Denn das, was in Bad Staffelstein im vergangenen Jahr gut funktioniert hat, wird nun auch in anderen Orten versucht. Die Spielstätte hier war sozusagen eine Art erste feste Bühne für das Ensemble. Trat man - bis auf Bamberg - mit einzelnen Stücken an vielen verschiedenen Orten auf, spielte man in Bad Staffelstein eine Serie von 15 Vorstellungen. "In diesem Jahr werden es 20 sein", rechnete Burdinski zusammen. Acht in Rödental, fünf in Helmbrechts, sieben in Weißenstadt - Bad Staffelstein dient mit seiner Serie als Vorbild. 2011 kommt der Fränkische Theatersommer so auf insgesamt 220 Aufführungen - ein Rekord im 18. Jahr seines Bestehens.
"Das hat bei uns sehr gut funktioniert. Es war genau das, was wir erhofft und erwartet haben. Wir waren uns deshalb sehr schnell einig, es weiter zuführen", sagte Bürgermeister Jürgen Kohmann. Die Vorstellungen seien auch bei Kälte im September gut besucht gewesen, meinte Burdinski - und mit ein paar ungebetenen Gästen werde man sich noch arrangieren. Nagetiere hätten am Vorhang ihre Spuren hinterlassen: "Ein Duftspray wird künftig dafür sorgen, dass ihnen die Freude am Knabbern vergeht."
Clarissa Knorr und Andrea Gerhard sind zwei der sieben neuen Ensemblemitglieder in dieser Spielzeit. Sie kommen beide aus Hamburg, Andrea Knorr tourte unter anderem mit dem Ohnsorg-Theater, Clarissa Knorr spielt in Film-Produktionen mit. Wechselweise zu den teilweise weiterlaufenden Engagements werden sie nach Franken kommen. Sie sind am 5. Mai mit "Die Baronin und die Sau" zu sehen. "Das ist eine Art Kasper-Hauser-Geschichte", sagte Burdinski. Eine Adelige will ein Findelkind aufziehen und zu ihrer Zofe machen, das in einem Schweinestall groß wurde. Es verwandelt sich nicht nur das Kind während der Erziehung, sondern auch die Baronin. Doch als das eigentliche Schwein in diesem Stück entpuppt sich jemand, der gar nicht auf der Bühne steht. Auch anderer Stelle hat das Brückentheater den Theatersommer beeinflusst: "Übrigens, meine Tochter Britta macht auch Theater", meinte Stadtbaumeister Andreas Ender einmal zu Jan Burdinski. Nun führt sie am 23. Juni Regie beim Stück "Sibirien".

Umfang 20 Vorstellungen umfasst das Programm des Fränkischen Theatersommers im Brückentheater. Alle beginnen Donnerstags um 19 Uhr. Karten im Vorverkauf (12 Euro) beim Kur- und Tourismusservice (09573/33120), Kurhotel (09573/3330) oder Schön-Klinik (09573/560). An der Abendkasse kosten Karten 14 Euro.

Vorstellungen
 28. April, Wilhelm-Busch-Programm mit Markus Veith.
 5. Mai, die Baronin und die Sau Andrea Gerhard, Clarissa Knorr.
 12. Mai, Liebes- und Schelmengeschichten aus 1001 Nacht, Thomas Glasmeyer.
 19. Mai, Sex - aber mit Vergnügen, Lenia Burdinski.
 26. Mai, The voice of swing, Daniela und Vitali Hertje.
 2. Juni, Die Kellnerin, Anni Angelique Verdel.
 9. Juni, Frauenversteher gesucht, Lenia Burdinski.
 16. Juni, Love Letters, Christiane Reichert und Jan Burdinski.
 23. Juni, Sibirien, Stephan Bach, Regie: Britta Ender.
 30. Juni, Blues-Abend, Wolfgang Rehmert.
 7. Juli, Zerdrück die Träne nicht in deinem Auge, Lutz Götzfried, Jan Burdinski.
 14. Juli, Celtic Spirit, Andy Lang.
 21. Juli, Flamenco mit der Gruppe "Onda flamenca".
 28. Juli, Du hast auf meinem Busen still gebetet, Lenia Burdinski.
 4. August, Wart amal, Brigitte Obermeier.
 18. August, Polsprung, Horst Kiss, Heiko Schnierer.
 25. August, Hamlet for you, Alexander Voss, Marcus Zollfrank.
 1. September, Judy Garland-Show, Helen Davies, Helene Frucht.
 15. September, Schöne Nixen knicksen, Jan Burdinski.
 22. September, Himmelsflüge- Höllenstürze, Lutz Götzfried, Jan Burdinski.