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Hausen
Umgehung

Neue Fischtreppe in Hausen

In Hausen wird noch den ganzen Oktober über an einer neuen Umgehung für Fische gebaut. Die alte Fischtreppe genügt den Anforderungen nicht mehr. Über 30 Arten leben im Main und können das neue Gerinne nutzen.
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Bereits im Bau: eine neue Fischaufstiegshilfe entsteht auf 2,5 Hektar Baugrund. Fotos: Linda  Möslein
Bereits im Bau: eine neue Fischaufstiegshilfe entsteht auf 2,5 Hektar Baugrund. Fotos: Linda Möslein
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Die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gab den Ausschlag für die jüngsten Erdbewegungen am Hausener Wehr. Für die Umsetzung der Richtlinie sieht der Freistaat Bayern unter anderem die Durchgängigkeit von Flüssen und Gewässern vor, um eine Verbesserung des Lebensraumes der dort lebenden Tiere zu erzielen.
"Wasserkraftwerke, wie das in Hausen, schränken den genetischen Austausch der Fische ein und behindern diese außerdem erheblich auf ihren Wanderungen", erklärt der für den Landkreis Lichtenfels zuständige Mitarbeiter des Kronacher Wasserwirtschaftamtes, Matthias Trau. Aus diesem Grund hat der Freistaat Bayern eine Art Fahrplan zur Erhöhung der Durchgängigkeit bei den heimischen Fischarten aufgestellt. Dieses strategische Konzept umfasst auch den Main als eine der oberfränkischen Hauptachsen.
Im von der Süc betriebenen Wasserkraftwerk in Hausen wurden vom Wasserwirtschaftsamt Mängel an der Fischaufstiegshilfe festgestellt.

Mängel bei der Fischtreppe


Der zuständige Baudirektor, Günther Prem, bezeichnet die Fischtreppen der 60er Jahre allesamt als "Alibilösungen" und erklärt, dass die 50 Jahre alte Fischaufstiegshilfe in Hausen nicht mehr den heutigen Standards entspreche. Prem sieht seine Behörde als eine Art "TÜV", welcher den Wasserwerksbetreibern fallbezogene Auflagen erteilt. Im Fall des Hausener Wehrs zählt zu diesen Auflagen auch der Bau einer neuen und zeitgemäßeren Fischleiter.
"Die Fischaufstiegshilfe wird uns in etwa eine halbe Millionen Euro kosten", sagt der zuständige Süc-Mitarbeiter, Stefan Schneidawind. 94 000 Euro kostete allein der benötigte Baugrund, welchen die Süc vom Freistaat Bayern erwarb. Den Bescheid vom Wasserwirtschaftamt gab es bereits 2010, am sechsten August wurde nun mit den Bauarbeiten begonnen, welche - je nach Wetterlage - bis Ende Oktober andauern werden. Ist der künstliche Bachlauf erst einmal fertiggestellt, wird er den wandernden Fischen sowohl eine Aufstiegs- als auch eine Abstiegsmöglichkeit bieten.

Verbesserung, kein Urzustand


Auch bei allen weiteren Wehranlagen des Mains hat man bereits mit der Erneuerung der Fischleitern begonnen, teilweise seien diese auch schon abgeschlossen, teilt Matthias Trau mit. Er betont die Schlüsselfunktion des Hausener Wasserkraftwerkes, da zwischen Bamberg und dem Wehr in Hausen der Main noch frei fließe. Trau erklärt außerdem, dass der Urzustand der Gewässer auch durch Richtlinien nicht wiederhergestellt werden kann. Eine nachhaltigere Gewässerbewirtschaftung, wie sie die WRRL anstrebt, verbessere den Lebensraum für die über 30 verschiedenen Fischarten des Mains jedoch merklich.

Bezahlt von allen


Günther Prem macht deutlich, dass die Energiegewinnung durch Wasserkraft in Bayern lange Tradition habe. "Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gebe es auch finanzielle Anreize für diejenigen Wasserwerksbetreiber, welche die Auflagen erfüllen", sagt Prem und weist darauf hin, dass sich der Bau der Fischtreppe bei gleich bleibender Gesetzeslage spätestens ab dem vierten Jahr für die Süc bezahlt machen wird.
Der Endverbraucher bekommt die Baumaßnahmen in Hausen letztendlich trotzdem zu spüren, wenn auch nur mittelbar durch die EEG-Umlage, welche ihn momentan im Schnitt um die drei Cent pro Kilowattstunde kostet.
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