Weismain
Ausstellung

Nordjura-Museum Weismain will wieder mehr Besucher anlocken

Das Nordjura-Museum in Weismain besteht seit zehn Jahren und ist eines der modernsten im Landkreis. Seit der Eröffnung sind die Besucherzahlen am Sinken. Museumsleiterin Andrea Göldner erhofft sich durch einige Innovationen wieder steigende Besucherzahlen.
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"Für alle Besucher der Höhepunkt": Dagmar Dietz vom Museumsverein (unten) und Museumsleiterin Andrea Göldner gewähren einen Blick hinter die Kulissen des Stadtmauer-Nachbaus, wo Kanonendonner und Lichteffekte den Dreißigjährigen Krieg simulieren. Foto: Stefan Lutter
"Für alle Besucher der Höhepunkt": Dagmar Dietz vom Museumsverein (unten) und Museumsleiterin Andrea Göldner gewähren einen Blick hinter die Kulissen des Stadtmauer-Nachbaus, wo Kanonendonner und Lichteffekte den Dreißigjährigen Krieg simulieren. Foto: Stefan Lutter
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"Die Bomben sind das Coolste." Was die höchstwahrscheinlich junge Verfasserin mit ihrem Eintrag ins Gästebuch meint, bekommt jeder Besucher des Nordjura-Museums zu hören, wenn sich die Flurtür im ersten Stock des Kastenhofgebäudes öffnet. Ein paar Schritte weiter, und man steht im Raum, der den Dreißigjährigen Krieg lebendig macht: Kanonendonner erschallt, Lichtblitze simulieren Mündungsfeuer und Explosionen - und all das hinter einem Nachbau der historischen Stadtmauer.

"Der Raum ist für alle Besucher der Höhepunkt", fasst Andrea Göldner die Meinungen im Gästebesuch und bei Führungen zusammen. Ohne den damaligen Bürgermeister Peter Riedel hätte es das Nordjura-Museum in der heutigen Form wohl nicht gegeben. Er ließ Ende der 1990er-Jahre das größtenteils brach liegende Gebäude im Kastenhof sanieren und verwirklichte dort seine Vision vom kulturellen Zentrum Weismains. Dazu gehörte auch die Umzug des Heimatmuseums, das aus einer urigen, aber wenig sortierten Sammlung stadthistorisch bedeutsamer Objekte bestand, die im heutigen Bürgerbüro des Rathauses lagerten. Die Neukonzeption des Museums übernahm Andrea Göldner, die seit 1999 bei der Stadt als Museumsleiterin, Stadtarchivarin und Leiterin des Fremdenverkehrsamts beschäftigt ist.

"Das Vorhandene sichten, strukturieren und Fehlendes ergänzen", beschreibt die 50-Jährige ihre Aufgaben in den Monaten vor der Einweihung im Mai 2004. Das Museum war vor zehn Jahren eine Einrichtung für die Bürger, zu dem sie selbst einen Beitrag leisten konnten, und so ist es heute noch.

Weismainer bringen Stücke

Während die Kirchengemeinden zur Eröffnung sakrale Gegenstände und Gewänder beisteuerten, bringen regelmäßig Weismainer Fundstücke. Alte Feuerwehrhelme, Gemälde von Weihersmühle und Wallersberg, Teile des ehemaligen Altars der Wunkendorfer Kapelle - das sind die jüngsten Neuzugänge für das Archiv.
In den Räumen sind 300 Exponate zu sehen, das Archiv umfasst 7000 Artikel. "Das Nordjura-Museum eines der modernsten im Landkreis und ein Schmuckstück für eine so kleine Stadt wie Weismain", findet die von einem zwölfköpfigen ehrenamtlichen Team unterstützte Leiterin. Bedauerlicherweise spiegele sich dies nicht in der Eintrittsstatistik wider. Diese sei seit 2004 fast stetig rückläufig. Mit Neuerungen wie Internetseite, Touchscreens für Zusatzinformationen sollen so Einheimische wie Touristen wieder mehr ins Nordjura-Museum gelockt werden.


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