Weismain
Kampagne

NPD hetzt gegen die Weismainer Asylbewerber

Mit einem Flugblatt versucht die NPD Stimmung gegen die Bewohner des Asylbewerberheims in Weismain zu machen. Bürgermeister Udo Dauer sieht kein Anzeichen für den in einer Pressemitteilung der Partei behaupteten Anstieg der Kriminalität.
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Mit Wirtshausparolen auf ihrem Flyer versucht die NPD, auf Stimmenfang zu gehen. Am Dienstag landete das Schriftstück in Briefkästen in Weismain und den umliegenden Stadtteilen. Foto: Bastian Girg
Mit Wirtshausparolen auf ihrem Flyer versucht die NPD, auf Stimmenfang zu gehen. Am Dienstag landete das Schriftstück in Briefkästen in Weismain und den umliegenden Stadtteilen. Foto: Bastian Girg
Post der unschönen Art mussten am Dienstag einige Weismainer aus ihren Briefkästen fischen: Die rechtsextreme NPD verteilte in einer - nach eigenen Angaben - "flächendeckenden Briefkastenverteilung", wie es in einer Pressemitteilung der Partei heißt, Flugblätter an Haushalte in Weismain und den umliegenden Stadtteilen. Die Aktion der selbst ernannten "Kümmerer-Partei" richtete sich gegen die Bewohner des Asylbewerberheims in Weismain.
Das Flugblatt an sich, ein plumpes Pamphlet, nimmt keinerlei Bezug auf Weismain. In einer an mehrere Medien in der Region verschickten Pressemeldung spricht die rechtsextreme Partei von "stark angestiegener" Kriminalität und "Gewaltexzessen" im Zusammenhang mit dem Asylbewerberheim in Weismain, ohne dafür auch nur ansatzweise Belege zu liefern.
"Ich gehe davon aus, dass die Weismainer gegen solche Parolen resistent sind", sagte Bürgermeister Udo Dauer (CSU) im Gespräch mit dem Fränkischen Tag. Für den in der Pressemitteilung behaupteten Anstieg der Kriminalität sieht Dauer keine Anzeichen: "Das kann ich aus Sicht des Rathauses nicht bestätigen. Mir ist in dieser Beziehung noch nichts zu Ohren gekommen", betonte er.
Dagmar Dietz, die sich stark für die Asylbewerber in Weismain engagiert - unter anderem hat sie den Deutschkurs der "Aktiven Bürger" ins Leben gerufen - hatte das Flugblatt ebenfalls in ihrem Briefkasten. Dem Flyer möchte sie keine Beachtung schenken. Lieber erzählt sie vom guten Miteinander von Weismainer Bürgern und Asylbewerbern. "Demnächst habe ich eine multikulturelle Nikolausfeier geplant", verrät Dagmar Dietz. Bei den Vereinen in der Stadt renne sie damit offene Türen ein. "Viele wollen sich an der Feier beteiligen", sagt Dietz.
Die Nikolausfeier werde, auch auf Wunsch der Bewohner des Asylbewerberheims, in der Stadt und nicht im Heim stattfinden. Angesichts der Flugblattaktion ist dies eine passende Antwort - auch wenn die Feier unabhängig davon geplant war.
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