Lichtenfels
Kreisausschuss

"Monster-Masten" durch den Landkreis stehen noch zur Diskussion

Das Gremium gab sich "elektrisiert": Kommen "Monster-Trassen" jetzt doch wieder auf den Landkreis zu?
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So sieht der geplante Trassenverlauf aus. Grafik: Landratsamt
So sieht der geplante Trassenverlauf aus. Grafik: Landratsamt
Der Landrat bezeichnet es als "unsäglich und unwirtschaftlich", Kreisrat Josef Stark nennt es "Schildbürgerstreich": Die geplante Hochspannungstrasse P 44 mod., die den Stromtransport vom Norden der Bundesrepublik nach Süden leisten soll, ist doch noch nicht vom Tisch.
Der neue Netzentwicklungsplan 2030 der verantwortlichen Energiebetreiber, der seit kurzem öffentlich ausliegt, sieht den Bau von sogenannten "Monster-Masten" durch den Landkreis Lichtenfels weiter vor. Im Kreisausschuss informierte der Landrat über diese Entwicklung, die nach intensiven Gesprächen vor einigen Monaten eigentlich ausgeschlossen schien. Damals sah es so aus, dass die P 44 gebaut wird, die kürzer und billiger ist. Sie führt direkt von Schalkau nach Grafenrheinfeld und durchquert in großen Teilen den Landkreis Coburg. Die P 44 mod. hingegen verläuft entlang bestehender heimischer Stromtrassen. "Die P 44 mod. ist nicht nur unsäglich, sondern auch unwirtschaftlich", sagte der Landrat. Beunruhigend sei, dass die Netzbetreiber im jetzt veröffentlichten ersten Entwurf des Netzentwicklungsplans 2017 die P 44 mod. über Redwitz als Vorzugstrasse ausgewiesen hätten.
Anton Fleischmann, Spezialist für die Rechtsfragen rund um die neue Trasse, musste die Frage verneinen, wie ein möglicher Masten- und Leitungsbau bei einer P 44 mod. erfolgen würde. Es sei möglich, dass die alten Masten durch neue ersetzt werden. Es könne aber auch sein, dass neue und höhere Masten neben die bestehende Trasse gesetzt werden. Die alten Masten könnten nicht aufgestockt werden können, sagte Josef Stark laut Auskunft eines Experten. Der Kreisausschuss war sich einig, dass der Landkreis schon bald eine neue Resolution gegen die Pläne für die P 44 mod. beschließen wird.
Nichts Neues konnte der Landrat von den intensiven Bemühungen um eine IC-Anbindung des Obermain-Gebiets ab 2017 berichten. Da an der Spitze der DB derzeit wegen des Rücktritts des Bahnchefs etwas Unruhe herrsche, seien Gesprächstermine mit Entscheidungsträgern nicht einfach. Es gebe allerdings Signale aus der Staatsregierung, sich des Themas erneut anzunehmen. Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner (CSU) habe im November 2016 eine Anfrage zum IC-Halt an die Regierung gestellt. Deren Beantwortung stehe noch aus. Enttäuschend sei allerdings, dass ein Schreiben des Landrats an Bundesverkehrsminister Dobrindt (CSU) noch nicht einmal mit einer Eingangsbestätigung beantwortet worden sei. Zudem sei auch die Antwort von Staatssekretärin Bär aus dem Dobrindt-Ministerium auf eine Anfrage aus Lichtenfels "unbefriedigend" ausgefallen.
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