Der Weg muss nachgebessert werden, damit er wirklich mehr Schutz und Freude beim Fahren bietet (auch wenn das an einigen Stellen schon geschehen ist). Die gute Nachricht dabei: Das ist nicht einmal so schwer - und viel Geld braucht man dazu auch nicht, nur etwas Gefühl für das Seelenleben der Radler. Die wollen es nicht einmal besser haben als die Autofahrer, sondern einfach nur nicht schlechter.
Was heißt das? Alle Bordsteine, die man auf dem neuen Radweg überfahren muss, sind zu hoch. Kein Mensch käme (zu Recht) auf die Idee, Autofahrern solche Schwellen zuzumuten.
Der Asphaltbelag ist spitze. Es ist eine Freude, über das glatte, schwarze Band zu rollen. Der Rollwiderstand ist geringer als auf der Straße (zwischen Bad Staffelstein und Lichtenfels ist das übrigens umgekehrt). Doch ausgerechnet hier findet ein Radfahrer, der von Bamberg nach Ebensfeld fährt, oft den dreckigsten Teil der Strecke vor. Immer liegt Schmutz auf der Fahrbahn, dazu kommen - und das ist wirklich gefährlich - viele spitze Steine bis zur Größe eines Hühnereis. Sie stammen teilweise von den unbefestigten Streifen neben dem Radweg oder werden von landwirtschaftlichen Maschinen beim der Überfahrt auf den Acker dort verteilt. Das Problem: Auf der Straße sorgen die Autos dafür, dass der Schmutz breitgefahren wird und verschwindet. Auf dem Radweg bleibt er lange liegen.
Kurvenradien, ausgelegt auf das Reisetempo von Nacktschnecken (die bei feuchtem Wetter auch gerne auf dem Radweg unterwegs sind), bremsen das Fahrvergnügen ohne Not. In der Nähe des Abzweigs nach Oberleiterbach gibt es so einen Fall. Dort überrascht der Radweg mit einem Schlenker. Dabei läuft er fast stumpf auf einen Feldweg auf und macht zweimal einen 90-Grad-Knick. Ach ja, auch auf der Weiterfahrt nach Zapfendorf gibt es noch zwei hässliche Auffahrten. Und auch in Richtung Lichtenfels ist nicht alles Gold, was schwarz glänzt. Wer einmal versucht hat, in Grundfeld die Auffahrt Richtung Korbstadt zu nehmen, mag mit Blick auf Vierzehnheiligen um göttlichen Beistand gebeten haben. So eng und winkelig ist es dort, man möchte das Rad am liebsten schieben.

Liste Wo es auf dem Radweg von Ebensfeld nach Zapfendorf hakt.

1. Schon der Start am Kreisel ist verwirrend: 30 Meter auf dem Radweg, dann im 90-Grad-Winkel über eine Verkehrsinsel auf die andere Seite. Und wer nach Oberbrunn weiter will hat Pech gehabt. An eine Radwegeführung im Kreisel Richtung Westen wurde nicht gedacht.

2. Die Querung eines Feldweges kurz vor dem Abzweig nach Oberleiterbach ist eine Gefahrenquelle. Hier gibt es zwei Kurven mit zu engen Radien (an einer Stelle wurde schon nachgebessert). Ständig liegen große, spitze Steine und Dreck an dieser Stelle auf dem Radweg, die auch von landwirtschaftlichen Maschinen dorthin getragen werden.

3. Die Einfahrt nach Unterleiterbach ist problematisch. Wer vorschriftsmäßig die Straße wechselt, muss über eine durchgezogene Linie fahren. Es gibt keine guten Hinweise und Markierungen für Autofahrer, dass sie hier mit querenden Radlern rechnen müssen.

4. Die Ausfahrt von Unterleiterbach bringt wieder einen Seitenwechsel mit sich. Das geschieht an einer Stelle, in der eine Nebenstraße einmündet. Die Radfahrer haben zwar Vorfahrt, werden von den Autofahrern, die auf die Hauptstraße abbiegen, gerne übersehen.

5. Eine ähnliche Situation gibt es am Ortseingang von Zapfendorf. Auch hier endet der Radweg an einer Stelle, wo eine Nebenstraße einmündet und man wieder von links nach rechts wechselt. Nur versperrt einem eine hohe Hecke die Sicht Richtung Nebenstraße in die Einmündung - so dass einen auch die Autofahrer nicht erkennen können. kdm