieso ziehen sie sich aus? Was sagen die Partner dazu? "Ich möchte den Charakter kennenlernen, den Rest sieht man ja", erklärt Goller.

Nur alle drei Wochen, im Urlaub oder an Feiertagen kommt David Goller nach Hause. Kein Wunder, immerhin wurde der 27-Jährige bereits während des Praktikums mehrmals ins Ausland geschickt - für eine Whisky-Geschichte nach Schottland und zu einem Hi-Fi-Hersteller nach Kopenhagen.


Die Ruhe in der Heimat finden

Sogar auf einem Flugzeug ließ er sich festschnallen - dieses Angebot von einem Uhrenhersteller konnte er nicht ablehnen. "Ich bin mir für nichts zu schade", erklärt David Goller. Doch trotz Abenteuerlust zieht es den 27-Jährigen immer wieder in die Heimat.

Die Vernetzung ist ihm nicht nur im Beruf, sondern auch privat sehr wichtig. "Ich bin sehr heimatverbunden. Ich komme hier zur Ruhe." Über die Neuigkeiten in Bad Staffelstein hält sich Goller ständig auf dem Laufenden. Damit ihm nichts mehr entgeht, gründete er vor zwei Jahren sogar eine eigene Facebook-Seite: "Mei Staffelstaa - A mol a Bassauf, immer a Bassauf".


1600 Mitglieder bei Facebook

"Die Lichtenfelser haben es ähnlich gemacht. Die Menschen tauschen sich über Erinnerungen und Veranstaltungen aus. Für mich ist die Seite eine Verbindung zur Heimat." Und diese Verbindung hat momentan über 1600 Mitglieder. Was früher die Wirtschaft war, in der sich Menschen trafen, ist nun das Internet, sagt Goller. "Ich habe so immer ein Stück Heimat bei mir."

Und die genießt der 27-Jährige bei jedem Besuch. "Ich schalte dann in den Heimatmodus und spreche im Dialekt." Vor allem das gute Bier und der Fußball fehlen ihm, der 20 Jahre im Verein spielte. Der Staffelsteiner hat nicht vergessen, wo seine Wurzeln liegen - er möchte im Sommer-Urlaub als Betreuer im Zeltlager mithelfen, so wie all die Jahre zuvor auch. Zudem betont er: " Ich sehe mich mehr als Staffelsteiner als sonst was."

Daher schließt er es auch nicht aus, dass es ihn nach seinem Volontariat wieder nach Oberfranken verschlägt. "Das Problem ist, dass die Branche schwierig ist. In der Großstadt ist es beruflich sicherer." Sollte es mit der großen Karriere nicht klappen, wären ein Coburger Radiosender oder eine Lokalzeitung gute Alternativen. Doch: "Es kann nicht schaden, wenn ich mal versuche, ob es in der großen weiten Welt klappt."
Bis es sich entscheidet, möchte David Goller auch weiterhin an jedem Altstadt- und Weihnachtsfest in Bad Staffelstein teilnehmen. Denn das habe mittlerweile Tradition, sagt er.

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