Bad Staffelstein
Begegnung

Obermain-Marathon-Läufer feiern ökumenischen Gottesdienst

Über 150 Teilnehmer am Obermain-Marathon feierten einen ökumenischen Gottesdienst in der Basilika Vierzehnheiligen mit Erzbischof Ludwig Schick.
Artikel drucken Artikel einbetten
Jedes Jahr sehen sie sich beim Obermain-Marathon und einigen anderen Läufen: Helmut Sirtl (links) und Harald Fischer schätzen die familiäre Atmosphäre des "Landschaftslaufs" - und die spirituelle Erdung durch den ökumenischen Marathon-Gottesdienst tags zuvor.
Jedes Jahr sehen sie sich beim Obermain-Marathon und einigen anderen Läufen: Helmut Sirtl (links) und Harald Fischer schätzen die familiäre Atmosphäre des "Landschaftslaufs" - und die spirituelle Erdung durch den ökumenischen Marathon-Gottesdienst tags zuvor.
+1 Bild
Majestätisch und hoffnungsvoll war es. Und nachdenklich stimmend. Das passiert, wenn man eine Laufveranstaltung mit einem Gottesdienst verbindet und Letzteren mit der Melodie von "Land of Hope and Glory" aus dem "Pomp and Circumstance Marsch Nr. 1" von Edward Elgar eröffnet. Mit eben dieser kunstvoll verpackten Melodie stellte Georg Hagel an der Orgel der Basilika Vierzehnheiligen gleich mit dem eröffnenden Lied "Pilger sind wir Menschen" jenen größeren Rahmen vom Laufen zum Leben her. Darauf gingen Pater Heribert Arens und Pfarrer Matthias Hagen, die die Feier am Tag vor dem Obermain-Marathon vorbereitet hatten, und Festprediger Erzbischof Ludwig Schick ein.

"Die Orgel ist ein Highlight", fand Harald Fischer, der sich wohlfühlte in der Läuferfamilie. "Läuferfamilie" nannte Pfarrer Matthias Hagen liebevoll die (Halb-)Marathonis und Nordic-Walker, ob der freundlichen Atmosphäre, der Wiedersehensfreude und des gemeinsamen Laufens. "Bei Familienfeiern vergisst man nicht zu danken", begrüßte der evangelische Pfarrer aus Bad Staffelstein die über 150 Läufer, Veranstalter und Helfer. Pater Heribert, Guardian des Franziskanerklosters, präzisierte diesen Dank für Spiel, Sport, Körper, Kameradschaft und schöne Stunden - freilich in besagter Läuferfamilie.

"Laufen bietet Zeit zum Nachdenken"

Als gebürtiger Lichtenfelser freut sich Harald Fischer stets, Freunde zu treffen - zum Beispiel Helmut Sirtl. Schon zum dritten Mal begegnete der 59-Jährige dem Reutlinger beim Obermain-Marathon und beim Gottesdienst. "Laufen bietet Zeit zum Nachdenken. Dabei löst man Probleme", meinte der 64-Jährige Sirtl. Spaß, Freude und der gesundheitliche Aspekt zählten, ergänzte Fischer. Der seit Jahren nahe Erlangen Wohnende gab zu: "Ich freue mich speziell auf die Natur und die Heimat. Vierzehnheiligen ist ein Stück Heimat. Die Kirche hat einen starken Bezug zum Laufen", sagte er und wies auf die Marathonstrecke hin, die durch das Obermaintal und an Kloster Banz, dem Staffelberg und der Wallfahrtsbasilika vorbeiführt. Helmut Sirtl stimmte zu: "Andere Läufe läuft man. Hier bekommt man die Gegend mit und die Zeugnisse der Religiosität in der Landschaft." Harald Fischer ergänzte: "Der Gottesdienst ist eine ideale Einstimmung."

Ihm habe der Vergleich des Marathons mit dem Leben gefallen: "Es gibt Höhen und Tiefen, aber man muss das Ziel vor Augen haben und planen." Es sei, so Helmut Sirtl, ein "Lebens-Lauf, bei dem man auch Härten durchstehen" müsse. Dass dabei Gott hilft, machte nicht nur der "Läuferpsalm" 119 deutlich: "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg." Das betonte Erzbischof Schick, der aus Anlass des zehnjährigen Bestehens dieses speziellen Marathons eingeladen wurde. Selbst passionierter Läufer ("mindestens fünf Kilometer täglich"), betonte der Oberhirte: "Laufen tut gut, hält körperlich fit, macht den Geist frisch und schenkt positive Energien für Leben und Wirken." Faszination übe der Marathon aus, weil er Ausdauer, Zeit, Übung, Einteilung der Kräfte, Eigen- und Fremdmotivation benötige. Indes sei er mehr: "Am Marathon kann man Leben lernen." Schick hob hervor: "Das Leben währt nicht nur ein paar Kilometer". Mit vielem müsse gerechnet werden: lange Zeit, eigene Stärken und Durststrecken. "Sieh zu, dass du dein Leben wie einen Marathon angehst, durchhältst, bewältigst und ans Ziel kommst", ermunterte der Erzbischof. Begleiter auf dem Weg seien beispielsweise Läuferkollegen, Freunde, Familie, Fans und Gott. Miteinander und füreinander gelange man ans Ziel. "Jeder ist da ein Sieger."

Nach dem Segen verabschiedete Pater Heribert die Läufer, Helfer und Gäste mit einem Grinsen: "Beim Obermain-Marathon gibt es nur Sieger: Jeder, der sich auf den Weg gemacht hat, ist ein Sieger - nicht zuletzt über sich und den inneren Schweinehund."
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren